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Rosenheimer Tagblakt
Amtliches Publitations- Organ
Numm un er 1 9 aiden — Bekehrung. *
Dienstag, 25. Jannar 1916 pvraaul#, penl Katteu.,62. Jahrgans
Ein Gannerstück des RKönigs Miita oder neue Ränke des Pierverbandes
Das montenegrinische Friedeusgesuch als Vorwand zur Teckung des Rückzugs. — König und Regierung von Montenegro in
Lyon. — Die montenegrinische Waffenstreckung im Fortgang. — Die Adriahäfen Autivari und Duleigno von den Oesterreichern
besetzt. — König Konstantin als Ankläger gegen Eugland und Frankreich. — Die Neutralen gegen Englands neue Blockadepolitek.
— Ein
Die KRriegslage.
MWIB. Großes Hauptquartter, den
22. Jan., vormittage. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplat#.
Südöstlich von Dpern zerstörten wir durch
eine Minensprengung die feindlichen Gräben
in einer Breite von 70 Metern.
Unsere Stellungen zwischen der Mosel und
den Vogesen, sowie eine Anzahl von Orten
hinter unserer Front wurden vom Feinde ergebnislos
beschossen.
Oesstlicher Kriegsschauplatz.
Bei Smorgon und vor Dunaburg Artilleriekämpfe.
Balkan-Kriegsschauplagz.
Nichts Neues.
Oberste Heeresleitung.
MWM. Froßes Haupklquarkier##en
23. Jan., vormittags. Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplatz
Bei Neuville (nördlich von Arras) bemächtigten
sich unsere Truppen nach einer erfolgreichen
Minensprengung der vordersten seindlichen
Stellung in einer Breite von 250 Metern.
Wir machten 71 Franzosen zu Gefangenen.
In den Argonnen besetzten wir nach kurzem
Handgranatenkampf ein feindliches Grabenstücl.
Militärische Anlagen ösltlich von Belfort wurden
mit Bomben belegt.
Die Lage auf dem östlichen und Balkankriegsschauplatz
ist unverändert.
Oberste Heeresleitung.
Der amtliche Ssterreichische Berlcht.
VITB. Wien, 22. Jan. Amtlich wird verlautbart:
Balkan-Krlegsschauplat#.
die wallennrechung des montenecgrinlschen
heeres, die die vorbediugung für
weltere frieensverhandlungen bilder, in
im öange.
Die öslerreichisch-ungarischen Truppen traten
zu diesem Zwecke, jede Feindseligkeit unterlassend,
den Vormarsch in das Innere des
Landes an.
dle montenegrinischen Soldaten paben,
wo sic mit unfseren Hbtellungen zulammentreffen,
dle Waslen abzugeben, und
könven, wenn dles ohnt Widerstand geschiebr,
in ipren Belmatsorten unter angemessener
Halficht iprer Beschäliigung nachgehen.
wer wldernand leinet, wird gewaltlam
entwallnet und kricgsgeflangen
abgefübrt.
Eine solche, durch militärische Gründe sowie
durch die Eigenart des Landes und seiner Be-
Flugzeugaugriff auf die englische Ostküste. —
wohner bedingte Losung wird am raschesten dem
seit langen Jahren vom Krieg heimgesuchten
Montenegro den Frieden wieder zu geben vermögen.
Das montenegrinische Oberkommando
wurde in diesem Sinne unterrichtet.
Ru###scher Krtegsschanplaß.
Gestern fanden an der ganzen Nordostiron!
Geschutgkämpfe siatt. Bei Bereniand in Wol-Dynien
wiesen unsere Truppen russische Streiflommandos
ab. Heute fruh begann der Feind
wieder mit seinen Angriffen gegen unsere bes—
sarabische Front. Wir schlugen ihn zurück.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Tätiglkeit der ilalienischen Artillerie war
gestern an mehreren Ablschnitten der lustenländi
schen und der Dolomiten From lekhafter wie
an den voraufgegangenen Tagen. Auch Rira
murde wieder aus schweren Geschützen beschossen.
v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
WIB. Wien, 23. Jan. Amtlich wird verlautbart:
Aufsischer Kriegsichupl##.
