— 33 —
war, ein Jamilienleben, das ihn einschloß, fast eine heimat“
18).
Es ist doch wohl zu reden von einer Bekehrung,
die mit seiner Derlobung gleichzeitig war. Er selbst empfand
so die Entfernung, die zwischen seinem früheren Unglauben
seiner Rousseauschen Augendhaftigkeit, und seinem nunmehrigen
inneren Reichtum bestand. „Mir ist die glückliche
Ehe.. wie der Regenbogen, der mir die Bürgschaft der Dersöhnung
nach der Sintflut von Verwilderung und Ciebesmangel
gibt, die meine Seele in früheren Jahren bedeckte“ 19.
Dies spätere Wort klingt doch nicht viel anders als das Geständnis
an die Braut: „Ich starrte lange in das matte
Kbendrot, bis zum Ueberlaufen voll Wehmut und Reue über
die träge Gleichgültigkeit und die verblendete Genußsucht, in
der ich alle reichen Gaben der Jugend, des Geistes, des
Dermögens, der Gesundheit zweck= und erfolglos verschleuderte,
bis ich Dir, mein herz, zumutete, das Wrack,
bessen reiche Ladung ich im Uebermut mit vollen Dänden
über Bord geworfen hatte, in den hafen Deines unentweihten
herzens aufzunehmen" 15). Er denkt da offenbar
an die Leere, Oede, Eleichgültigkeit und Langeweile —
bies Wort begegnet besonders oft — eines ziel= und ideallosen
Lebens, wie es auch sein Sreund und Schwager führte,
von dem er einmal schreibt: „Er langweilt sich noch einmal
tot, wenn er nicht andere Ansichten über Christentum und
Lebensstimmung gewinnt" 15).
Man hat das Wesentliche der Deränderung in der
Kufhebung der ziel= und planlosen Junggesellenexist enz
gesucht, die ihn bei jeder Rückkehr mit trostloser Stumpf-Baumgarten,
Bismarcks Glaube. 3