Balneotherapie — Bandwurm. 497
kann ein Ball für Mädchen und Frauen ein herrliches Vergnügen sein,
vorausgesetzt, daß die Tanzmusik gut und für wirklich gute Tänzer gesorgt ist.
Er wird aber zu einer nüchternen, öden und verwerflichen Veranstaltung, wenn
er nur dazu dient, durch übertriebenen Putz Aufsehen zu erregen, um, wie
junge Männer gerne behaupten, nur ein Marktplatz für heiratslustige Mädchen
zu werden, wo der kritischen Männerwelt als Käufer die Wahl überlassen ist und
eine schöne und gemütliche Unterhaltung gar nicht aufkommen kann, weil sich
Männer und Frauen fremd gegenüberstehen und das ganze Treiben ein äußerliches
ist. Kein Mädchen von Charakter und Stolz wird sich dort hinsetzen
wollen und warten, bis prüfende Männerblicke auch sie treffen und endlich ein
Tänzer sie zum Tanze holt. Diese Art der Mädchenwahl gehört bald einer
vergangenen Zeit an! Über den Einfluß des Tanzens siehe unter „Tanzen“.
Größe.
An den unterbrochenen Stellen ist eine größere Gliederzahl weggelassen. Nach Leuckart.
Balneotherapie. Das Wort taucht in Zeitungen häufig auf und
heißt „Badeheilkunde". Sie beschäftigt sich hauptsächlich mit Mineralquellen
und Thermen, weniger mit reinem Wasser, klärt über die Wirkung der ersteren
auf und über die Eigenschaften der Badeorte.
Ballame. Es wird ihnen eine beruhigende, wundheilende Wirkung
zugeschrieben, daher auch die Redensart: „Es war Balsam für seine Wunden!“
Bei uns kennt man den Gebrauch derselben weniger, im Orient aber viel mehr.
Es sind harz= und benzoehaltige Mittel, dem Pflanzenreiche entnommen, und
es gehören dazu: Fichtenöl, Kolophonium, Terpentinöl, Kopaiobalsam usw.
Die Medizinheilkunde verwendet sie zu innerlichem Gebrauche und nur bei
einzelnen Hautkrankheiten auch zu äußerlichem.
Bandwurm. Der Bandwurm kann eine Länge von vielen Metern
erreichen und gelangt in den menschlichen Darm durch den Genuß von rohem
Fleisch, in welchem sich Finnen befanden (siehe I. Teil, unter Ernährung
„krankes Fleisch“.) Diese werden meist durch den Prozeß des Kochens zerstört,
nicht aber durch den Magensaft. Sie gelangen also mit ungekochtem Fleisch in
den Darm und entwickeln sich dort zu dem langen Bandwurm. Zm reifen
Zustande stößt dieser einzelne Glieder ab, die weiß und zähe sind und etwa
Die Frau als Gausärztin. « 32