Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

 

Rosenhei

 

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Abonnemnentapreia  —1
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Dientsg,  20.  März  1915

  

 

 

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NRosenheimer  Tagblakt

#Am#ches  er

 

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Zuspitzung  der  Lage  zwischen  Japan,  Chinau.  Amerika.

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Hrrabfetzung  der  Mehwpreile  zum  I.  Bpru.  —  Günnicer  Gclundbeitsstand  unfus  heercs.  —  die  Unterscebootsgefahr  iu  den  enguschen
Sewällern.  —  Wenerc  enguusche  bampf  #r  ve#mch#t.  —  Tauwener  und  Ueberschwemmung  in  ordpolcn.  —  bic  Kuflen  unter  schwercu
verlusten  in  Fosen  und  den  Karpatpen  g’schlägen.  —  dle  Säubeung  der  bukomma  —  Rumäuien  verharrt  in  der  Ueutralltdt.  —  Noch

ein  frauz.  Krcuzer  vor  den  bardanellen  veeinichtet:  —  Rb  hnung  ispauischer  forde  usgen  durch  china.  —

Alsgemeines  vom  Krieg.
"*1  Der  Gesundheitszustand  unseres
Heeres.

WIB.  Berlin,  28.  März.  Aus  dem  Grosten

  Hauptquartier  geht  unsS  folgende  Mitteilung

Ausländische  Blätter  brachten  in  der  letzten
  Zeit  häufig  ungünstige  Nachrichten  über
den  Gesundheitszustand  unseres  Heeres.  Dieser
  ist  durchaus  zufriedenstellend.  Unsere  Soldaten
  überstanden  die  Anstrengungen  des  Winterfeldzuges
  vortrefflich,  eigentlich  hatten  sie
nur  in  den  Karpathen  unter  der  Witterung  zu
leiden.  Eoidemische  Krankheiten  sind  außer
ganz  vereinzelten  Fällen  von  Flecktyphus  und
Cholera  im  Osten  nicht  mehr  zu  verzeichnen.
u  diesem  günstigen  Erge  bnis  trugen  in  erster

Linie  die  rechtzeitig  ergrifsenen  hygienischen

zu:

Maßnahmen  bei,  so  die  Schutzimpfungen  gegen

Pocen,  Typhus,  Cholera,  die  Verwendung  fahrharer
  Trinkwasserbereiter  und  die  Anlage  von
Wannen-  und  Brausebädern  hinter  der  Front,
auf  Bahnhöfen,  in  Bäderzügen,  die  Herrich-2?.770

  Millionen  Mark,  aber  vielleicht  trägte

tung  von  Teeinfektionsanftalten,  Maßnahmen

für  Kleiderreinigung  und  Entlausung.  Auch  die
weilverbreilete  Annahme,  daß  geschlechtliche
Krantheiten  in  unserem  Heere  an  Auedehnung
gewonnen  hätten,  die  sie  u  einer  Volksgefahr
mache,  ist  nicht  zurreffend.  Die  Gesamtzahl  der
auf  dem  westlichen  Kriegsschauplan  an  (#eschlechtskrankheiten
  leidenden  Mannschaften
hleibt  eiwa  um  die  Halfte  hinter  derjenigen
in  der  Heimat  befindlichen  Mannschaften  zuruck,
die  diese  niemals  verliessen.  Die  weitere  Einschränlung
  geschlechtlicher  Krankheiten  beim
Heere  bildet  das  unausgesetzte  Bemühen  aller
verantwortlichen  Männer.  Neben  entsprechenden
  Ueberwachungs=  und  Vorbengungsmaß
nahmen  finden  Belehrungen  der  Mannschaften
statt,  wobei  Offiziere,  Aerzte  und  Geistliche  zusammenwirken.

Angstlugen.