Auf der Hohe Dolzok norduch von Bojan
am Pruth sprengien wir vorgestern abend einen
russischen Graben durch Minen in die Luft.
Von der 300 Mann starken Besatzung lonnten
nur einige Leute lebend geborgen werden. In
der Nacht von gestern auf heute vertrieben unsere
Truppen den Feind in demselben Raume
aus einer seiner Verschanzungen.
Nordwestlich von Uscieczlolst ist eine von und
eingerichtete Brückenschanze seit längerer Zeit
das Kampfziel zahlreicher russischer Angriffe.
Fast jeden Tag kommt es zu Nahlämpfen. Die
braven Verteidiger halten allen Anstürmen stand.
Südlich von Dubno griff der Feind heute
früh nach starker Artillerievorbereitung unsere
Stellungen an. Er wurde mit schweren Verlusten
zurückgeschlagen.
Italienischer Kriesss##a###lans.
Am Tolmeiner Brückenkopf, im westlichen
Abschnitt des Karnischen Kammes und an einzelnen
Teilen der Tiroler Front fanden Geschütztämpfe
statt. Im Naume von Flitsch
wurde ein Angriff einer schwächeren feindlichen
Abteilung am Rombonhang abgewiesen. Einer
unserer Flieger warf auf Magazine der Italiener
in Borgo Bomben ab.
Sa#sftllicge## Kriegss#####.
die Waffennrechung der montcnegriner
nimmt ihren fortgang. An zahlreichen
Funnten des lLandes wurden die Wwaiten
miedergelegt. In der Nordonfront von
montenegro erpaben Aqch in den lestecn
Cagen lber 1300 Serben.
Die RNaria-hälen Ansivart und Dulcig#no
wurden von unleren Truppen belcst.
#. Höser, Feldmarschalleutnamt.
König und Regierung von Monklenegro
ir Lyos.
Rom, 23. (Meldung der Agenzia
Stefani.)
der Konig von montenegro und Prinz
Feier Und gellern in brindisi elngeiroffen.
Sic werden die Reile nach lpon forticben.
Prinz Mirko und drei Mitglieder der Regierung
bleiben in Montenegro, auf den ausdrücklichen
Wunsch des Heeres, das den Kampf
fortsetzt.
Der montenegrinische Ministerpräsident verböffentlicht
dazu eine aue führliche Darlegung,
in welcher er behauptel, daß dle Waffenanll=Nandsverhandlungen
mit Oenerreich Ungarn
einzig und allein darauf abgezielt
hätien, den Rückzug der montegrinischen
Truppen zu sichern.
Es sei sicher. daß der Vormarsch der österreichisch.
ungarischen Truppen auf diese Weise
um mindeitens eine Woche ausgehalten worden
sei.
Pario, 23. Jan. Einer Blättermeldung
zusolge ist der Siy der montenegrinischen Regierung
nach Lyon verlegt worden.
Ueber die Kundgebung des montenegrinischen
Ministerpräsidenten meldet die Agenzia
Stefani ferner: Das montenegrinische Generalkonsulat
veroffenllicht folgende Depesche, die
ihm aus Brindisi von dem momtenegrinischen
Ministerpräsidenten Zugegangen ij: Da die
letzte Phase des Krieges in Montenegro weiter
kommentiert wird. durfte es nütlich sein, dem
Publikum Folgendes mitzuteilen: Der Meinungsaustausch
mit den österreichischen Militarbehörden
wmar aus zuei Gründen notwendig
geworden: 1. durch den Fall der Lovcen-Stellungen,
den wir zu vermeiden gehofft hatten;
2. durch den Einzug des Feindes in Cetinje.
