Full text : Das Goldene Buch des Deutschen Volkes an der Jahrhundertwende.

1lslicenus,  Wilhelm,  Chemiker,  geboren  am  23.  Januar  1801  in  Zürich,  188$  Privaldozent,
  183%  ausserord.  Prof,  an  der  Universität  IUirzburg.  Uerlasser  des  Arlikels
„Chemie  an  der  Jahrhundertwende“  im  Goldenen  Buche.

ülssmann,  Hermann  von,  Dr..  Alrikaforscher  und  Gouverneur  von  Ostafrika,  geboren
am  4.  September  1355  zu  Franklur  a.  O..  wurde  1874  Ollizier.  durchquerte  1581—  82
im  Mulirag  der  Atikanischen  Gesellschall  Aequalortalafrika  von  Loanda  im  Wesien  bie
Saadanı  im  Osten  {bis  Djangwe  in  Gemeinschaft  mil  Pogge),.  wobei  er  den  Sankunmı
und  die  Kilrzesie  Verbindung  zwischen  dem  oberen  Rassal  (Loba)  und  dem  oberen
Kongo  {Manjema)  entdechte.  18353  übernahm  er  die  Leitung  einer  vom  König
Ceopold  N.  der  Belgier  in  das  Kongsgebiet  aussesandien  Expedition,  errichlete  Ende
13554  die  Station  Luluabunm  am  Eulua  und  endschleierie  1885  den  Wasserlauf  des
Hassat,  den  er  1886  noch  weiter  aufwärts  erlorschte.  1886---37  durdhgiterle  er  zum
zweiten  Wale  Alrika  von  Luluaburg  bis  INogambique.  1883  wurde  er  als  Reich.
körmmissar  mut  der  Thiederwerlung  von  Buschiris  Aufstand  in  Ostafrika  betraut  und
1800  zum  Major  beiördert  und  aeadell.  1891  stellte  er  in  dem  Bebiel  zwischen
Tanga  und  Kilima-Bdscharo  die  Ruhe  her,  gründeie  1893  Langenburg  am  Thorduler  des
Rjassa  und  unterwari  in  demselben  Jahre  die  Wanika  und  Wawennba.  1805  wurde
er  zum  Gouverneur  von  Deuisch-Ostalrlka  emanne,  aber  im  Dezember  1596  aus
Besundheitsrücksichlen  in  den  einstweiligen  Ruhestand  verseizt,  Er  schrieb:  „Im
Innern  Alıikas.  Die  Erlorschung  des  Kassai“  (1888.  3.  Aufl,  1801),  „Unter  deutscher
Flagge  quer  durh  Alıika  1880-83  (1880,  7.  Aufl.  1896);  „Meine  zweite  Durd«
guterung  Arquatorialairilkas  1386-87"  (200),  „Schilderungen  und  Ratschläge
zur  Vorbereitung  für  den  HAulenihall  und  den  Dienst  in  den  deutschen  Schulz.
gebieten”  (1895).

int,  Otto  Tikolaus,  Ehemiker,  geboren  am  31  März  1853  zu  S1.  Pelersbung,  war
von  1875—85  in  der  Industrie  thätlig  und  ging  dann  zum  Gehrlach  über  Seit  1801
Profsssor  der  angewandten  Ehemie  an  der  Technischen  Kochschule  zu  Eharlöttenburg,
1597-08  Rektor  dieser  hochschule.  Seine  wissenschalllichen  Arbeiten  bewegen  sich
hauptsächlich  auf  dem  Gebiete  der  künstlichen  Farbstolle.  Er  begründete  1875  eine
allgemein  angenommene  Cheorie  des  Zusammenhbanges  der  Konstlulien  organischer
Uerbindungen  mit  ihrer  Natur  als  Farbstoffe  und  wurde  durch  dieselbe  zur  Einführung
der  Azoiarbsioffe  in  die  Industrie  gelührl.  Begründer  (1800)  und  Rerausgeber  des
„Promeiheus“.  Seil  1895  Redakteur  der  Zeitschrili  des  Vereins  zur  Wahrung  der
Interessen  der  chemischen  Industrie  BDewschlands  „Die  chemische  Industrie“.  Er
schrieb,  ausser  zahlreichen  wissenschaftlichen  Abhandlungen.  „Chemische  Kechnologie
der  Eextilfasern“  (1387  11.},  „Eheinische  Bomelogie  und  Isomerie  in  ihrem  Einflusse
auf  Erfindungen  aus  dem  Gebiete  der  organischen  Ehemie“  (1880),  „Die  deuische
chemische  Industrie  in  ihren  Beziehungen  zum  Patentwesen“  (1893).  Redigierte  1893
den  ollizlellen  Katalog  des  Deutschen  Keiches  filr  die  Kolumbische  Wellaussiellung  zu
Ehicago,  bei  welcher  er  auch  als  Preisrichier  und  Kommissar  des  preussischen  Kultus:
ministeriums  Ihatig  war  Den  Bericht  ätber  diese  Chättgkeil  bilde  das  Werk:  _Die
shemische  Indusirie  auf  der  Kolumbischen  Weltausstellung  und  in  den  Vereinigten
Staaten  von  Nordamerika  im  Jahre  1993"  (E94).

