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gleichgiltig behandelt werden, aber scharf wurde er vom Könige
geprüft, wenn es sich dabei um Stellen handelte, welche spystemuatisches
Wissen zur Voraussetzung hatten. In dem Streite
zwischen dem Ministerium Pfordten-Reigersberg und der Volksvertretung
hinsichtlich des Systems der mildernden Umstände
1 in Straffällen war der Rönig lebhaft auf Seite der Minister,
nicht wegen der Personen, sondern wegen der Sache, die sie
verfochten. Der König war nämlich mit den Ministern der
6 Ansicht, eine Befugniß, wie das System der mildernden Umstände
sie den Geschwornen ertheilt, fließe natürlicher Weise nur aus
dem Princip der Volkssouveränetät und führe in synthetischer
Weise auf dasselbe zurück. Ohne Zweifel ist diese Ansicht gegründet,
ohne Zweifel ist sie zu ängstlich aufgefaßt dem praktischen
Veben gegenüber. Weil aber der König in seinem Innern von
der Richtigkeit der Ansicht überzeugt war, so suchte er auch die
I Minister zu halten, welche sie vertraten. Darum löste er selbst
die Kammern kurz nacheinander zweimal auf. Und selbst dann,
als er mit den berühmten Worten: „Ich will Frieden haben
mit meinem Volke,“ die Minister entließ, selbst da geschah dies
im Sinne eines Opfers, das er seinem Volke brachte. Wäre
ees den Führern der Landtags-Opposition gelungen, die Politik
l oder überhaupt die Regierungsgrundsätze des Ministeriums
Pfordten-Reigersberg als dem Lande verderblich, als wirklich
reaktionär dem König zur Ueberzeugung zu bringen: er hätte
sicher den Männern jenes Ministeriums sein ganzes Vertrauen
entzogen. Da jedoch die Opposition ihren Sturm-Angriff nur
mehr auf einen Grundsatz richtete, den der König selbst vertheidigte,
so ist es gekommen, daß er den entlassenen Ministern auch
fürder sein Vertrauen bewahrt hat. Namentlich gilt dies von
dem Herrn von der Pfordten, der bedeutendsten Kraft in dem
weiland nach ihm benannten Ministerium.
Wenn indessen auch die Gewissenhaftigkeit die Grundlage