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fürst, Sohn des Kurfürsten Georg Wilhelm
und der Kurfürstin Elisabeth Charlotte
aus dem Haus Kurpfalz, geb. 16.
For. 1620 zu Kölln an der Spree, verrachte
einige seiner Jugendjahre in den
Niederlanden auf der Universität zu Leiden
und am Hof des Prinzen Friedrich
Heinrich von Oranien. Nach dem Tod
seines Vaters (1640) übernahm er die
Regierung der kurfürstlichen Lande, erlangte
von Polen die Belehnung mit
Preußen, schloß mit den Schweden, die seit
Jahren in der Mark weilten, einen Waffenstillstand
und bildete ein kleines, aber
nverlässiges Heer. Für den Abschluß des
Westfälischen Friedens war er unermüdlich
thätig und erhielt in diesem Hinterpommern
nebst dem Bistum Kammin,ferner
die Bistümer Halberstadt und Minden
und die Anwartschaft auf das Erzstift
Magebur. (1648). In den folgenden
di nsjahren brachte er sein Heer bis auf
26,000 Mann, ordnete mit Hilfe des
Oberpräsidenten Otto v. Schwerin die
Verwaltung und die Finanzen, förderte
in dem entvölkerten Lande den Ackerbau
und suchte den Handel durch Gründung
einer Ostindischen Handelsgesellschaft und
durch Erweiterung der Post über den ganen
Staat zu beleben. 1655 wurde er in
W nsin“m chen Erbfolgekrieg verwickelt,
schloß sich anfangs gezwungen den
Schweden an underfocht an ihrer Seite den
Sieg bei Warschau (s. d., 28.—30. Juli
1656). Als Entgelt dafür erhielt er 1656
im Vertrag zu Labiau die Anerkennung der
Souveränität Preußens vom schwedift n
König Karl X. Gustav, schloß dann, als dieser
sich gegen Dänemark wandte, mit Polen
Frieden und gewann auch seitens dieser
Macht die Anerkennung der Souveränität
Preußens im Vertrag zu Wehlau (1657).
Nachdem sich F. an dem Kriege gegen
Schweden im Bundmitdem Kaiser, Dänemark
und Polen beteiligt hatte, brachte
ihm der Friede von Oliva d., 1660) eine
Bestätigung der in den frühern Verträgen
zugestandenen Unabhängigkeit des Herzogtums
Preußen. Die nun folgenden Nre
der Ruhe benutzte der Kurfürst, um durch
Einschränkung oder Aufhebung der ständischen
Vorrechte, die bisher nicht selten parti-Friedrich
(Brandenburg).
kularistischen Interessen gedient hatten, die
Vers schen der —3 weithin zerstreuten
Landesteile zu einem einheitlichen
Staatswesen anzubahnen. Den heftigsten
Widerstand leisteten ihm die Stände von
Preußen, welche ihm, weil er ihre Privilegien
nicht bestätigen wollte, die Anerkennung
der neu erlangten Souveränität verweigerten
und die Republik Polen um den
Schut ihrer alten Rechte anriefen. Der
Kurfürstbemächtigte sich 1662 des Hauptes
der Unzufriedenen, des Schöppenmeisters
Roth zu Königsberg, und nahm 1663 daselbst
die Huldigung entgegen. Vorher hatte
er die ständischen Privilegien bestätigt, berief
aber in der Folge den Landtag in
Preußen nur selten undschränkte seine Befugnissemehr
und mehr ein. Durch die Einführung
einer Accise, einer Mahl-, Schlachtund
Brausteuer in allen Provinzen gewann
er die Mittel, um sein stehendes
Heer zu unterhalten, die Industrie durch
Anlage von Glashütten und Eisenhämmern
zu heben. Ein noch sschkar Zeugnis
von des Kurfürsten Fürsorge für den
Handel ist der Müllroser Kanal, der 1662
bis 1668 angelegt wurde.
Der Besitz seiner rheinischen Lande sowie
sein allgemeines Tutrresse ander Unabhänigkeit
Deutschlands und Europas und der
haltung der evangelischen Religion zoden
ihn in die Kriegswirren binein, welche
ie Ländersucht Ludwigs XIV. von Frankreich
heraufbeschwor. Als dieser 1672 im
Bund mit dem Erfeischef von Köln und
dem Bischof von Münster die Republik
der Niederlande mit übermacht überfiel,
eilte ihr der Kurfürst zu Hilfe und veranlaßte
auch Kaiser Leopold, dem Bündnis
beizutreten. Da defe aber in einem
geheimen Vertrag mit Frankreich zur Neutralität
verpflichtet war, so vereitelten die
kaiserlichen Feltöerren Montecuccoli und
Bournonville, welche an der Seite der
Brandenburger am Rhein kämpfen sollten,
jede entscheidende Schlacht und ließen
den französischen Marschall Turenne ungestärt
in Westfalen eindringen. Um seine
westlichen Lande vor gänzlichem Ruin zu
retten, trat der Kurfürst vom Bündnis
rück und schloß mit Frankreich einen
Frieden zu Vossem (16. Juni 1673). Als