Woedike,  Erich  Felix  Franz  Vlktor  vor,  Uerwallungsbtamter  des  Deutschen  Reicht,
hochverdient  um  die  deutsche  Arbeiterversicherungsgesetzgebung,  geboren  am  9.  April
1847  zu  Sydow  im  Kreis  Schlawe,  wurde  1874  Staatsanwalt  In  Mohrungen,  irat  1870
in  die  Verwallung  über  und  wurde  1881  in  das  preussische  Bandelsministerium,  1884
in  das  Reichsanmi  des  Innern  berufen  und  im  selben  Jahre  zum  Geheimen  Regierungsund
  vorragenden  Rat,  153%  zum  Geheimen  Öberregierungsrat,  1896  zum  Direktor  mit
dem  Range  eines  Rats  erster  Klasse  ernannd.  Seiner  Ceilung  untersiehl  die  sozialpolilische
  {wirtschaftliche}  Abteilung  des  Reichsamts  des  Innern.  Er  hat  wesenilichen
Anteil  an  der  Bearbeilung  der  Arbeilerversicherungsgeseize  und  schrieb  Kommentare
zum  Krankenversicherungsgeseiz,  zum  Unlallversicerungsgesetz,  zur  Umlallversicherung
für  Jand-  und  lorstwirtschallliche  Beirlebe  und  (mil  R.  Bosse)  zum  Invaliditäts:  und

WoH,  Eugen,  Forschungsrelsender,  geboren  am  24.  Janıcar  1850  zu  Kirchbeimbelanden
{Pfalz},  nahın  am  Feldzug  187071  teil,  bereiste  1872—  73  England,  Schottland  und
Irland,  1873--74  Brasilien,  Argentinien,  Patagonien,  Feuerland,  Arauhanien,  Ehe,

1856--85  TIondamerika  und  Mexico.  1889—93  Ostalrika  {Kilimandscharo,  Rulidji,
Kilsiengebteie),  Zentralafrika  (Üganda,  Msoga,  Buddu,  Viktoriasee),  Südalrika  (Zuluund
  $wazieland,  Cransvaal),  1894—95  Madagaskar,  Seychellen,  Mauritius,  Bourbon,
1306-08  Ehina,  Japan  (Ainos),  Kamischatka,  $achalin,  Osisibirien.

Welt,  Fullus,  Tationalskonom,  geboren  am  20.  April  1862  in  Brünn,  besuche  die
Undvrersiäten  Cibingen  und  Wien  und  babilitierte  sich  1885  am  der  Lniversitkt  in
Zurich,  wo  er  1833  zum  ausserord.  und  1839  zum  ord.  Proi.  ernanni  wurde.  1897
folgte  er  einem  Rufe  an  die  Universitat  Breslau,  wo  er  seitden  wirkt.  Schriften;
„Melorm  der  Zuckersteuer  in  Oesterreich“  (1850),  „Die  Brauntweinsteuer"  (1834,  auch
ungarisch),  eine  Preisschrift.  „Chatsachen  und  Aussichten  der  ostindiscen  Konkurrenz
im  AMeizenbandel“  (1386,  auch  Iranzösischh,  „Zur  Relorm  des  schweizerischen.  Rotenbankwesens“
  (1587),  „Die  gegenwärlige  Wirlschaltskrisis“  (Akademische  Rede,  1838),
„eine  eitgenössische  Hochschule  Tr  Staats  und  Rechtswissenschaff*  {ein  amlliches  Eulachten,
  1839),  „System  der  Sozialpelliik“,  Bd.  I  (1892),  „Verstaatlichung  der  Silber.
produktion“  (189,  „Börsenreform  in  der  Schwein"  (ein  Amtliches  Gutachten,  1805),
„Die  Arbeitslosigken”  1396),  „Die  Wohnungsfrage‘  (1896).  Weit  ist  Beransgebtr
der  1598  von  ihm  begründeten  „Zeitschrikt  für  $ozialwissenschalt“.

