Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

Aummer  16

seit  Tagen  Fileleelligungen  sertiggestemt  worden.
  Man  kann  beobachten,  wie  entlang  der
Grenze  Schützengräben  erstellt  und  rahtrerhaue
  angelegt  werden.  Namentlich  über-  u  doꝛt,
wo  die  französisch-schweizerische  Grenze  nicht  durch
den  Doube  gebildet  wird.

□  s  I
Wams-DIESES
Der  Beginn  der  Tutenteofsensive

bevorstehend

Basel.  19.  Jan.  „Daily  Chroniele“  schreiot
zu  den  Neuyorker  Meldungen  von  neuen  Friedensschritten
  Witsons.  daß  England  jederzeit
Vorschläge  anhören  werde,  das  aber  die  Vorbereitungen
  an  den  englischen  Fronten  ber##tt?

so  weit  gediehen  seien,  daß  man  jeden  Tag  mit:  es

 

tem  Losschlagen  der  Entscheidungsoffensive  die
i  U.  Botssallen  neutrale  Farben  in  grödste:  Weise
  nußbrauchen,  um  ihre  Geschütze  gefahrlos  auf

ses  Krieges  rechnen  müsse.
Die  sarbige  Hilfe.

Paris,  19.  Jan.  Die  Kammer  hat  ein
slimmig  einen  Antrag  2  D'aane  angenommen,  in
Welckem  gegen  das.  der  itscte  Verlangen  Eimpiuch
erhoben  wird,  daß  die  farbigen  Truppen  ron
den  Schlacktseidern  ausgeschl.  ssen  würden,  w
es  um  das  Schitsal  des  Vaterlandes,  der  Zirn
iation  und  der  Freiheit  der  *  It  gehe.  Dingne
ertlärte,  dic  URnterdluckung  der  Silavere-  rean.
fertige  den  Protet  der  #lonal  Oluntier
ben  diese  nicht  für  Frankreic.  sondern  sur  dnan
Auslaad  abgaben.  um  zu  lekunden,  daß  alle
Ninder  Frankreichs  ohn:  Untersch  ed  der  Carte
sich  etheden,  um  mit  ihm  das  game  enfoliche
meihlech!.  zu  ketten.  Viv  am  schloh  jla.  na##en
der  Regierung  diesen  Worten  an.

Pach  zuverl  issigen  Mitteilungen  und  Berechnungen
  haten  unse.e  Geine  a.i  der  Wellfront
5½0  006  Mann  farbige  Truppen  aufgedracht,
aus  der  me  azedonisd  chen  Front  12  .000  ins
gc##amt  also  #00  Mann.  Daron  lommen
auf  die  on  Frankoch,  aufgesieilnen  Tru##  u
###urner  ,0  Ma.m,  ani  ½  Tis
u  Oro  Mann,  wobei  v#n  der  Gesamtiayl  "0
angenbl  dlichen  Mam#sbaftebestandes  die  großen
Velluste  ar  zurech:  ziind.  Bis  zum  Tu#ay
1916  standen  in  Fran  ireich  .  5000  Mann
sarbige  Truppen.

 

 

—

 

Eine  Anleihe  in  Indien.

London,  19.  Jan.  Reuter  meldel:  Das  indische
  Amt  erläs:  folgende  Erklärung:  Seit
Kriegebegim  hat  die  indische  Regie  rung  wiederholt
  mit  dem  FTlaatsselretär  für  JIndien  die

Krage  ekörkert,
besondere  indische  Kricgsanleihe  aufzubringen.
Es  ist  jebt  besc.  lossen,  worden,  für  das  Jahr
1917  18  eine  selche  Auleihe  aufzunehmen.
Gründe  dafür  werden  im  kommenden  indischen
Etat  ausfuhrli,  dargelegt  werden.  Der  gesamte
Erlös  wird  der  Negierung  des  Königs  übergeben
  werden.  um  ihr  bei  der  Weiterführung
des  Krieges  behililich  zu  sein.  Die  Höhe  der
Auleihe  wird  unbegrenzt  sein.

