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licher Sinn ist ein „Gespräch“. Im 13. Jahrhundert bezeichnete
man damit feierliche Konferenzen, wie z. B. 1245 zwischen dem
Könige von Frankreich und dem Papste. Das Wort faßte sodann
Wurzel in England und wurde dort regelmäßig für die Versamm-
lungen der Großen angewendet, welche die Könige von Zeit zu
Zieit einberiefen. Zunächst bedeutete es nur das Gespräch selbst,
nicht die Personen, die es hielten, später aber den Inbegriff der
Personen, die zu dem Gespräch zusammenkamen * Schließlich
wurden in England, der Heimat des Parlamentes, darunter die
beiden „Häuser“, Oberhaus und Unterhaus, verstanden, d. h. die
Ratsversammlungen, die im Laufe der Jahrhunderte „die königliche
Macht beschränkt und die Untertanen zu Bürgern des vereinigten
Königreichs gemacht haben“ (v. BLUME im Handb. der Politik,
3. Aufl. 1. Bd, 8. 336). Hier hat sich also das Parlament aus
Einrichtungen der ständischen Monarchie in allmählicher Fort- und
Umbildung, wenn auch unter mancherlei Kämpfen, zu seiner heu-
tigen Stellung im Staatswesen entwickelt. Dagegen sind in den
Staaten des europäischen Festlandes die Parlamente selbständig,
ganz und gar als „Geschöpfe des zielbewußten Wollens der
Nationen“, zunächst in Frankreich aus dem Gedanken der V olks-
souveränität heraus als die Vertretungen des Volkes gegen-
über den historisch begründeten Herrschermächten entstanden’.
Sie stellten sich den Regierungen von Anfang an, wenn nicht
gerade feindlich, doch mit immer wachsenden Ansprüchen auf
*S, V. ZENKER, Der Parlamentarismus, sein Wesen und seine Ent-
wickelung (1914) S. 67 Anm. *).
5 BInpinG in „Werden und Leben der Staaten“ S. 301 will unter Par-
lament nicht „Volksvertretung‘, sondern verkleinerte „Volksversammlung“
verstanden sehen. Nach ihm ist Parlament „das Volk eines Staates,
als Rechtssubjekt im Gegensatze zum Verwalter der Staatsge-
walt zur Teilnahme am Staatsleben organisiert“. 9. dagegen
v. BLUME 2.2.0.8. 337: „Fast überall, wo Parlamente geschaffen wurden,
verknüpfte sich mit ihrer Begründung der Gedanke der ‚Repräsentation‘;
heißen doch die Abgeordneten der Vereinigten Staaten von Amerika gerade-
zu ‚Representatives‘, die Belgiens ‚Representants‘.“
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