WOH,  Rudolf,  Maschinenfabrikant,  geboren  am  26.  Juli  zu  Magdeburg,  trat  als  Efeve
in  die  Maschinenfabrik  der  vereinigten  Magdeburg.  Famburger  Dampfschiffahriskompanie
zu  Buckau  ein,  besuchie  die  Provinzialgewerbeschule  zu  Falberstadt,  dann  Ingenieur  au
der  T.  Wöhlertschen  Maschinenbauanstalt  in  Berlin.  Inter  Hermann  Aruson  1854  In
der  Maschinenfabrik  von  &.  Kuhn  in  Berg  bei  Siuttgari  als  Oberingenieur;  1862
etablierte  er  Sich  mit  nur  sechs  Arbeitern  in  Gucau  bei  Magdeburg  als  INaschinentabrikand
  mit  der  Absicht,  als  Baupispeatalliäl  den  Bau  von  Lokomobilen  zu  betreiben.
€r  halle  einen  schweren  Kampi  mit  der  englischen  Konkurrenz  durchzufechten.  es
gelang  ihm  aber,  festen  Fuss  zu  Tassen,  derch  die  eigentilmlide  Honsiruktion  und
solide  Ausführung  seiner  Lökomobilen,  so  zwar,  dass  vor  allem  R.  Wollsche  Lokomobilen
  in  solchen  Fällen  vorgezogen  wurden,  wo  die  Frage  mach  möglichsier  Danerhaftiakel
  und  nach  Hloloren  mit  geringem  Brennmaterialkonsum  zur  Gellung  kan,
{Wolf  lührle  die  Lokomebile,  die  bis  zu  seiner  Etablierung  nur  von  der  Landwirischalt
verwende  wurde,  zum  Beiriebe  aller  industriellen  Gewerbe  ein  und  siellie  dieselbe
aul  Nachlrage  bis  zu  200  Pferdestärken  her.  Bei  der  von  den  Mllnisterien

Biographien  57

Tür  Landwirtschaft  und  Ar  Bande  und  Gewerbe  1883  in  Berlin  ins  Leben  gerufenen
Lokomöobilkönkurrenz  errang  Wol  bezliglich  des  Kohlen.  und  Dampikonsums  durch
seine  Maschine  den  Sieg  über  sämiliche  Konkurenten  aus  Deutschland  und  England;
wurde  1835  zum  Kommerzienral  ernannt.

Wein,  Jullus,  Dichter,  geboren  am  16.  Sepiember  1834  zu  Quedlinburg,  studiere
in  Berlin  Philosophie  und  Lilteraturgeschichte,  übernahm  zeitweise  die  Tuchlabrik  seines
Uaters,  war  Redakteur  der  „Farzzeilung“,  machte  die  Kriege  won  1866  und  1870  als
Offizier  mit,  erhielt  in  Ieizterem  das  Eiserne  Kreuz,  Seine  Iyrisch“epischen,  archalsierenden
  Epen  voll  Glanz  der  Sprache  landen  einen  kaum  dagewesenen  Erfolg:
jebi  in  £harloitenburg.  Yon  1874  an  erschienen  seine  Epen  „Cill  Eulenspiegel  redibins“
  (STE,  65  Kaus.),  „Der  Ralltenlänger  von  Hameln“  (1876,  62  Caus.),  „Der
wilde  Jäger“  877,  73  Caus.),  „Lannhäuser“  (1830,  34  Caus.),  „Turlei“  (1836,  41  Caus.},
„Die  Pappenheimer“  (1839,  22  Caus.),  „Renata“  (1801),  „Der  Fliegende  Tolländer“
(1892),  „Assalide“  (1896),  „Der  Eandsknecht  von  Eochem“  (1898)  und  die  Romane
„Der  Sükfmeister"  (1685,  30  Caus.),  „Der  Raubgral“  (1854,  35  Caus),  „Das  Recht  der
Hagestokte*  (1837)  und  „Das  schwarze  Weib“  (1894).  und  seine  Dramen:  „Kambyses“
(1877),  „Junggesellenstearer“  (1877),  „Drobende  Wolke“  (18785,  „Der  Fiskus“  (1882).