*
Vie

9  1  1
K.  ·  »»--.».
DAMde  Mc.
-.Ju-u:sq1cF»rLcnal-UoI5».llc.
Berlin,  19.  Jan.  Am  12.  Jannac  sichtele
eines  unsercr  Unterseel  beote  im  en:  Mffen  n  Kanal
einen  Dampf  ser  und  sorder  te  ihn  durd,  Signai
auf,  zu  floppen  und  ein  Boot  zu  eiltienden.  Er
wurden  dentlich  die  däuiscen  Nemtralltacsab.
verben,  bie  dänisere  Flaange  und  ##  in  geosen
weißen  Buchstaben  aufgemalten  Wote  „Kai
pll  Nach  geraumer  Zeit  w#.de

eriannt.

die  Togter  des  Helmaltosen.

Kriminalroman  von  A.  Ostland.
5)  K#„3  C  “*vv
waren  die  c  «c1  Worle,  welche  Hans
Lechner  von  i#l#m  lind  es  gind  ibm
sonderbar  lrun  E  d:ler  eigentiünilich
weichen,  lieien  Männerstimme.  er  f.  thlte,  daß

   

  

vei.

 

 

 

diese  Siimme  Vil  gewann  über  10n.  Ar-  ich
dus  reine,  gule  Gorzdeitte  impenierte  ihm
stark.  Die  elrgente  L  des  Gebarens  machte

ihn  vollends  ung  9e1.

Der  Sprrier-P  tnrt  1  sernt  langsam  •1½  der
Ecke,  wo  er  i(ine  r  seine  Tasc#e  dergesiellt
  hatte.  CEn  *  6  sie  auf  und  eun
ihr  eine  große  S  Uinenbuchse.  eine  Dose  mit
Kaviar,  laltes  O  Fel.  Daun  brachte  er  drei
rotversiegellte  Dio  jchen  zum  Vorschein.

Mar  Langmann  schnalzte  mit  der  Zunge.

„Das  ist  was  Cxtrafeines!“  sagte  er  bewundernd.
  „Heiligenkreuzer  Strohwein!  Na
ja  —  der  Poldi  –

Der  andere  nahm  keine  Notiz  von  seinem
Gerede.  Er  grift  noch  einmoal  in  die  Tieje  der

Tasche.

„Dier  —  ein  eihler  Chortreuse.“  sagte  er
elafen,  „direkt  nur  für  die  herrichaftliche  Tafel.
Aber  er  schmeckt  schon  auch  anderen  Leuten!
Möchte  wissen,  weshalb  just  nur  die  hochgebornen
Herrschaften  ein  Patent  auf  alles  Feine  und
Bute  babeh  sollen!  Unsereiner  versieht's  geradesogut!“


EAr  lachte  verächtlich.  und  dabei  sah  sein
Gesicht,  alsdlich  förmiich  kalt  a
mann  nickte,  enttorken  die  Flaschen

  

a#-sfs

 

—  ———

 

und  schese  ein.  Wie  schweres,  flüssiges  Gold,

,  liche  Meldung  besagt:

NRosen  selmer  Anzeiger.

am  Bug  des  Dampfers  ein  Ruverboot  sichtbar.
Der  Unterseebootskommandant  glaubte  numnehr
einen  harmlosen  dänischen  Dampser  ror  sich  zu
haben  uno  näherte  sich  ihm.  Plötzlich  zieß  der  nur
nodl,  einige  Hundert  Meter  entfernte  Dampsfer
seine  Maskierung  fallen.  Die  Planken  rom  ache
teren  Ruderhaus  fielen  herab  und  es  wurde  ein
Geschün  von  10—15  Zentimeter  Kallber  licht.
bar.  über  welchem  die  dänische  Flaqge  wehen
blieb.  Gleichzeitig  sielen  aus  mehreren,  bis  dahin
  unsichtbar  gebliebenen,  in  der  Breitscile
oder  vo#n  ausgestellten  Geschützen  mehrere  Schüf.
se.  die  in  unmittelbarer  Nähe  des  Unterseebootes
einschungen.  Es  gelang  diesem  ducch  schnelles
Tauchen,  sich  der  Gesahr  zu  entziehen.  Inzwischen
  wuroe  einwandfrei  festgestellt,  daß  der#tat.
sächlich  vorhandene  Dampser  „Kai“  bie  zum  13.
Jamar  (also  einen  Tag  nach  dem  Voxfall)
im  enalischen  Kasen  Sunderland  geletzen  hatte.
Es  kann  also  leinem  Zweisel  unterlicgen,  daß
sich  hier  wieder  um  einen  iener  schamlosen
Fälle  handelte,  in  denen  englische  2  Dat#pfe  als

