Metadaten : Der Deutsche Reichstag.

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Ich  habe  also  nur  betonen  wollen:  wir  stehen  hier  auf  dem  Reichsinteresse,
  die  Herren  stehen  teils  auf  dem  Lokalinteresse,  teils  auf  dem
Interesse  ihrer  Vergangenheit,  die  sie  nach  Paris  weist,  teils  auf  dem
Interesse  einer  Gegenwart,  die  sie  nach  Rom  weist.  Wir  stehen  auf
ganz  verschiedenen  Standpunkten.  Die  Interessen  von  Elsaß-Lothringen
und  die  des  Reiches  werden  —  davon  bin  ich  überzeugt  —  schließlich
zusammenfallen,  wenn  auch  nicht  dadurch,  daß  wir  die  Reichspolitik  dem
lokalen  Bedürfnis  don  Elsaß-Lothringen  unterordnen  und  daß  wir  unsere
Reichsrolitik  so  einrichten,  wie  die  Herren  Winterer  und  Simonis  sie
billigen  oder  uns  vorschreiben;  dabei  würden  wir  dem  Reiche  ein  kurzes
Leben  geben.“

Der  Reichskanzler  beleuchtete  sodann  die  Bedeutung  des  Landesausschusses,
  welcher  durch  die  kaiserliche  Verordnung  vom  29.  Oktober
in  den  Reichslanden  angeordnet  war,  und  schloß  mit  den  Worten:  Ehe
wir  weiter  vorschreiten  können,  müssen  uns  weitere  Wahlen  die  Proben
liefern,  ob  dort  wirklich  die  Elemente  dauernd  die  Oberhand  gewinnen,
die  dahin  streben,  die  Gemüter  dem  Deutschen  Reiche  und  der  deutschen
Regierung  zu  entfremden;  und  wenn  das  der  Fall  sein  sollte,  so  müßten
wir  erst  von  der  Besserung  des  Schulunterrichts  und  von  der  heranwachsenden
  Generation  eine  Besserung  der  Verhältnisse  erwarten,  die  bis
jetzt  schief  und  in  unrichtiger  Strahlenbrechung  von  den  Wählern  gesehen
  werden,  so  lange  die  Potenzen,  die  an  der  Irreleitung  und  Unterdrückung
  der  jugendlichen  Intelligenz  ein  Interesse  haben,  in  den  Schulen
dort  noch  wirksam  sein  können.“

Als  der  Bankgesetzentwurf  in  der  Mitte  des  Sommers  in  die
Oeffentlichkeit  sickerte,  da  gab  es  einige  wenige  Naseweise,  welche  in  dem
Entwurf  die  Reichsbank  vermißten.  Es  waren  aber  herzlich  wenig,  diese
Vorwitzigen,  ein  Börsenblatt  und  dann  noch  einige  isolierte  Organe  der
öffentlichen  Meinung.  Diese  kleine  Gesellschaft  wurde  auch  sofort  von
dem  großen  Chorus,  den  Karl  Braun  in  der  Speruerschen  Zeitung  dirigierte,
  erbarmungslos  niedergeschrieen.  Da  kam  im  Herbst  der  Reichstag
zusammen,  und  Bamtberger  erklärte:  Lieber  ein  schlechtes  Bankgesetz  mit
der  Reichsbank,  als  ein  gutes  Bankgesetz  ohne  die  Reichsbank.  Camphausen
  und  Delbrück  sahen  sich  verdutzt  an,  hatten  aber  nichts  Eiligeres
zu  thun,  als  die  gewünschte  Bank  zu  konzedieren.

Am  18.  November  wurde  die  Bankkommission  vom  Reichstage  ernannt,
  am  21.  konstituierte  sie  sich  und  vertagte  sich  sofort  auf  unbestimmte
  Zeit.  Diese  Vertagung  beruhte  auf  dem  Beschlusse,  „daß  die
Kommission  die  Diskussion  des  Bankgesetzes  nicht  für  wünschenswert  erachte,

  ehe  ein  Beschluß  des  Bundesrates  über  die  Einführung  einer
Robolsky,  Der  deutsche  Reichstag.  24