Berlin,  28.  März.  Wie  so  monch  andere
deutsche  amtliche  Mitteilung,  so  hat  die  fran
zösische  Zensur  dem  franzosischen  Volke  auch
das  Endergebnie  der  deutschen  Kriegsanleihe
unterschlagen.  Sie  hat  nur  die  erste  Mitteilung
  des  Staatsselretärs  Dr.  Helfferich  im
Reichstag,  wonach  die  Kriegsanleihe  7  Milliarden
  erreicht  habe,  durchgehen  lassen.  Von  der
zweiten  Mitteilung  aber,  wonach  es  9  Milliarden
  geworden  sind,  noch  kein  Wort  in  die
Presse  gelangen  lassen.  Dagegen  verbreitet  das
Presseburean  der  Regierung  allerhand  Mittei.
lungen  tendenziösen  und  lügnerischen  Charakters,
die  auch  senes  7.Milliardenergebnis  nur  ale
einen  Scheinerfolg  hinzustellen  versuchen.  (J.)

Schlimmer  noch  sind  die  Lügenmeldungen,
welche  in  Rußland  über  die  deulfte  Atiegsen.
leihe  verbreitet  werden.

Eine  Viertelmillion  Arbeitslose

in  Paris.

Genf,  27.  März.  Wie  man  in  der  franzosischen
  Kammer  hervorhob,  befinden  sich  gegenwärtig
  243.000  Arbeitslose  in  Paris.  Man
verlangte  umgehend=  Wahnahmen,  um  dieser
Erscheinung  abzuhelfen.

 

Englischer  Selbstbetrug.

WTB.  Berlin,  27.  März.  Die  „Nord—
deutsche  Allgemeine  Zeitung“  schreibt:  Ganz
luge  Engländer  entdecden  angesichts  des  Neunmilliardenerfolges
  unserer  Kriegsanleihe  nun
doch  in  unserer  goldenen  Rüstung  einen  schwachen
  Punkt,  der  ihre  stark  geschwächte  Hoffnung
  auf  unser  baldiges  Erliegen  neu  aufrichtet.
  „Politiken"  meldet  aus  London,  daß
die  dortigen  Banken  in  der  letzten  Zeit  aus
Slandinavien  englische  Sovereigus  erhielten,
deren  Jahresjahl  beweise,  daß  sie  aus  der
Kriegsentschädigung  Frankreichs  an  Deutschland,
  mithin  aus  dem  Spandauer  Juliusturm
stammen,  Deutschland  sei  also  bereils  genöligt,
zur  jahlung  seiner  Einfuhr  aus  Skandina
vien  seine  letzte  Reserve,  den  Kriegsschagt,  aufzubrauchen.
  Diese  als  Herzeno#tärkung  für  zweijelme
  Engländer  und  Ententegenossen  und  als
Augenpulver  für  Neutrale  gedachte  Kombina
tion  ist  an  sich  schon  albern  gennug  angesichte
des  Goldletandes  der  deulichen  Reichsbank  von

 

zur  Austlärung  uber  die  Wichtiginmerel  der
englischen  Spürnasen  hei,  wenn  mir  verraten.
daß  im  Juliuslurm  uberhaupt  nie  auch  nur
ein  einziger  Sobereign  gelegen  hat,  daß  viel
mehr  der  gesamte  deuische  Kriegesschatz  von  An
fang  an  ausschiießlich  aus  deutichen  Kronen
und  Doppellronen  gebildet  worden  ill.
Amerila  liefert  Enugland
Unterscchboote.

Amsterdam,  23.  März.  Die  „Dailn  Mil“
meldet  auo  Neuyork  vom  Miltwoch:  Der  Ma
rinesekretär  Daniel  habe  eine  Untersuchung  an
geordnet  wegen  des  Berichles,  daß  aus  den  Karl
Schwab  gehörigen  Industriewerken  11-Boote
über  Canada  nach  England  geliefert  werden.
Schwab  habe  auf  Ersuchen  Bruans  erllart,  leine
Bestellungen  für  I  Boote  anzunehmen;  man
glaube,  daß  er  auch  lteine  liesere,  sondern  nur
solche  Beslandleile,  die  gestatiet  seien.  (Was
auf  das  Gleiche  hinauskommtt)  (J.)