deutsche,  in  der  Ausubung  des  legitlmen  Handelskricges
  begriffene  Krieg-sahrern  Je  zum
Schun  zu  bringen.  Daß  dieser  Dampfer  es  nicht
einmal  für  nötig  gehalten  hat,  de:  Eröffnung
des  Feuers  die  dänische  Flaagge  herunter  3½  Dolen,
  sondern  unter  wehernder  dänischer  Flagze
geschossen  hat,  setzt  der  ganzen  verericherischen
Handlungsweise  die  Krone  auf.

Die  Versenkung  der  „otuwallis“.

Berlin,  19.  Jan.  Die  von  Renter  am  11.
Jannar  amtiich  gemeldete  Verseimunz  des  Sinienick
  iffes  „Cornwallis“  wird  nun  auch  vom:
beutschen  Admiralstab  belanmn  gegeren.  Die  amt-Eines
  unierer  Untersee.
horote.  Kommandem  Kapitänleulnant  Larto#ig,
rersenkte  am  9.  Jannar,  sechzig  Seemelten  sũd·
üiiliu,  Malta.  das  durch  leichte  Slte  el,räfte  .
füherte  eglische  Winieuf  schiif  „CGornwaiils“

7,200  To.)  durch  Torpedoschuß.

 

Ruf  sche  Anmenschlichken
Verlin,  6.  Jan.  #ährend  die  Enoländer
bisher  Mieiser  in  der  Mißba:  ldlung  deuischer
Offlziere  (Var#longpton,  ng  Stephen-Tälle;
  und  die  Nussen  in  der  grausamen  Behanbiung
  gefangener  deutscher  Soldaien  zu  sein  schie

nin,  liegt"  ietzt  ein  Beweis  dafür  vor,  daß  auch

ob  es  münschenswert  sei,  eine

––—

die  Rusen  in  der  Behandlung  deutscher  gesen-.
dener  #  Offijiere  nicht  riel  mehr  Ansland  galen,
als  ihre  großritannischen  Bundergenossen

Der  Leutnant  zur  See  Killinger,  welcher  als
Marineflieger  im  Ollen  tätig  war,  wurde  im
Aprii  1915  bei  cinem  Aufllärungeoflug  mit  dem
O  Oberleutnant  von  Gorissen  von  den  Rusi  en  ab.
geschosien  und  flurzte  mit  der  Maschine  ins  -
ser.  Nach  dreistündigem  Treiben  in  dem  mit  Eirollen
  bedecklen  Wasser  wurden  die  beioen  Offi.
ziere  von  den  Russen  ausgeff  ijcht.  Nachdem  sie
nuch  mehrstündiger  Fahrt  auf  dem  Waster  an
Land  gebracht  waren.  transportierie  man  die
Deuschen  in  ihren  nassen  Kleidern  auf  offenen
Leiterwagen  im  Schn  ege  öber  nach  Liban.  Ihre
Hände  hatte  man  mit  Telephon  D#ahlen  auf
den  Rücken  und  die  Füße  kreuzmeise  ebenfalls
mit  solchen  Drähten  so  gesessell,  daß  ihr  linker
Fuß  an  der  rechten  Sprosse  des  Wugens  und
be:  rechte  an  der  linken  Sproifse  befei#lat  wurde.
Vor  allem  gab  man  ihnen  auch  keine  Gelegenheit
und  Zeit.  ihre  Kleider  zu  trocknen,  und  nur  ein
russischer  Admiral  erbarmte  sich  der  Schiff.
brüchigen  und  schenlte  ihnen  usa  umen  ein  Un.
recbeinticid,  weldjes  die  beiden  Ojiuiete  abweaselnd
  runen.  Von  Liran  wurden  bie  beiden  Sec.
eoffüuncre  sofort  ube:  Wlna  nac  Peteröburg  geso

  schimmerte  der  Wein  in  den  Gläsern,  welche
auch  der  Spieler-Poldl  mitgebracht  hatte.  Hans

Lechner  schüttelte  sich,  wie  in  einem  jähen  Fro#t
gefühl.  Der  Kopf  war  ihm  so  eigentümlich  benommen.
  Am  besten  wör's  schon,  wenn  er  gar
nichts  krinken  würde.

