Metadata : Dr. J. Milbiller's kurzgefasste Geschichte des Königreichs Bayern.

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erwartete  sie  auf  ihrem  Rückzuge  aus  Schwaben  bei  Oettingen  am
Inn.  Dort  schloß  er  sie,  in  Vereinigung  mit  den  ihnen  nachsetzenden
  Schwaben  von  allen  Seiten  ein,  und  die  Ungarn  erlitten
eine  so  fürchterliche  Niederlage,  daß  kaum  dreißig  Mann  übrig  ges
blieben  seyn  sollen,  welche  sich  durch  die  Flucht  retteten.

S.  5.

Arnulph  hatte  aber  außer  den  Ungarn  noch  einen  andern
mächtigen  Feind  an  dem  deutschen  Könige  Conrad  I.  Dieser  fand
sich  beleidigt,  daß  Bayern  ihn  nicht  als  König  über  sich  erkannte,
sondern  unabhängig  von  seiner  Herrschaft  seinem  eigenen  Landesherrn,
  dem  Herzog  Arnulph,  gehorchte.  Da  UArnulph  seinen  mütterlichen
  Oheimen,  den  ehemaligen  königlichen  Beamten  in  Schwaben,
  Erchanger  und  Berchthold,  welche  sich  gleichfalls  unabhängig
zu  machen  suchten,  gegen  den  König  Konrad  seinen  Schutz  verlieh,
so  nahm  derselbe  diesen  Umstand  zum  Vorwande,  und  fiel  mit  ei:
nem  starken  Heere  in  Bapern  ein.  Der  Herzog,  der  sich  eines  so
schnellen  Ueberfalles  nicht  versehen  hatte,  flüchtete  sich,  da  er  nicht
binlänglich  gerüstet  war,  über  Salzburg  in  die  Gebirge;  und  Conrad
  behandelte  Bayern  sogleich  als  ein  seiner  Herrschaft  unterworfenes
  Land,  und  setzte  seinen  Bruder  Eberhard  zum  Statthalter  ein.

s.  4.

Arnulph  setzte  sich  nun  zwar  in  Berfassung,  und  nahm  von
Bapern  wieder  Besitz.  Aber  Conrad  zeog  auf's  Neue  mit  einer
großen  Macht  gegen  ihn  heran,  und  belagerte  Regensburg.  Zum
Unglücke  fielen  die  bayerischen  Bischöse  von  dem  Herzoge  ab;  der
König  hatte  ste  durch  Schenkungen,  und  durch  Bestättigung  in
ihren  Reichswürden  für  sich  gewonnen.  Tuto,  Bischof  zu  Regensburg,
  hetzte  die  Einwohner  dieser  Stadt  gegen  ihn  auf;  sle  öffnen
  dem  Könige  die  Thore,  und  Urnulph  siebt  sich  auf's  Neue  genöthigt,
  die  Flucht  zu  ergreisen.  Er  ging  mit  seiner  Familie  nach
Ungarn,  wo  ihm  die  noch  ungebildeten,  barbarischen  Einwohner
Sicherheit  verschafften.  Die  Ungarn  sielen  hierauf  wieder  in  Bayern
  ein,  und  übten  die  größten  Gewaltthätigkeiten,  besonders  gegen
  die  Geistlichen  aus.  Urnulph  wurde  von  dem  Könige  in  die
Ucht  erklärt,  und  die  Geistlichkeit  erneuerte  einen  schon  zuvor  wider
  ihn,  und  wider  alle.  Gegner  des  Königs  ausgesprochenen  Kir-