Full text : Bavaria. Landes und Volkskunde des Königreiches Bayern.

Abriß  der  Ortsgeschichte.  411

später  ganz  aufgelöst,  und  zufolge  des  Saalbuches  von  1283  theils  dem  neugebildeten
  Amte  Haidan,  theils  dem  Amte  Riedenburg  einverleibt.  Unter  dem
Amte  Abbach  werden  aber  in  den  herzoglichen  Saalbüchern  aufgeführt:  Riekofen,
  Langenerling,  Wolkering,  Hartheim,  Aunkofen,  Mangolting,  Metzing,
Thalmässing,  Weilloh,  Dengling,  Haimbuch,  Rocking,  Köfering,  sämmtlich  im
heutigen  Landgerichte  Regensburg,  dann  Traubling,  Prül,  Poigen,  Matting
und  Graßlfing  im  heutigen  Landgerichte  Stadtamhof.  Die  Vogteirechte  über
fünfzig  Huben  des  Klosters  Prül  zu  Thalmässing,  Weilloh,  Poigen,  Inring,
Dengling,  Berghaim,  Haimbuch,  Mäurling  und  Posching  stammen  aus  dem
Erbe  der  Burggrafen  von  Regensburg,  welche  seit  1143  die  Vogteirechte  über
des  genannten  Klosters  Güter  in  einer  Meile  rings  um  dasselbe  besessen  hatten.

Aus  den  Besitzungen  der  Landgrafen  wurde  das  Gericht  Stauf  (Regenstauf)
  gebildet,  welches  nach  dem  Saalbuche  Otto  des  Erlauchten  um  das
Schloß  Regenstauf  einen  Kreis  beschrieb,  dessen  Endpunkte  rechts  des  Regens
die  Orte  Eitelbrunn,  Diessenbach,  Eichelberg,  Hagenau,  Bonholz,  Rappenbügl
  und  Katzheim,  links  dieses  Flusses  aber  das  Schloß  Stefning,  Weitern,
Ruith  und  Lieberg  bildeten.  Herzog  Otto  der  Erlauchte  erwarb  hiezu  südöstlich
  noch  einen  Distrikt,  dessen  äußerste  Punkte  Wolfersdorf,  Hackenberg
und  Dingstetten  waren,  während  in  südlicher  Richtung  von  letzterem  Orte  die
Gränze  an  dem  Wenzenbache  bis  zu  seinem  Einfluße  in  den  Regen  bei  Zeitlarn
  fortlief.

Oestlich  von  dem  Amte  Regenstauf  war  aus  dem,  was  Bamberg  im
Jahre  1007  mit  Nittenau  erhalten  und  später  noch  dazu  erworben  hatte,
ein  von  diesem  Hochstifte  zu  Lehen  gehendes  Vogteigebiet  entstanden,  welches
nach  mancherlei  Trägern  im  Jahre  1269  von  dem  Bischofe  Heinrich  an  den
Herzog  Ludwig  den  Strengen  verliehen  wurde,  der  hieraus  ein  Amt  bildete,
das  unter  andern  Orten  südlich  Wultersdorf,  westlich  Plitting,  Ekartsreuth,
Mainsbach  nördlich,  schon  jenseits  des  Regens,  also  im  Gebiete  des  Nordgaues
  die  Orte  Bleich,  Thann,  Bergham,  Mukenbach,  östlich  das  erst  1196
erkaufte  Schloß  Rohrbach,  dann  Krottenthal  und  Alletswind  zu  seinem  Bereiche
  zählte.

In  diesem  Theile  des  Donaugaues  hatte  außerdem  die  regensburgische
Kiche  seit  der  Karolinger  Zeit  verschiedene  Güter  erworben,  welche  König
Konrad  I.  im  Jahre  914  mit  einem  beträchtlichen  Forstgebiete  bei  dem  Dorfe
Sulzbach  vermehrte,  dessen  Gränze  gegen  Osten  hinter  dem  Dorfe  Bach  hinauf
  bis  an  das  Gebirge,  sodann  dieses  Gebirg  hindurch  gegen  Westen  nach
Irlbach,  von  da  aus  gegen  Süden  bis  an  die  Donau  reichte.  Bei  der  Abtheilung
  der  Güter  zwischen  Bischof  Wolfgang  und  dem  Stifte  von  Sct.  Emeram
  kamen  diese  Güter  an  das  Hochstift,  welches  allmälig  alle  Jurisdiktionsrechte
  über  dieselbe  erwarb,  so  daß  sich  daraus  eine  eigene  Cometie  entwickelte,
welche  das  Hochstift  zwar  von  Alters  her  zu  haben  behauptete,  aber  erst  1285
durch  König  Rudolf  als  solche  anerkannt  erhielt.