Aber  da  schob  Langmann  ihm  bereits  das
Glas  zu.  Und  fast  ohne  zu  denken,  führte  er
es  an  die  9  D#oben.

Pei  ftz  Wein  war  mehr  als  gut!  Der
tat  wohl!  Worm  und  leicht  wurde  einem  dabei,
  und  man  berbatt.  daß  das  Leben  so  hart
war  r—  B.  abscheu
8  fiebernde,  junge  Weib
jählind  auf  —

Poldi  Spieler  horchte.

„Felig  1!“*  wiederholte  er  dann,  wie  nachsinnend.
  „Der  Name  bringt  mich  auf  mein
Thema!“

„Ich  bitt'  dich,  red’  net  so  fein!“  schob
Langmann  ein.  „J  vertrag'’  das  net  gut.“

„Wirst  dich  schon  daran  gewöhnen“,  entgegnete
  der  andere  kaltblütig.  „Wer  mit  mir
umgehen  will,  der  muß  sich  in  meine  Art  finden.
24  ändere  mich  nicht.  Also:  Felix  heißt  auch
ohn  von  meinem  Herrn  Baron.  Felix

ch  nich  eres,  a
d  Nacht  zu  jtudleren.  Bbitertunde.
Nun  —  —’  versteht  davon  nichts.  Aber  es

eh  r  G

Kt  der  Wilsenschaft  letn,  r  Junge  Baro
Nun  aber  ist  er  seit  ls  elnem  r—
Jahre  sort.  In  A  süta.  ra  eine  Epedutan
ausgerüstet  und  will  bis  üef  in  has  unersorichto

 

Gesicht  zubörte.
elebrtes,  und  er  soll  ja  eine  «

Alber  natürlich:

 

Sonntag,  21.  Janzar  1912

 

bracht.  nachdem  ihnen  von  Libau  ah  immer  wider
  eröffnet  worden  war,  daß  sie  als  Räuber
vehandelt  und  gehängt  werden  würden.  -m  Perersbura
  kamen  die  beiden  Offiziere  in  El  tI
haft  in  eine  Kerkerzelle  in  der  berüchtioten
ter  und  Pauls  Festung.
ebenso  wie  von  Gorissen  6
ge##lten.  Nur  während  der  ersten  8  Tau=  durfte

er  eine  Stunde  täglich  in  einem  lleinen  Gefange

nenhofe  an  die  frische  Luft.  Auf  Killin  upers  Pre  P#
test  gegen  diese  würdelose  Behandlüng  ein
triegsgefangenen  Offiziers  gab  ihm  der  beni
ĩicht.  gende  russische  Offizier  zu  verstehen,  daß
Killingers  Lage  sich  sofort  verbessern  würd.,
w#len  er  bei  dem  Verhör  Aussagen  machen  würde.
  die  für  die  Russen  von  Wert  seien.  Man  versuchte
  also,  durch  Erpressung  einen  Kriegsgesangenen
  zum  Hochverrat  zu  zwingen.