Die Schritte wegen eines Waffenstillstandes
zielten einzig und allein dahin, Zeit zu gewinnen,
um den Rückzug der Armec auf Podgoritza
und Skutari zu sichern und zu vermeiden,
daß die übrigen montenegrinischen Truppen.
die sich an den anderen Fronten viel weiter
von Podgoritza entfernt besanden, abgeschnitten
würden, sowie um Zeit zu gewinnen, um die
serbischen Truppen aus Podgoritza und Skutari
nach Alessio und Durazzo zu schaffen. Die
Blätter ziehen im allgemeinen mit Absicht Irrtümlichkeiten
daraus, aber die maßgebenden
montenegrinischen Faktoren werden bald das
Publikum über die Ereignisse, die sich in Montenegro
abgespielt haben, aufklären lönnen, Ereignisse,
über die das Publikum unglücklicherweise
sehr schlecht unterrichtet ist. Die monlenegrinische
Armee unter dem Befsehl des ehemaligen Ministerpräsidenten
General Bulovic setzt den
Kampf gegen den Feind fort, in der Absicht,
sich mit der serbischen Armee zu vereinigen.
Jan.
Wilsons Abgesandter in Enropa.
Man weiß nicht, was an dieser Meldung
Wahrkeit sein kann. Hat Konig Nilita ein
schändliches Doppelspiel getrieben oder reitt
der montenegrinische Ministerpräsident ien zu
Ausfluchten, um das monienegrinische Frie
densangebot beim Vierverband zu rerdecken?
Hat Konig Nikita die Flucht ergriffen oder imm
er ein willenloses Werkzeug des Vierverbandes
und wird durch eine unireiwillige Reise noch
Lyon kaltgestell!? Alle diese Fragen muß man
sich jent vorlegen, ohne darauf einftweilen schon
eine Antwort finden zu können. In Morte
negro nimmt indessen die Wafsennreckung ihren
Forlgang.
Für die Lage in Mon:
jepigen Enthüllungen von keinerlei Einsluß. An
der Sacdlage nird nichte geändert, da dar
montenegrinische Heer nicht mehr widerfltandsfahig
i#t, neun Jelntel seiner Artillerie de
reits in Handen der österreichisch ungarischen
Truppen find und Zufuhr von Muniltion und
Lebensmitteln nach Montenegro um so weniger
moglich in, als auch der Hafen von Antirari
bereits in diterreichischen Handen in. Man
kann der weiteren Enteicklung der Lage mit
vollster Ruhe entgegensehen. Irgendweichen
Nuen werden Nikita oder die Drahizleher des
Vierverandes aus all den Vorgangen nich:
ziehen konnen. Im ubrigen in die Sprache
der Wiener Berichte viel zu sell##liicher, al?
daß man elwas anderes denn die Ueberzeugung.
daß Montenegro erledigt im, ob mit oder ohrne
Friedensunterhandlungen. Lerausleien konnte.
Benimmt es sich sperrig. so wird es auch hier
von die Kosten zu tragen haben.
enegro selbĩt sind die
Es in schon wiederholt festgestellt worden.
daß von Frieden s Lerhandlungen vor denm
Alschluß der Waifenitredung keine Rede sein
lonntie. Darum kam auch von einein Abbruch
oder gar von einer Unannebhmdarkeitserklarung
durch den König Nikita nicht gesprochen wer
den. Wenn jent Nilita vielleicht auf neue
Versprechungen der Entente bin den Frie
densichluß verweigerl, so ist militèrisch und
strategisch Montenegro dennoch erledigt und der
Weg nach Albanien offen.
Die montenegrinische Regierung bekundet eine
so merkwürdige Auffassung der unter den krieg.
fuhrenden Völlern sonft üblichen Gebräuche
und Anstandsregeln, daß man sich nicht wun
dern wird, wenn Oesterreich-Ungarn bei den
künftigen allgemeinen Friedensverhandlungen
die Ausschaltung dieses Zwergstaates verlangt.
r—i 4 #
Die Entwaffnung der montenegri
nischen Truppen.
Berlin, 23. Jan. Der „Kriegszeilun?“-wird
aus dem k. k. Kriegepressequartiecr 1.#
meldet: Die Waffenstreckung in Montene:
vollzicht sich befriedigend; wmir sind Herren 1#
Landes, nachdem unsere Streittrafte unden.
mert um den Gang der Unterhandlungen uier':n
aczögert haben, ihre Unternehmung in S#
osten in allen erforderlichen Richtungen son
zusetzen. Die beherrschenden Städte in der hels
surche und in der Ebene am Slutarisee sind in