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derneu 319); „Röm. 12 habe ich gelesen, zwar nicht auf dem
Balkon im Mondenschein, sondern im Seegras-Bett in
Sturm und Regen, die am Lenster rüttelten. Es ist ein
Kapitel, an dem man recht ermessen kann, wie glaubensarm
und bös man ist. Speisen wollte ich meinen Seind schon,
wenn ihn hungerte, aber ihn segnen — das würde doch
sehr äußerlich sein, wenn ich's überhaupt täte. Gott besser's."
Und er hat es nie getan! Er hat seine Natur nicht
gezwungen, es zu tun, nach anderer Leute Meinung: er
hat sie nicht verunstaltet durch solchen Jwang. E hat freilich
auch nie die Sbrechnung mit der Sorderung der Bergpredigt
innerlich beglichen oder gar die letztere ins Unrecht
gesetzt. hier blieb zeitlebens wie bei so vielen christlichen
Edelleuten ein non liquet im Rest.
Denn zu stark entwickelt war sein Rechts= und Ehrgefühl
und sein Trotz! Es kommt ihm so recht von herzen,
wenn er der Braut schreibt20); „Du mußt umgekehrt
mit Derachtung auf jeden sehen, der deinen Wert nicht zu
würdigen weiß.“ Und so blieb er zeitlebens ein überzeugter
Anhänger des Duells. Seine Naturansicht darüber schreibt
er 30 jährig der Schwester 221): „Eine solche „schriftliche"
Erklärung, die obendrein nicht bloß einen Widerruf, sondern
eine Derunglimpfung seines eigenen Benehmens enthält,
führt mehr Unannehmlichkeit für den Zussteller mit sich
als eine Kugel im Leibe. Ich bin bei ruhigem Blute ganz
deiner Ausicht, daß Eingeständnis und Sühne eines Unrechts,
dessen man sich bewußt ist, der Ehre eines Mannes
mehr förderlich als nachträglich ist; aber die Form, in der
es geschieht, scheint mir im vorliegenden Fall eine mit