Nachdem  die  Russen  endgültig  eingesehen  hat.
ten,  daß  sie  von  einem  deutschen  Offizier  auf
diesem  Wege  nichts  erfahren  konnten,  wurde
Leutuant  Killinger  nach  Libau  abtransportiert.
Die  Begleitmannschaften  eröffneten  ihm  wäh.
rend  der  Reise,  daß  er  zur  Zwangsarbeit  in  den
Berpwerlen  Sibiriens  „begnadigt“  sei.  Die  Behandlung
  in  den  verschiedenen  criegemenl,
gern  spottete  zum  Teil  jeder  Beschreibng.
dem  Gesangenenlager  vron  Omek  waren  d  rt
siziere  zu  50  und  00  in  einem  Naum  zucsnen
gebracht.  Es  gab  weder  Matratzen  noch  Bette
und  alles  wimmelte  von  Ungeziefer.  *“
demilich  traten  Flecksieber  und  Cholera  auf,  denen
Lesonders  unter  den  Mannschaften  viele  zum
Opser  sielen.  Für  die  insgesamt  300  Offiziere
gab  es  nur  eine  dedurnigan  talt,  die  offen  mitten
  aus  dem  Hofe  lag  und  von  welcher  der  Unras
  niemals  wengesch  afft  wurde.  Das  Gefanornengehalt
  für  Offiziere  mar  auf  510  Rubel
festgesetzt,  von  welchem  man  sich  selbst  zu  verpfle.
gen  hatle.  Diese  Summe  wurde  zum  großen  Teil
non  den  Russen  unterschagen  und  als  Repressalie
vegen  Deutschlands  angeblich  schlechte  Gesan-P#nbelandiung
  bis  auf  18  Rubel  herabgeient.
Nur  mit  Hilse  der  Oesterreicher,  die  von  den  Rul
sen  eiwas  mensch.  icher  behandelt  wurden,  war  s
den  Deutschen  „möglich.  ihren  Lebensunterhalt
zu  beschaffen.  Für  einen  Teller  Suppe  mußte
man  z.  B.  1  Rubel  an  den  staatlich  beltelllen
Pantinenwirt  zahlen.

Tie  deutschen  O  ffiziere  wurden  meistens  nur
in  Viehwagen  befördert  und  bis  zu  30  in  einem
Wa  en  zusammengepfercht.  Bei  der  Kälte  des
sibiriscken  Winters  und  der  Länge  des  Transportes
  hatten  die  bedauernswerten  Kriegsgefan.
genen  Entsetzliches  zu  leiden.  Die  Russen  nahmen
bhabei  selbst  auf  Vermundete  und  Kranke  nicht
die  leiseste  Rücksicht.  Auch  sie  wurden,  wie  die
Gesunden,  in  Viehwagen  transportiert  und  blieben
  tagelang  ohne  ärztliche  Hilfe.

Leulnant  Killinger  ist  auf  einem  solche
Transport  enlflohen  und  nach  einer  abenteuerlichen
  Flucht  über  China  und  merita  nach

Deutichland  zurückgekehrt.

 

Beruihte  Nanoschan.

Der  Reichslag.

Ter  Reichslag  dürfte  voraussichtlich  am  13.
Februar  wieder  zusammentreten.

Die  Spaltung  in  der
Sozialdemokratie.

Der  Parteiausschuß  der  sozialdemokratishen
Partei  beschäftigte  sich  in  seiner  Sitzung  am  Donne#lstag
  mit  den  Sonderbestrebungen  oer  sozialdemolratischen
  Arbeitsgemeinschaft,  im  besonderen
  der  Einberufung  einer  Reichekonferenz  seitens
der  Onposition.  In  dec  am  Schlusse  angenomuunnen
  Resolution  des  Parteiaueschusses  helz##es

Innere  vordringen.  Vielleicht  baben  ihn  se  on
die  Wilden  dor  ausgefressen.  Seit  fünf  Monaten
  hat  niemand  mehr  frgendeeine  Nachricht
von  ihm.  Er  ist  der  einzige  fßtr  Maioratoerve.
  Kein  Wunder,  daß  der  zus  r*
eine  tolle  Angst  hat.  Und  erst  die  Frau!  Die
liegt  stondenlang  auf  den  Knien  in  der  Schloßkapelle
  und  bittet  unseren  Herrgott,  daß  er  ihr
den  Felix  wieder  gesund  beimkehren  sebtem
Poldi  Spieler  lachte  aus;  ein  selt
hobnvolles  Lachen  war  das,  scharf  zeeen
ie  Frau  Baronin  könnt'  es  auch  schon
wissen,  daß  man  dem  Schicksal  nichts  abtrotzt“,
fuhr  er  sort  und  steckte  in  tadelloser  Weise  eine
Kaviarschnitte  in  den  Mund.  .„Wenn's  1%  ein
will,  dann  kommt  der  Junge  zurück.  Und
nicht,  dann  modern  seine  Gebeine  nriech
schon  irgendwo  im  Wüstensand.  s  ist  la
alles  eins.  Einer  mehr  —  einer  weniger.  #2
ist  so  Gteichgürzig.  Aber  eines  ist  nicht  gleich:
Spanne  Zeit  genießt,  die  Enein

daß  man  die
gegeben  t.  ist.  E*i  so  recht  aus  dem  vollen.
zebe  n  wie  ein  Kavalier,
Pielen.  14  *
Spleier  scwieg  plötzlich  und  fuhr  sich
-zus  *  r  Hand  über  die  staylhart  blitzenen
  Aug

