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der Wirtschaftspolitik notwendig zum Bruch zwischen beiden Staatsmännern
führen mußte. Es ist daher verhältnismäßig gleichgültig,
bei welchem Anlaß formell dieser Bruch zuerst hervorgetreten
ist.
Am 11. September 1875 hatte Fürst Bismarck über den
Kopf Delbrücks hinweg das Reichseisenbahnamt mit dem Reichseisenbahnprojekt
befaßt. Aber nicht bloß die Verfolgung des
Reichseisenbahnprojekts, auch andere Vorkommnisse mußten Delbrück
die Unhaltbarkeit seiner Stellung klar machen. Das Promemoria
des Fürsten Bismarck über eine Repressalien politik
in Zollfragen vom 13. Oktober 1875 haben wir bereits erwähnt.
Ebenso waren die Pläne des Kanzlers in der Soirée vom 12. Dezember
verlautbart, das Reichskanzleramt, dessen Präfident
Delbrück war, in mehrere oberste Reichsämter zu zerlegen.
Nach der Errichtung der Reichsbank hatte Delbrück bei
dem Fürsten Bismarck angefragt wegen der Ubernahme des Vorsitzes
in dem Ausschuß der Reichsbank. Fürst Bismarck soll
die Frage unbeantwortet gelassen und dann selbst den Vorsitz
übernommen haben. Auch dies war eine Behandlungsweise, die
Delbrück unmöglich hinnehmen konnte.
Die nächste Umgebung Delbrücks soll vor dem Entlassungsgesuch
erst Kenntnis erhalten haben dadurch, daß Delbrück seine
Gattin kurzer Hand aufforderte, ihn zu begleiten und eine Privatmietswohnung
zu besichtigen.
War Delbrück einmal von der Unhaltbarkeit seiner Stellung
überzeugt, so mußte er es für zwecklos erachten, vor dem alten
Kaiser Wilhelm sein Gesuch durch politische Auseinandersetzungen
zu begründen. Deshalb mochte er die einfachste Methode bei Abschiedsgesuchen
von Ministern wählen, die Begründung durch den
Hinweis auf Gesundhbeitsrücksichten.
Delbrück war zur Zeit erst 59 Jahre alt, zwei Jahre jünger
als Fürst Bismarck. Jedenfalls war er damals auch weit gesünder
als Fürst Bismarck selbst. Die dem Fürsten Bismarck nahestehende
Presse versuchte das Entlassungsgesuch in unwürdiger Weise
ins Komische zu ziehen, indem sie andeutete, daß Delbrück, der
erst vor einem Jahre in den Ehestand getreten war, auf Verlangen
seiner Schwiegermutter die Entlassung eingereicht habe.
Mit Delbrück habe ich im Reichstag manchen Strauß in den
Jahren 1871 bis 1876 ausgefochten, glaube ihm aber auch in der
angeführten Rede die Ehre gezollt zu haben, die ihm gebührte.
Delbrück war nichts weniger als liberal, nicht einmal so weit alt-