Metadata : Dokumente aus den russischen Geheimarchiven.

die  Königliche  Familie  sich  aufhalten,  ständig  russische  Offiziere  und  Soldaten
dejourieren  zu  lassen.  damit  unsere  Soldaten  uud  Mänifestanten.  wenn  sie  .lort
eindringen  sollten,  sich  nicht  ausschließlich  rumänischen  Truppen  zegeniüber
befinden,  was  die  Wahrscheinlichkeit  eines  bewaffneten  Zusanımenstoßes  vermindern
  würde,  Außerdem  bet  der  französische  Gesandte  die  Ililfe  der  französischen
  Instrukteure,  Soldaten  und  Offiziere  an,  falls  die  russischen  Soldaten
Kundgebungen  veranstalten  sollten.  Der  italienische  Gesandie.  der  mir  die
obigen  Mitteilungen  machte,  erklärte  mir,  daß  man  mich  zu  «liesem  Schritt  der
Gesandten  deshalb  nicht  hinzugezurren  habe,  weilman  mich  nicht  in  eine  schwierige
  Lage  gegenüber  dem  verantwortlichen  Gehilfen  des  Oberkominaudierenden
bringen  wollte.  Über  die  Lagr  in  Jassy  kaun  ich  nur  mitteilen,  daß  nach  Auffassung
  des  Generals  Stscherbatschew  es  ihm  infolge  der  Mahnungen  seitens  der
Führer  der  Truppenteile  und  der  Delegierten  gelingen  werde,  die  für  morgen
erwartete  Manifestation  zu  verhüten.  Morgen  werden  drei  Aufrufe  an  die  Truppen
  und  die  Bevölkerung  in  russischer  und  rumänischer  Sprache  erscheinen.  Sie
gehen  von  General  Stscherbatschew.  der  rumänischen  Regierung  und  Professor
Jorga  aus.  Alle  drei  sind  in  sehr  friedlichem  Ton  gehalten,  aber  es  darf  nieht
übersehen  werden,  daß  die  Stimmung  hier  noch  schr  erregt  ist.  Die  mir  von
unseren  Militäragenten  zugegangenen  Ägenturnachriehten  sind  höchst  weunruhigend.
  Es  ist  darin  die  Rede  davon.  daß  die  rumänische  Regierung  entsehlossen
  sei,  einer  Einmischung  in  ihre  Angelegenheiten  mit  Waffenzewalt  zu
hegegnen  und  alle  Kundgebungen  in  der  Stadt  gewaltsam  zu  verhindern.  Bei
näherer  Prüfung  aber  erwies  es  sich,  daß  diese  Angaben  übertrieben  waren,  Sie
hatten  ihren  Ursprung  offenbar  in  den  von  den  deutschfreuntdlichen  Elementen
verbreiteten  Gerüchten,  die  sich  mit  allen  Kräften  bemühen,  eine  Verschärfung
der  schon  ohnehin  gespannten  Beziehungen  zwischen  Russen  und  Rumänen  hervorzurufen.
  Streng  vertraulich:  Gestern  abend  habe  ich  in  einer  längeren  Unterredung
  mit  Take  Jonesceu  für  Rumänien  auf  die  Gefährlichkeit  des  geringsten
Zwischenfalles  hingewiesen,  sobald  derselbe  zu  einen  bewalfneten  Zusammenstoß
  führen  sollte.  Heute  erhielt  ich  die  berubigende  Nachricht  von  ihm,  daß
der  Ministerrat  beschlossen  habe,  in  keinem  Falle  Walfengewalt  geren  die
Russen  anzuwenden.  sogar  dann  nicht.  wenn  sie  in  den  Palast  eindringen  sollten,
und  daß  der  König  diesen  Beschluß  gebilligt  habe,  aus  Fureht  aber.  daß  diese
Nachricht  zu  den  Truppen  gelange  und  sie  zu  irgendeinem  unerwünschten
Streich  veranlassen  könnte,  bat  mich  Take  Jonescu,  sie  streng  geheim  zu  halten.

gez.  Mossolow.
(Prawda  vom  31.  Januar  1918.)

GeheimtelegrammdesGesandteninJassy.
6.  Mai  1917.  Nr.  585.
Der  heutige  Tag  ist  ohne  Kundgebungen  der  Soldaten  verlaufen.  Der
König  ist  an  die  Front  abgereist,  wo  er  einige  Tage  verbringen  wird.  Die  Veröffentlichung
  der  Aufrufe  hat  auf  die  Bevölkerung  und  die  Truppen  sichtlich