„  Mutter  hat's  immer  gesagt“,  ube
er  dann  leiser  sort,  eigentlich  nur  zu
Lechner  gewendet,  der  mit  einem  e

-Im  mer  hat  sle's  gesagt:
Hinauf  mußman  Sie  selbver  war  ein  dlutarmes

  el.  Hat  dann  gedient  in  einem

seinen  Haus  als  Kammerjungfer.  at  dem

btern  Sohn  ausnehmend  gut  gefallen.  Ja.

Geheiratet  hart  er  eine  anders,

eine  reiche,  eine  aus  feinen  Kreisen.  Ich  bi#n

Hier  wurde  Alunger
en  gefängen.

„Das  ist  die  Hründung  elner  Sinber.
nutttl  7  g  dr  itz  er
er  Ar  ——  t  und  ihr  An  5mt
S

 

süich  von  de  ttei  felbst-getrennt.  #e
fung  einer  Senerbegan  ation  und  die  W  "
1  eit  zu  ihr  liun  unvẽiteinbar  mit  der
n  kaft  der  Gesamtpartei.  W  er  ist  es  ln.
Aufgabe  7t  treu  zur  Partel  tostehennen
Obhen#  n.  dem  unehrlichen  Doppel#pte!

aller  Parteizerstörer  ein  Ende  zu  mach  und  die
durch  die  Absplitterung  von  Sonderorgamiatdo
nen  erforderlichen  organisatorischen  Mannahmen
  ergreisen.“  Der  Bruch  in  der  jozialde.
mokratischen  Partei  ist  m  vollzogen.

Die  Abtretung  von  TDänisch-Westindien
  vollzogen.

Der  dänische  Gesandle  in  Washington  drah
iet:  Die  Auswechselung  der  Natifizierungen  zur
Koaurention  vom  4.  August  1916  betressend  die
Abtretung  der  dänisch  westindischen  Inseln  an  die
Lereinigten  Staaten  habe  am  17.  Janur  in
Washington  zwischen  dem  dänischen  Gesand'en
uno  dem  ameritanischen  Staatsselretr#  stattgesi.
  nben.

die  preußssche  Poiensegge.

Berlin,  19.  Jan.  Jin  Abgeoroneteuh=  Gurs.
-llärte  Abg.  Korfanty  (Pole):  Ich  erinere
daran,  daß  die  Polen  jahrhundertelon  eind
Schutzmauer  gegen  asiatische  Varbarei  wa.
cen.  Im  gegenwärtigen  Krieg  reihielten  sic,  de
Poien  mustergi#tig  und  hosften,  daß  die  Nezie
rung  nach  den  Erfahrungen  des  Krieg:  ihre
Haltung  gegenüber  den  Potlen  revidieren  würde.
Ihre  Hoffuung  erfüllte  sich  nicht.  Der  Dauptitein
brs  Anstoßes  liegt  im  Fortbeflehen  der  rieub

en  Polenpolitik.  Wir  verlangen  voie  #ueme
  und  klturelle  Gleichberechtigu.a.  Mi
nister  des  Innern  Loebell  erwiderle:  Schen  be:
der  Polen  Interpellaiton  erklärte  die  Regierung.
daß  ite  an  eine  Prüfung  der  die  polnichen  In.
triesen  angehenden  Pol.it  o1#  bielo“  —
merde  und  daß,  je  vorurteilsloser?  tich  die  ptensi
schen  Untertanen  polnischer  Sprache  cuf  den  B2
den  Peuß  ischer  Staalsunterläniglten  stelten.  es
umso  leichter  der  Regierung  und  den  Mehehe  1.
parteien  werde.  Wege  einzuschlagen,  die  zum
Frieden  mit  ihnen  führen.  Melne  damalige,
durchaus  versöhnliche  Erklärung  fand  nicht  nur
kühle  Ablehnung  bei  den  Vertretern  der  polwischen
  Stammesgenossen  die  politische  Freibeit
deben  wollten.  Dazu  kommt  die  heutige  Reddes
  Abg.  Korfanty.  Er  spricht  von  tiesslem  Mit
trauen  des  Polenvolkes  gegen  die  preußiseh  NI.
gierung.  Wenn  Sie  von  Mißtrauen  gegen  die
NRegierung  erfüllt  sind,  lönnen  Sie  es  der  Ne.
Heerung  nicht  verdenlen,  wenn  sie  ihrerfeits  mit