Der  Heilige  Siuhll.

Rom,  28.  März.  „„Osseroatore  Romano“
schreibt:  Einige  zeitungen  haben  die  Nach
richt  gebrachi,  daß  zwischen  dem  päpftlichen
Stuhl  und  der  italienischen  Regierung  Verhand
lungen  im  Gange  seien  über  den  päpstlichen
Stuhl  angelende  Fragen  für  den  Fall  einer
etwaigen  Beteiligung  Jtaliens  am  Kriege.  Wir
sind  ermächtigt,  sagt  der  Osservotore,  diese
Nachricht  also  jeder  Grundlage  entbehrend  zu
bezeichnen.  (3.)

Einberufungen  in  Spanien.
Paris,  28.  März.  Der  „Petit  Parisien“
meldet  aus  Madrid:  Der  spanische  Ministerrat
  hat  beschlossen,  gleichzeitig  mit  dem  Jahrgang
  1915  noch  weitere  30  000  Mann  einzuberufen,
  welche  drei  Monalc  lang  ausgebildet

 

und  dann  wieder  entlassen  werden  sollen.  (J.)

Die  Gärung  in  Indien.

Amsterdam,  23.  März.  Der  Wizekönig
von  Indien  hat  über  das  Kaiserreich  Preßund
  Telegrammzensur  verhängt.  In  Vombay
wurden  die  Lokalbehörden  wegen  Unsähigkeit,
die  Ordnung  aufrecht  zu  erhalten,  aus  ihren
Aemtern  zwangsweise  entfernt.  Blatter
melden  aus  Mailand  über  den  Belagerungszustand
  in  Indien,  daß  zwölf  indische  Fürsten
einc’  bewafsneten  Widerstand  gegen  die  englische
  Herrschaft  unternahmen.  (.33.)

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  ·
Die  Reiegslage.
WITB.  Großes  Hauptquartier,
28.  März,  vormittags.  Amtlich.
Westlicher  Kriegsschauplatz.
Sudeülich  von  Verdun  wurden  franzosische
Angrisse  auf  den  Maachörßen  bei  Combres  und
in  der  Woeore  Ebene  bei  Marcheville  nach  hartnackigem
  Kampfe  zu  unieren  (Gurien  ent
ichieden.
Jn  den  Vogesen  um
fanden  nur  Arlillerielumpfe

den

Harimannsweilerkopf
jtatt.
dflicher  Kltiegeschauplag.

Vorflohe  in  Augusiower  Walde
rurden  astca.  zwischen  Pissek  und
Omniew  erfolgten  mehrere  russische  Angriife,
die  sämtlich  in  umerem  Fener  zusammenbrachen.
Bei  Wach  nahmen  wir  Jn  Russen  gefangen.

Oberste  Heeresleitung.

4  2
omwestilchen  Kriegsschaupigtz.
Die  französischen  Flieger  im  Elsaß.
Basel.  238.  März.  Infolge  der  wieder
holten  Fliegerbesuche  ist  die  Stimmung  in  der
Bevollerung  des  Elfaß  sichtlich  umgeschlagen.
Ein  Elsässer  erllarte.  daß  die  Syi  npathien  fur
Frankreich  merklich  schwacker  Keworden  seien:
seibst  in  Kreisen,  wo  man  jonmn  fur  Frankreich
schwärmte,  verurteilt  man  das  Vorgehen  der
französischen  Flieger,  di:  ofsene  Stadte  und
Dörser  beschießen.  (.3.)
Franzosische  Einberufungen.
Paris,  28.  März.  Der  Heererausschuß  der
Kammer  hat  den  Regierungsvorschlag  betr.  Ein
berufung  des  Jahrganges  1917  und  arztliche
Unersuchung  aller  zwischen  dem  1.  Augutt  und
31.  Dezember  1914  als  untauglich  Befun
denen  sowie  der  zuruckgestellten  Jahrgänge  1913

mit  1915  angenommen.  .3.)
Prämien  für  Vernich  ung  deutscher
Luftschiffe.
Genf,  28.  Möärz.  Für  den  Flieger  und

seinen  Beobachter,  der  das  erste  deutsche  Luftschiff
  innerhalb  des  Pariser  Feitungsbezirkes
herunterholt,  hal  der  „Matin“  Preise  von
25,000  und  10  000  Frcs.  ausgesetzt.  (.3.)

