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seinen Hoffnungen auf Vergrößerung entschiedener entgegentraten als die Oestteicher,
für die Königin von Ungarn, und das Mailändische wurde auf diese
Weise gedeckt.
Durch den Rückzug aus Mähren war dem Könige, außer der allerdings
wichtigen Eroberung von Glatz durch den Prinzen Leopold von Dessau
(9. Januar), fast aller Vortheil wieder entrissen, ja der Herzog Karl von Lothringen
war nahe daran, ihn von seiner Verbindung mit Prag, d. h. mit den
französischen und sächsischen Truppen abzuschneiden, wenn er nicht durch angestrengte
Märsche seinen Gegner bei Czaslau aufgehalten hätte. Zu ihm stieß
der Prinz Leopold von Dessau; in und um Chotusitz stellten sich die preußischen
Truppen auf. Beide Heere waren an Zahl ziemlich gleich, das preußische
28,000 Mann mit 88 aber leichten Feldgeschützen, die Oestreicher etwas über
30,000 Mann, von vierzig Geschützen unterstützt. Am 17. Mai ging es zum
Ungriff. Diesmal erwarb sich die preußische Reiterei rühmende Anerkennung,
denn sie zersprengte die feindliche und jagte einen Theil in völliger Auflösung
vom Schlachtfelde. Minder erfolgreich kämpfte das Fußvolk. Letzteres konnte vor
dem unmerschrockenen Andrange der Oestreicher das Dorf Chotusitz, den Mittelpunkt
der preußischen Stellung, nur mit äußerster Mühe behaupten, bis der
König, welcher im zweiten Treffen stand, mit richtigem Blick sich einer Höhe
bemächtigte, von wo aus er ihren rechten Flügel mit seinen Geschützen bestrich.
Dies gab den Ausschlag; der Herzog mußte das Schlachtfeld räumen und zog
sich, wiewohl in guter Ordnung, hinter Czaslau zurück. Eine lebhafte Verfolgung,
die dem Feinde hätte verderblich werden müssen, unterblieb, wahrscheinlich
weil der König schon den Abschluß eines Friedens mit seiner Gegnerin in
Aussicht hatte.
Dieser Kampf bei Czaslau oder Chotusitz war die zweite Feldschlacht,
welche der König in dieser seiner Lehrlingszeit in dem Waffenhandwerke lieferte.
Hier hatte er schon mit Umsicht die Fehler der Feinde benutzt und mit Ruhe die
Bewegungen seiner Truppen geleitet, doch dankte er auch diesmal der äußerst
umsichtigen und beharrlichen Tapferkeit eines seiner Generale, nämlich dem Prinzen
von Dessau, den glücklichen Erfolg des Tages. Als eine Besonderheit darf
hier angeführt werden, daß in dem Augenblick einer ungünstigen Wendung des
Gefechtes der Feldprediger Seegebart eine Schaar preußische Reiter zum neuen
Angriff gegen den Feind führte. Der Sieg war errungen, aber nicht ohne schwere
Opfer, denn die Preußen hatten nicht viel weniger Todte und Verwundete als
die Gegner; doch 1000 Gefangene und 18 eroberte Geschütze bezeugten den
Gewinn der Schlacht.
Auf diesen Sieg gestützt durfte Friedrich nun mit Recht von seinen Bundesgenossen
eine größere Thätigkeit verlangen, doch weder Franzosen noch Sachsen
waren zu bedeutenderen Anstrengungen geneigt; man mißtraute sich gegenseitig,
und Jeder suchte auf des Andern Kosten seinen Vortheil. Von allen Seiten her
wurde Friedrich vor den Franzosen gewarnt; auch war er keinesweges vor einer