ben dem Kriege wütheten Hunger und Pest. Nordlichter, Kome—
ten am Himmel, Erdbeben und Sonnenfinsternisse auf Erden, ver—
mehrten den Schrecken. Allgemein verbreitete sich der Glaube,
das Ende der Welt sey nahe; denn das erste Jahrtausend wäre
vorüber, wovon die Offenbarung Johannes rede. Da suchte nun
ein jeder nach dem Geiste des Jahrhunderts seine Seele zu retten.
Die Reichen erbauten Klöster und machten fromme Stiftungen, die
Armen legten sich strenge Bußwerke auf. Viele fingen an, in das
Land zu wallfahrten, wo der Helland gelebt und gestorben. Dieses
Land und seine Hauptstadt Jerusalem waren aber damals in
den Händen der Sarazenen, und beimkehrende Pilger klagten laut
über Entwelhung des Bodens und erlittene Mißhandlung. Da kam
auch der Einsiedler Peter von Amiens zurück, und predigte von
Land zu Land von der Schmach Gottes durch die Heiden, von der
Christenpflicht, diese zu rächen, und zur Eroberung Sions zu eilen,
wo Christus zum Weltgerichte erscheinen würde. Papst Urban II.
unterstützte den feurigen Redner, und versprach jedem, der dahin
zöge, Ablaß. Da stromte alles zusammen, Ritter, Knechte, Bischöfe
und Mönche, ja selbst zarte Frauen machten sich auf, nähten
sich ein Kreuz auf ihr Gewand, und zogen Ints heilige Land.
So begannen die Kreuzzüge, 1000. Als Gottfried von Bouillon
Jerusalem erobert (1000), wurde die Begierde noch größer, dahin
zu ziehen, und das heilige Grab zu vertheldigen. Da nahm selbst
der bochbetagte Welf (1100), das Kreuz, und Tausende schlossen
sich ihm an. Die Meisten von ihnen gingen auf der langen Reise,
theils durch Hunger, theils durch der Feinde Schwert zu Grunde.
Wenige sahen Jerusalem. Welf war unter diesen; doch auf der
Heimrelse starb auch er zu Paphos auf der Insel Cppern, 1101.
Ihm folgte in Bayern als Herzog sein Sohn Welf II. —
d. 4.
Dieser blieb dem Kaiser Heinrich IV. nicht lange getreu; denn
als unter den bayerischen Großen das Mißvergnügen über den
Kaiser, der ihnen bei Besetzung seiner Hofämter die Franken und
Sachsen vorgezogen hatte, öffentlich ausbrach, und Sieghard Graf
von Burghausen, der diese Zurücksetzung der Bapern laut mißbilligt
batte, von den begünstigten Höflingen ermordet wurde, gerieth
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