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Das bestimmte Wahlceremoniel des Roͤmischen Bischofs
hatte endlich unstreitig auch auf die Art, den Teutschen Konig
zu wählen, einen bildenden Einfluß. Auch hier sieht
man seit der Mitte des zwölften Jahrhunderts ein geschlossenes
Wahlconclave, und wenn schon vielleicht damals noch
nicht die Zahl sieben auch hier als heilige Zahl angenommen
wurde, so war doch bald auch bier der Unterschied zwischen
wählenden Hauptstimmen, Consultationssiimmen und Stimmen
des Beifalls so genau bestimmr, als bei Bischofwahlen.
So war also bei der auf Alterthum und neue bessere
Einrichtungen sich gründenden Macht des Roͤmischen Bischofs,
da selbst die ganze Art der damaligen Aufklär ung dieselbe
begünstigte, da sich in der Römischen Hierarchie alles immer
mehr zur festern zusammenhängendern Monarchie bildete, in
Teutschland hingegen die großen Vasallen sich immer mehr
von der Abhängigkeit losarbeiteten, so war es also nicht anders
möglich, als daß die geistliche Macht immer mehr über
die weltliche siegte. Selbst der mächtige Friedrich I. wie viel
Möhe hatte er nicht, seine Teutsche Vasallen zu häufigen
Zügen nach Italien zu bewegen, und Italien gehorchte dem
mächtigsien Kaiser nicht, wenn nicht jeder seiner Befehle von
einer Armee unterstützt wurde. Wie viele der Teutschen
Rittrr, deren Schwert vielleicht die Römer Gehorsam gelehrt
hätte, bußten in Palästina ihr Leben ein? Die großen Vasallen
zogen nach und nach alle Güter der kleineren Herrn
an sich; denn diese, wenn sie nach Paläsiina zogen, glaubten
in Teutschland keinen Fuß breit Landes mehr nöthig zu haben.
So vergrößerten sich die mächtigen Herzoge in Teutschland,
die Macht des Kaisers nahm immer ab, und unter
allen Europaͤischen Monarchen war doch er der einzige, der
den Pabst im Gehorsam halten konnte.