Ter  Darbietung  rollen  Vertrauens  vorsichtg  i#.

Sehr  richtig!  rechts.)

Ban  rischer  Lesswilessral
München,  19.  Januar  1917.

In  der  Sitzung  des  bayer.  Landwirtschaftr.
lates  am  17.  Januar  gab  Präsident  dr.  Frhr.
v.  Tetio  einen  umfassenden  Ueberblick  über  die
militärische  Lage  und  die  wirtschaftlichen  Verhältnisse
  im  Neich  und  schloß  mit  dem  Aufrus
an  die  vaterländische  Gesinnung  der  bngersschen
Landwirtschaft,  welche  sich  in  höchstmöct  lcher
Steigerung  der  landwirtschaftlichen  Erzeugung,
sowie  in  selbstloser  Lieserung  des  Nahrungebe
darfs  in  Stadt  und  Land  bercils  gereigt  bat
hat  und  auch  sernerhin  betätigen  Lird.  Der
Landwirtschaftsral  beschloß  einstimm#z  den
Staatominister  a.  D.  Dr.  Grafen  von  Soden-Fraunhofen
  zum  Ehrenmitgliede  zu  ernennen.

soln  Knd.  Aver
Er  hat  einen

Summe  gebon,
wals  Arrnd-  un:5

 

 

 

 

 
      

geseter  bnd-W  imr  #z1
Aductalten  neschickt  und  rine
unbm  mieine  Nulier  m  d.
iend  und  heruntergeltant.
So  1  sir  dus  Gelo  Lenon#uen.  Hats  g
Sonthatn  und  hai  gelacht.  Sie  hat  mur's  v.  1
erzäLl.  Ha  gchl.  weil  sic  un  jeine  Schwüre
gedacht  ban  und  an  icme  Vetipred,  ungen.  Und
weil  sie  nicht  hal  weinen  mötgen.  Sie  war
schön,  meine  Mutter,  und  ste  it  c#ine  große
Dame  geworden.  Eme  von  denen,  welche  die
braven  Framn  nicht  Gsehen,  die  sie  aber  beneiden
  und  nachänen.  Gern  gehabt  hat  lir
nie  mehr  einen  Mann,  aber  ruiniert  hat  jie
jeden.  der  sich  in  sie  verliebt  hat.  Ich  war
immer  bei  ihr.  Hub’  viel  gehort  und  viel  gesehen.
  Hab'’  Reisen  gemacht  und  Alplelend
allerlei  Sprachen  erlernt  und  den  Ton  der
seinen  Wen.  Und  bin  unigewachsen  am  Spiel- 



tisch.  —

Meine  Muner  hat  gespieit  —  —
schaftlich.  Edben:  Zu  leidenschaftliy.  Denn  he
dat  nicht  aufyören  lönnen  zur  kechten  Zelit.
2°%  in  Monie  Carlo  Unsummen  verloren.  Alles.
Auch  etzte.  Und  in  dann  lachend  aus
dem  dedas  gegöngen  und  hat  sich  draußen  unter
den  Iin  x-.

leide

babt,  als  meine  Lebenstennschee
  nn-  gebant  ich  auscht.  Arbesten
ist  so  ermiediigend.  So  krat  ich  als  Bedienter
in  ein  vornehmes  Haus.  Da  habn


zugelernt,  was  ich  nicht  vesstand.  n  717
erst  geworden,  müas  ich  dis.  Ich  ##  1  a
Chancen  aue.  Lonemoenn  ur  das.  kennt

mich  gen  Aber  elne  solche  resn  wie  d#
daulde.  dn.  albt’s  utundlete  nicht  m
v#