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dürfe. — Manche dieser Offiziere wurden freilich dafür auch aurüchig;
doch stolz im Gefühl treuer Pflichterfüllung und in dem Bewußtsein, es
mit König und Vaterland wahrscheinlich am redlichsten zu meinen, ertrugen
sie geduldig Verfolgung, Kränkungen und Maßregelung, mit welchen sie
freilich nicht verschont wurden.
Leider war es nöthig, hier, wenn auch nur in blassen Farben, ein
Bild davon zu geben, wie es damals in der Armee zuging. Es ganz treu
wiederzugeben muß vorläufig noch der Geschichte überlassen bleiben,
welcher die Quellen nicht fehlen werden. Zum Wohle Preußens und
zum Besten der Disciplin in der Armee hörte das Treiben noch zu
rechter Zeit auf, als Besonnenheit zurückkehrte und der Zweck — erfüllt
war. Aber es mußte darauf hingedeutet werden, um es erklärlich zu
machen, wie in dieser aufgeregten Zeit an einigen Orten ein gewisses
Schwanken und Wanken in der treuen Pflichterfüllung auch bei unserer
besonnenen Landwehr sich kund geben konnte, so daß man es wagen
durfte, an mancher Stelle ihre Gesinnung zu verdächtigen. Gab es
doch noch ganz andere, als unsere ehrlichen Wehrmänner, welche damals
über das, was man denn eigentlich wollte, und über die Zwecke, welche die
Treiber erstrebten, endlich irre wurden, und am Ende denn voch argwöhnten,
es könnte unter denen, welche stets Gott, König und Vaterland
im Munde führten, doch auch viele geben, welchen es nicht um den Vogel,
sondern nur um das Nest zu thun wäre, in das sie ihre „erkämpften“
Privilegien und Vorrechte recht warm und fest einbetten und ihre Kukukseier
hineinlegen könnten, in der sichern Voraussicht, daß ver einfältigen
und gutmüthigen Bachstelzen und Grasmücken noch genug vorhanden sein
würden, sie gefälligst auszubrüten. —
Dieses Schwanken zwischen dem unklaren Gefühl des Bürgers und
ver auferlegten Pflicht des Soldaten dauerte indessen nicht lange, und
auch unsere Landwehr hielt sich brav, wo nur der rechte Führer zur
Stelle war. Sie stellte sich bereitwillig und kam wieder und wieder, und
gewiß an ihrer Gesinnung und ihrem guten Willen lag es nicht, wenn
die Demonstrationen mit den großen Heeresaufstellungen zu nichts weiter
führten, als zu den großartigen Resultaten von Ollmütz und Bronzell.
Freilich marschirten viele mißmüthig nach Hause zurück; manche argwöhnten
sogar, daß sie zu einem ganz andern Zwecke einberufen wären, als
die Ehre des Vaterlandes gegen Außen zu vertheidigen, da es immer und
immer wieder zu Nichts kam; und Frau und Kind, vie in ihrer Abwesenheit
gedarbt und oft schon die Saat-Kartoffeln verzehrt hatten, verhinderten natürlich
nicht, daß dieser Mißmuth sich steigerte, wenn der frei gebliebene,