wärme,  Eduard,  Philölog,  geboren  am  I.  Januar  1831  zu  Basel,  wurde  1854  Unterbiblioihekar
  und  Gymmasiallehrer  in  Basel,  1856  Privatdozent  daselbsi,  1861  Gynınasialprofessor
  in  Winterthur,  1860  ausserond.,  1870  ord.  Prof.  in  Zurich,  1875  im  Erlangen,
seit  1850  in  München.  seit  18594  Berausgeber  des  „Archivs  für  lateinische  Lexikographie
  und  Grammatik"  und  Mitglied  der  Direktion  des  „Chesaurus  lingwae  Jalinae”,
Er  schrieb:  „Antiochos  von  Syrakıs  und  Boelius  Andipater“  (1872),  Lntersuchungen
itber  die  Sprache  des  Cacitus,  liber  das  Vnlgarlatein,  „Lateinische  und  romanische
Komparalion“  (1870);  auch  gab  er  heraus  Ampelius,  Polyän,  Publilius  Surus,  Buch
A1—23  des  T.  Livins  und  die  Regula  Benedich.

Wolter,  Charlotte,  Schauspielerin,  geboren  am  I  März  1834  zu  Köln,  $  am  14.  Juni
1597  in  Hietzing  bei  Wien;  war  Schülerin  der  Burgschauspielerin  Frau  Goitdank.  tral
zuerst  in  Budapest,  dann  in  Stuhlweissenburg  al  und  spiele  am  Karliheater  in
Wien,  hierauf  in  Arinn  und  1550-61  am  Uiktoriaibeater  in  Berlin.  1868  ging  sie
an  das  Chalialhrater  in  Hamburg  und  achörle  seit  1862  dem  Lerbande  des  Wiener
Burgiheaters  als  heroine  an.  Zu  ihren  Glanzrollen  gehörten:  Sapphe.  Iphigenie,
Kriemhild  (Bebbels  „Nibelungen“},  Meder,  Marla  Sinarı,  Lady  Miltord,  Gräfin  Orsina,
Lady  Macberh,  Adrienne  Lecouvrenr,  Phadra,  Hessalina,  Klara  in  „Maria  Maodalena“.
Eine  der  bervormagendsien  Schauspielerinnen  der  letzten  Dezennien.

Wolzogen,  Hans  Paul  Frhr.  von,  Schrilisieller,  geboren  am  13.  Tiowember  1848  in
Poisdam,  studiere  zu  Berlin  Philosophie  und  Philolonte  und  ier  seit  1875  Redaktenr
der  von  Richard  Wagner  gegründeten  „Bayreuiher  Blätter“.  Er  schrieb:  „Der  Nibelungennıythos
  in  Sage  und  Linteratur”  (1376),  „Poetische  Cautsyınbollk"  (1876),  „Uerrottung
und  Erreiiung  der  dewischen  Sprache”  (1880),  Ihematische  Leitfaten  durch  die  Musik
zum  „King  der  Nibelungen“,  zu  „Cristan  und  Isolde“,  zu  „Parsilal”,  „Erläuterungen
zu  R.  Wagners  Mibelungendeama*  (1881),  „Die  Sprache  in  R.  Wagners  Dichtungen“
(11878),  „Die  Religion  des  Fhltleldens“  (1383),  „Die  Idealisierung  des  Cheaters“  (1835).
kleine  Schriften  über  Sprache  und  Kunst,  „AR.  Wagners  Beldengestalten“  (18856),
„Erinnerungen  an  R.  Wagner,  Erossmelster  deutscher  Musik“  (1897),  „Der  liebe
heiland“,  Dichtung  (1898),  Operndichhingen:  „Sain  Foix“,  „Der  Meermann“,  „Augustin“,
„Münchhausen“  ;  Leberiragungen  des  „Armen  Heinrichs“  von  Hartnann  von  Aue  (1872).
dts  „Browall“  61873,  und  der  „Edda“  (1877),  von  Aeschylos’  Cragddien  und  Eutipides’
„Bacchantinnen“,

