Kraftzentren anderer Staaten in Schach halten. Ich erinnere an
die Kette von Flottenstützpunkten an den Seewegen nach Osiasien,
nach Südafrika, nach Nordamerika, an Jansibar und die
Walfischbucht, die die Auswertung unserer Schutzgebiete als
Machtfaktoren verhinderten. Wollen wir künftig zwischen den
Riesenreichen England, Nordamerika, Japan nicht erdrückt werden,
so müssen wir in Übersee ausgiebige Flächen zur Verfügung
haben, die das von uns beherrschte Gebiet in Europa ergänzen.
Jenen Reichen und ihren Vasallen wie Frankreich das koloniale
Feld freiwillig oder gezwungen räumen, hieße auf die Mitbestimmung
der Geschicke der Welt für die Zukunft verzichten oder
doch mit einer nachgeordneten Rolle sich begnügen. Das dürfen
und werden wir nicht. Auch unter diesem politischen Gesichtspunkte
fordern wir vergrößerten Kolonialbesitz.
Neben der politischen Bedeutung steht die militärische Ausnutzung
der Kolonie für die Kriegführung des Mutterlandes.
Ich komme damit zu der Frage, die unter dem Stichwort „Militarisierung
Afrikas“ durch die Praxis unserer Gegner in den
Vordergrund der Erörterungen gerückt ist. In der kolonialpolitischen
Theorie ist die Ansicht, daß Kolonien dazu da seien, Soldaten
zu liefern, schon früher verfochten worden. Daraus ein Leitmotiv
ihrer Expansionspolitik gemacht zu haben, ist den Franzosen vorbehalten
geblieben. Ihr westafrikanisches Reich haben sie in dem
Gedanken zusammengebracht und verwaltet, daß es in dem erwarteten
und vorbereiteten neuen Kriege mit Deutschland dem
Mutterland den Ausgleich unseres durch die Zunahme der Bevölkerung
bedingten Vorsprungs an Soldaten bringen sollte.
Es wurde eine schwarze Armee geschaffen, die bald nach Kriegsbeginn
gegen uns ins Feld gestellt werden konnte und ungeachtet
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