der Widerstand der deutschen Heere nur durch ein Massenaufgebot oon Menschen
und Kriegsmaschinen gebrochen werden könne, das einstweilen noch nicht zu
Gebote stand — um so weniger, als das Dardanellen- und das Saloniki-Unter--nebmen
starke Kräfte in Anspruch nahmen
Dem Materlalbebars, abzubelfen, war de englische und, neutral und bilfsbereit
wie stete, di strie unter Anspannung dußerster
Tattraft bemüht. *5 Menschenbedarf zu genügen schien die Heranziehung
der farbigen Hilfstruppen aue aller Welt nicht ausreichend. Dem Deutschen
konnten sie im Kampfe Mann gegen Mann auf die Dauer nicht gewachsen sein.
War es doch schon jetzt durch unzähllge Schlachterfahrungen erwilesen, daß nicht
einmal der einzelne „welße“ Engländer oder Franzose dem einzelnen Deutschen
als Soldat nach Gefechtsmoral und Ausbildungsgrad gleichwertig war.
Frankreich hatte im Frieden und jetzt auch im Kriege seine Wehrkraft bis
aufs dußerste angespannt. Wäbrend in ODeutschland das wehrpflichtige Alter
gesetzlich nur bls zum oollendeten 45. Lebenssahre reichte, stand in Frankreich
die gesamte Männlichkeit bis zum 55. Jahre unter Waffen. Weiteres weißes
Kanonenfutter konnte nur berbeigeschafft werden, wenn England sich entschloß,
sich in gleich opferfreudiger Weise wie die Festlandsmächte an dem großen Entscheidungskampfe
zu beteiligen.
Kitchener, der englische Kriegeminister, patte es zunächst mit Werbungen
versucht, für die eine ungeheure Propaganda entfaltet wurde. Das Ergebnis
batte sich nach und nach gesteigert, deckte aber noch nicht entfernt den Bedarf.
Aber die Lenker der englischen Geschlchke hatten ihr Volk in der Hand. Sie konnten
bel ihm volles Verständnie für die Schwere und entscheidende Bedeutung des
Kampfes, in dem das Empir stand, voraussetzen.
In Deutschland träumte man noch immer von einem nahen Kriegeende.
In den unerhörten Strapazen des russischen Sommerfeldzuges paben wir uns
mit dem festen Glauben getröstet, wir seien im Begriff, mit der N#ederlage Kußlande
den Zusammenbruch des Angriffswillens der Entente und damit den
Frieden noch oor Beginn eines zweiten Kriegewinters zu erkämpfen. Derweil
gab Lord Kitchener auf die Frage, wann der Krieg wohl zu Ende sein würde,
dle gelassene Antwort: das wisse er nicht — er wisse nur, daß er für England im
Jahre 1915 erst begonnen habe
Die englische Regierung durfte es wagen, lhrem Volk einen Bruch mit den
grundlegenden Auffassungen seiner ganzen Geschlchte zuzumuten. Sie bereitete
die Einfübrung der allgemeinen Wehrpflicht oor. Von den durch Werbung zusammengebrachten
60 Divisionen, die Lord Kitchener schon vorher in Wabrbeit
batte aus der Erde stampfen können, standen einige bereits auf französischem
Boden, als die Entente wenige Tage nach dem Ourchbruch von Gorlice auch
ibrerseite zu einem großen Angriff mit dem Ziele der Aufrollung der deutschen
Front eingesetzt hatte. Die Lorettoschlacht batte am 9. Mal den feindlichen
Ansturm über die damals noch einzige deutsche Stellung binweggetragen. Aber
ihre Führung hatte diesen großen taktischen Erfolg zu einem strateglsch wirksamen
Ourchbruch nicht auszunutzen verstanden. Joffre hatte sich zu seinem
Sostem der Ueinen Teilvorstöße zurückbequemen müssen, das er selber mit den
Worten kennzeichnete: „Je les grignote — ich knabbere sie an. .“ Die guerre
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