Wsermaun,  Adolf,  Kaulmanı  und  Kolonialpolitliker,  Vorsitzender  der  Dewlschen  Ostafrikalinie
  und  der  Woermannlinie  in  Hamburg.  geboren  am  16.  Nexember  1847  zu
Hamburg,  ging,  um  den  Überseeischen  Handel  kennen  zu  lernen,  1868  nach  Singapur,
1869  nach  Batavia,  kehrte  1870  über  Uorderindien,  Ebina,  Japan  und  die  Vereinigten
Staaten  nach  Mamburg  zurück,  reiste  187172  nach  Liberla,  Kamerun  und  Gabun,  wo
das  Baus  K,  Woermann  Taktoreien  besilzt,  Irat  1874  als  Ceilhaber  in  die  Firma  und
18550  an  deren  Splize.  Er  begründete  die  Afrikanische  Damnpfschillaktkengesellschaft
{Linie  Woermann),  welhe  mit  15  grossen  Damplern  die  regelmässige  Verbindung
Kamburgs  mit  Westalrika  unierhäll,  erwarb  1334  In  Gemeinschaft  mit  der  Hamburger
Firma  Jantzen  &  Chormählen  das  Mündunasgebiel  des  Kamerunllizses,.  Biinba  und
verschiedene  andere  Plätze  als  Schutzgebieie  flir  das  Deutsche  Reich,  isı  Mitglied
des  Kolonialrares  und  sass  1984--90  für  den  3.  Hamburger  Wahlkreis  Im  deutschen
Reichstag,  wo  er  der  nationalliberalen  Traktion  angehörle.

Woermann,  Harl,  kunsthisioriker,  geboren  am  4.  Juli  1844  zu  hamburg,  wo  er
karze  Zeit  als  Rechisanwall  ihätig  war,  habilitierfe  sich  1871  Nie  Kunstgeschichte  in
Heidelberg.  wurde  1874  Professor  der  Kunst  und  Lilteraturgeschichte  in  Düsseldorf
und  Ist  seil  1832  Direktor  der  Gemäldegalerie  in  Dresden.  Er  unternahm  Reisen  nach
Java,  Ostindien,  Amerika,  Kleinasien  und  durch  alle  Länder  Europas.  Schriften:  „Die
Landschaft  in  der  Kunst  der  allen  Uölker“  (877),  der  grösste  Ceil  von  A.  Wollmanns
„Beschichte  der  Malerei“  (1878-88),  „Kunst:  und  Matursklazen  aus  Tord-  und  Sitdeuropa”
  (1350),  „Was  uns  die  Kunstgeschichte  Ich"  (189).  Ergänzie  in  umfassender
Welse  die  Wollmanngeschichte  der  Mialerei.  Auch  als  Dichter  ist  Koermann  mil  einer
Reihe  von  Samınlungen  hervorgeireten:  „Neue  Gedichle"  (18534,  „Zu  zwei'n  Im  $tiden“
(1892),  „Deutsche  herzen“  (1805)  u.a

Wällner,  Franz,  Komponist,  geboren  am  2%.  Januar  1832  zu  Münster  i  W..  1856
Lehrer  des  Klavierspiels  am  Konservatorium  in  München,  18583  städiischer  HMusikdirektor
in  Aachen,  1864  Aofkapellmeister  in  Minden,  1867  Leiter  der  Ehorklassen  und  186%
Inspektor  an  der  königlichen  Fhusikschule  daselbst,  1877  Bofkapellmeister  und  anistischer
Direktor  des  Konservatorlums  in  Dresden,  seit  1884  Direktor  des  Konservatoriiums:  und
städtischer  Kapellmeisier  in  Köln.  Sch  1882  Lehler  zahlreicher  Musikieste.  Kom
positionen:  Kammermusihwerke,  Lieder  am  Klavier  und  lite  £hor,  Messen,  Motellen,
Psalmen,  Siabai  maler  a  capella,  Cedeum  und  andere  Ehorwerke  mit  Orchester,
Recitation  zu  Webers  „Überen“;  eine  Anzahl  Männergesangkompsositlonen  mit  Orchester,
darunter  die  Kamlale  „Heinrich  der  Tinkler“.

WRliner,  Cudwig,  Sänger  und  Schauspieler,  geboren  am  19.  Augusı  1858  zu
INinsier  1.  ü.,  besuchte  die  Universitäten  München,  Berlin  und  Strassburg,  habilitierte
sich  in  Münster  für  deutsche  Sprache  und  Literatur.  studierte  aber  dann  am  Kotservatorim
  zu  Köln  Musik.  Thach  einer  mehrjährigen,  hervorragenden  schauspielerischen
Chällgkeit  am  Bofiheater  zu  Meiningen  beiral  er  das  Konzeripedium  und  emang-  auch
bier  durch  seine  eigenartigen  Leistungen  arosse  Erfolge.