dis Hond französischer Ärzte zu fallen, fie sterben lieber! Wenn
Gefangene und Verwundete nach Kriegsschluß ausgetauscht werden,
werden unparteiische Richter in der medizinischen Welt urteilen
können, auf welcher Seite die sorgsamere Pflege und die größere
Menschenliebe zu finden waren. In mehr als einer Beziehung
hat dieser Krieg die Ohnmacht und Nichtigkeit aller Konferenzen
und Übereinkünfte in Genf, Haag und andern Orten mit Namen
von einem jetzt leeren und trügerischen Klang dargelegt.
27. Leben an der Front.
m 1. Oktober machte ich in Gesellschaft des prächtigen Chefs
einer Feldfliegerabteilung, Hauptmann H. von Chamier-Glisczinski,
einen Ausflug an die Front. Er holte mich in seinem
Auto ab, und in wahnsinniger Fahrt ging es nach Somme Py
im Südwesten. Vorher hielten wir jedoch eine Weile bei einer
Flugstation wo der Hauptmann dienstlich zu tun hatte. Während
wir dort standen, kam eine Taube in herrlichem Gleitflug herabgeschwebt.
Sie kam in größter Eile, wie es schien, und ihre
hellen, leichten Flügel hoben sich scharf von dem hellblauen Himmel
ab. Sie kam gerade auf uns zu, und man hatte das Gefühl,
einen Schritt beiseite treten zu müssen, um nicht von der einen
Flügelspitze getroffen zu werden. Als sie dem Erdboden nahe
war, schien sie wieder aufsteigen zu wollen. Aber diese Bewegung
geschah nur, um den Stoß bei der Landung zu mildern, dann
rollte sie ein Stück und hielt auf der Wiese.
Der Flieger und sein Kamerad begleiteten uns auf der weiteren
Fahrt. Und wieder entrollte sich vor uns das Bild des bunten
Soldatenlebens unmittelbar hinter der Front, wie ich es so oft
schon gesehen hatte. Es war heute nicht so schwer, vorwärtszukommen,
denn jetzt am Tage hielten sich die meisten Truppen
still und versteckt. Hier und da brannten kleine Feuer im Schatten
der Bäume; man kochte und trank seinen Kaffee, rauchte seine
Pfeife und sonnte sich auf umgestürzten Getreidegarben. Die
Proviantwagen mit ihren weißen und gelben Plandächern waren
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