110 Vortrag des Epischen.
Die folgende Erzählung ist einfach, das Zeitmaß gemäßigt,
die Tonstärke mittelmäßig.
(Berichtend.)
Ich hatte eisernes Gerät
Mir eingekauft zu Vaucouleurs;
Ein großes Drängen fand ich auf dem Markt,
Denn flücht'ges Volk war eben angelangt
Mit böser Kriegespost von Orleans.
Im Aufruhr lief die ganze Stadt zusammen.
(Erzählend, etwas lebhafter anhebend.)
Und als ich Bahn mir mache durch's Gewühl,
Da tritt ein braun Bohemerweib mich an
Mit diesem Helm, faßt mich ins Auge scharf
Und spricht:
(Kurz abgestoßen, etwas spitz im Tone.)
„Gesell,. Ihr suchet einen Helm!
„Ich weiß, Ihr suchet einen! Dal Nehmt hin!
„Um ein Geringes steht er Euch zu Kauf!"
(Ruhig, ablehnend.)
„Geht zu den Lanzenknechten“, sagt' ich ihr,
„Ich bin ein Landmann, brauche nicht des Helms!“
Sie aber ließ nicht nach und sagte ferner:
(In der vorigen Tonschattierung.)
„Kein Mensch vermag zu sagen ob er nicht
„Des Helmes braucht. Ein stählern Dach für's Haupt
„Ist jetzo mehr wert, als ein steinern Haus.“
(Erwas lebhafter, im Erzählungston.)
So trieb sie mich durch alle Gassen mir
Den Helm aufnötigend, den ich nicht wollte.
Ich sah den Helm daß er so blank und schön,
So würdig eines ritterlichen Haupts,
Und da ich zweifelnd in der Hand ihn wog,
Des Abenteuers Seltsamkeit bedenkend,
Da war das Weib mir aus den Augen, schnell
Hinweggerissen hatte sie der Strom
Des Volkes, und der Helm blieb mir in Händen.
Die folgende Erzählung ist mehr Beschreibung oder beschreibender
Bericht. Die Tonfarbe ist mäßig lebhaft, die Hauptaufgabe
bleibt klares Auseinanderhalten der einzelnen Sätze.
Ein leiser Anflug von Schmerz, hier und da von Unwillen ist
anzuwenden.