 

Wwachslinde  Gärusg  in  Indien.

Französische  Niedertracht.
Berlin,  23.  März.  Wie  die  Verlustliste
*  „Reichsanzeigers“  mitteilt,  sind  der  Leutnant
  der  Reserve  Bernhard  Lammers  und  der
Vizefeldpebel  Hans  Stiller,  beide  von  der
1.  Kompanie  des  Königin-Augusta.  Grenadier=Regiments,
  am  13.  September  1914  von  den
Franzosen,  in  deren  Gefangenschaft  sie  geraten
waren,  völkerrechtswidrig  erschossen  worden.
(3.)
Französische  Gemeinheiten.

WIN.  Berlin,  27.  März.  Amtlich.  Im
„Matin“  sollen  haarsträubende  Schilderungen
deutscher  (bewalttatigleiten  und  Grausamkeiten
gegen  italienische  Arbeiter  im  Induftricbe  zirk
von  Briey  verbreitel  sein.  Bei  angeblich  ungenügender
  Entlohnung  und  Ernährung  sollen
die  italienischen  Arbeiter  gewaltsam  zu  den
schwersien  Arbeiten  gezwungen,  beschimpft,  miß.
handeit  und  eingesperrt  worden  sein,  9  ilalie.
hische  Arbeiter  feien  massalrier:  worden  und
hatien  eigenhandin  ihr  (Grab  graben  mussen,
Kinder  seien  erllochen  dder  erscho#fen,  ilalienische
Geschafldleute  durch  manlose  Kontridutionen  und
Plunderungen  ruiniert  und  der  italienische  Konful
  beichirinft  worden.  Die  Niederträchtigkeit
dieser  durch  die  franzosische  Zeitung  verbreiteien
Behauplung  in  so  offenbar.,  daß  eine  Widerlegung
  uberflusüig  in.

I

dee  Krieg  gegen  Eugland
Vernichlere  seindliche  Schiffe.
Londo  .  23.  Marz.  Die  Küite  von  Porthsawl
  ist  uber  eine  Meile  weit  mit  angeschwemmlen
  Oelfassern.  leeren  Visquitliiten,  Brotlaiben
und  Betten,  wie  sie  von  den  Matrofen  benünt
werden,  bedeckli.  Man  befurchtet,  daß  ein  großeres
  Schifi  verloren  gegangen  i#t.  Einige  Orlsasser
  t'agen  die  Ausichuft  „Croß  Cardiff“.
Der  brilische  Dampfer  „Kill  Ellan“,  von
Sunderland  mit  Kohlen  unterwegs,  meldet,  daß
sich  während  der  Uelerfahrt  aus  unbekannter
Urfache  eine  Ernlosion  im  Schiffsraum  I  ereignete,
  durch  die  daz  Schiff  stark  beschädigt
wurde  und  zwei  Mann  der  Besaggung  verletzt
worden  sind.  Bei  Guernien  i#t  nach  Lloyds
Li#te  ein  verdlichener  Brieumschlag  angetrieben
worden.  Auf  der  Ruckseite  des  Umschlages  stehen
  in  Englisch  die  Worte:  „Oriole  torpediert“.
  Der  I.  Tonnen-Dampfer  „Oriole“
wurde  vor  langerer  Zeit  als  verschollen  er-Der
  Englische  Frachldampser  „Trostlief
  bei  Cap  Spartel  auf.  Mann
der  Besagung  wurden  von  dem  französischen
Kreuzer  „Friam“  und  drei  englischen  Torpedo-Toolen
  gereitet.  Die  ubrigen  87  konmen  insolge
  des  hohen  Seeganges  noch  nicht  gerettet

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