Full text: Archiv für öffentliches Recht.Neunter Band. (9)

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und nicht nur die Feststellung von Verlust oder Beschädigung 
ohne Verzug nach der Entdeckung nachgesucht, sondern auch 
bewiesen wird, dass Verlust oder Beschädigung in der Zeit seit 
Empfangnahme bis zur Ablieferung des Guts entstanden sind. 
Der Anspruch des Frachtführers verjährt nach Massgabe Art. 386 
in einem Jahr. 
Der Entwurf, $ 59, legt der Bezahlung der Fracht gar keine 
Bedeutung bei und mit Recht, weil die Fracht jetzt häufig unter 
Umständen bezahlt wird, welche keinen Schluss zulassen auf 
die damit ausgesprochene Anerkennung der Ablieferung des Fracht- 
guts in unversehrtem Zustande; es mag nur auf die jetzt auch 
im Binnenverkehr häufig vorkommende Vorausbezahlung der Fracht 
verwiesen werden. Er lässt vielmehr nach Annahme des Guts 
Ansprüche wegen theilweisen Verlusts oder wegen Beschädigung, 
welche äusserlich erkennbar waren, nur noch zu, wenn vor der 
Annahme der Zustand des Guts durch Sachverständige nach 
Massgabe H.G.B. Art. 407 festgestellt ist. Für Verlust und Be- 
schädigung, welche bei Annahme des Guts äusserlich nicht er- 
kennbar waren, lässt er den Frachtführer überhaupt nicht mehr 
haften, wenn nicht innerhalb vier Wochen die Feststellung des 
Verlustes oder der Beschädigung nach Vorschrift des Art. 407 
H.G.B. nachgesucht ist, was ohne Verzug nach Entdeckung des 
Verlustes oder der Beschädigung, welche erweislich in die Zeit 
von der Empfangnahme bis zur Ablieferung fallen, zu ge- 
schehen hat. 
Eine Ausnahme zu Gunsten des Ladungsbetheiligten wird 
nur gemacht, wenn dem Frachtführer bösliche Handlungsweise 
einer Person der Schiffsbesatzung entgegen zu halten ist. Nach 
der vielleicht nur ungenauen Redaction des $ 59 würde die Aus- 
nahme nur stattfinden bei äusserlich erkennbaren Mängeln, es 
ist aber wohl die Meinung des Entwurfs sie auch bei äusser- 
lich nicht erkennbaren Mängeln gelten zu lassen. 
Das System des Entwurfs verdient als die Verkehrsicherheit 
fördernd volle Billigung. Die vierwöchige Frist noch weiter ab- 
zukürzen, empfiehlt sich nicht. 
Zu B. Im Seerecht ist es ein von jeher anerkannter und in
	        
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