Full text: Amtliche Kriegsdepechen Band 6 (6)

zukommen zu lassen, ausnahmsweise das Einverständnis gegeben, aber die Zedingung daran 
geknäpst, daß das Auslaufen nicht spaäter als Millernacht vom 10. zum 11. Februar geschehen 
dürfe. Auf diese Weise konnten die Schifse in der allen U.Booten bekonnien Schonfrist, die in 
der Nachi vom 12. zum 13. Februar ablief, das Sperrgeblef mit voller Silcherhelt verlassen. 
Die holländischen Reederesen nahmen dieses Angebot mit Dank an, waren aber aus unbekannten 
Gründen außerstande, ihre Schiffe rechtzeitig aus England herauszubringen. Sie ermeuten ihre 
Bitien um Gewährung elner Ausfahrtsmöglichkeit zu einem späteren Termin. Daraufbhin ist 
ihnen mltgeleilt worden, ihre Schiffe könnten entweder In voller Sicherheit am 17. März 
oder mil nur relativer Sicherheit am 22. Februar auf elnem bestimmten Wege Dartmouth 
und Falmonth verlassen. 
Von diesem Angebot wollten 18 Schiffe om 22. Februar Gebrauch machen und den Weg 
in gemeinsamer Fahrt zusammen zurücklegen. Diese Nachricht ging am 16. Februar in Berlin 
ein. Den Reedern dieser 18 Schisse wurde darauf nochmals ausdräücklich mitgeteilt, daß für 
den 22. Februor keine unbedingte Sicherheit gewährleistet werden könne, da es ungewiß sel, 
ob alle in dem zu passierenden Gebiet arbeitenden Unterseeboote den funkentelegraphischen Befehl 
erhalten würden. Dabel wurde auch betont, daß gegen Minengefahr außerhalb der angegebenen 
Kurslinien überhaupt keine Gewähr übernommen werden könne. Anscheinend haben schließlich 
8 Schiffe das Rissko der Fahrt auf sich genommen. Wenn die holländischen Nachrichten zu- 
treffen, daß diese 8 Schifse zugrunde gegangen sind — eins davon soll an der englischen Küste 
auf Minen gelaufen, die onderen sseben am Nachmittag des 22. Februar auf der verabredeten 
Kurslinie vernichtet worden sein —, so wird dies tief bedauert, ober die Berantwortung dafür 
trifft die Keeder, die es vorgezogen haben, före Schiffe nur aus relativer Sicherheit am 
22. Februar herauszuschicken, anskatt bis zum 17. März zu warten, zu welchem Zeitpunkt ihnen 
volle Sicherheit zugesagt war. 
Eine Meldung unserer U. Booie liegt noch nicht vor. (W. T. B.) 
Keine größeren Kampfhandlungen. 
Berlin, 24. Februar, abends. (Amtlich.) VDon keiner Front sind größere 
Kampfhandlungen gemeldet. (W. T. B.) 
Vorskoß in die feindlichen Stellungen bei Liécoin. — Ein fran- 
zösisches Luftschiff abgeschossen. 
Großes Hauptaquartier, 25. Februar. 
Westlicher Kriegsschauplatz. Südlich von Upern, sowie zwischen Armentidres 
und Arras wurden mehrere, teilweise nach starkem Feuer einsetzende Borstöße der 
Engländer abgewiesen. 
Erkundungsaufträge führten unsere Stoßtrupps westlich von Liévin bis tief in die 
feindliche Stellung, in der Gefangene gemacht und Zerstörungen vorgenommen wurden. 
Im Somme-Gebiet war zeitweilig der Geschützkampf lebhaft, vornehmlich zwischen 
Sailly und Zouchavesnes. 
Oestlich von St. Mihiel blieb eine französische TUnternehmung erfolglos, eine 
eigene, im mehr der Mosel zu gelegenen Waldgebiet, brachte 12 Gefangene ein. 
Bei Lusse am Westhang der Vogesen holten unsere Sturmtrupps 30 Mann aus 
der französischen Stellung.