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6. „Mein Dater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlhönigs öchter am düstern Ort?“
„Mein Sohn, mein Sohn, ich seh'’ es genau,
Es scheinen die alten Weiden so grau.“ —
7. „Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt,
Und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt.“ —
„Mein Hater, mein Vater, jetzt faßt er mich anl
Erlkönig hat mir ein Leids getan!" —
8. Dem Dater grauset's, er reitet geschwind,
Er hält in den Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Müh' und Not:
In seinen Krmen das Kind — war tot.
40. Don Sankt Martin. Von Anton Diectrich.
W*e kennt nicht das Bild jenes Relters, der am Stadliore von
Amiens einen halbnackten Bettler mit der Hälfte seines Mriegermantels
beschenkt? Welcher rheinische Unabe singt nicht gern sein
Merteslied belm flackernden Mertesfeuer am Dorabende des Martinslages?
Welcher bemitlelte Zürgersmann am Rheine speist nicht
alljährlich mit Wonne sein Stück Martinsgans beim Zartinsschoppen
? Man müßte kein Mheinländer sein und seine Abstammung
vom lapfern Frankenvolke verleugnen, wollte man die alten
Dolksbräuche abschütteln, die sich an die Mertesseier von allers her
geknüpft haben.
Wer war Sankt Martin? Welches Ereiguis verursacht seine
Verehrung im Rheinlande? . ,
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nische Vater dieser Absicht. Martin mußte Soldat werden und be.
stand als wackerer Reitersmann manchen Strauß. Auf seinen Gügen
kam er nach Gallien, dem heutigen Frankreich, wo er am Tore von
Amiens seinen Mantel zerschniti, um einen halbnackten Bettler zu
bekleiden. Bald darauf gab er den rauhen Kriegsdienst auf, um
christlicher Hriester zu werden; er bezos eine Mlnchsklause, predigte,
sammelte Gleichgesinnte um sich und gründete auf einer Höhe bei
Tours ein Kloster. Im Jahre 375 wurde er zum Bischof von
Tours gewähli, wo seine Gebeine in geweihtem Schreine der Marlinskirche
ruhen.