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!ldv aber gerade auch in dieser Zeit Deutschland beigesteuert.
Literatur. Von katholischen Verfassern: G. Pfeilschifter,
Religion und Religionen im Weltkrieg (Freiburg
1915); H. Schrörs, Der Krieg und der Katholizismus
(2. Aufl., Kempten 1915); J. Bachem, Der Krieg und
das Papsttum (M.-Gladbach 1915); K. Hilgenreiner,
Die röm.sche Frage nach dem Weltkriege (Prag 1915); R.
v. Nostiz-Nieneck, Der Papst in Feindesgewalt (in
„Stimmen der Zeit“, 1914/15, S. 405—419); „Die internationale
Lage des Papstes“ (in „Pemusblätter-, 1915,
Heft 31); A. J. Rosenberg, Papst Benedikt X V. und der
Krieg (in »Der deutsche Katholizismus im Weltkriege,
Paderborn 1915); Einiges auch in G. Pfeilschifter,
Deutsche Kultur, Katholtzismus und Weltkrieg (Freiburg
1915); J. Lulves, Die Stellung des Papsttums im Weltkriege
(Stuttg. u. Berl. 1916); M. Claar, Jtalien, der päpst-IV.
Kultur und Geistesleben
liche Stuhl und die Lösung der römischen Frage (2Zeitschr.
Politik-, 1916, Heft 3/4); P. Ehrle, Benedikt X V. und
ie Lösung der römischen Frage (vStimmen der Zeit-, 1916,
Sept.); K. Bachem. Ein neuer Kirchenstaat und sein Umjang
(„Kolnische Volkszeitung-, 1916, Nr. 752 u. 756);: K.
Hoeber, Der Papst und die römische Frage Köln 1916,;
»Der Vatikane, Sonderheft der „Süddeutschen Monatsbefte-(März
1917). In katholischem Sinn: H. Wehberg, Das
Papsttum und der Weltfriede (M.-Gladbach 1915). — Von
evangelischen Verfassern: O. Röse, Die Kurie und der Weltkrieg
(°Schlesische Zeitung, 1915, Nr. 298 u. 301), und
* Münchner Neueste Nachrichten -, 1915, Nr. 216, 218, 220,
222, 223,225; W. Köhler, Papsttum und Krieg (in -Chriftliche
Welt, 1915, Nr. 29, 30); -Chronik der chres#lichen
Welt= (Tübingen 1914 f.). — Ungenannter Verfasser: Spec.
tator novus, Die römische Frage (2 Frankfurter Zeitunge
1915, Nr. 302, 3. Morgenblatt).
Die National- und Kriegslieder der
Deutschen
von Professor Adolf Bartels in Weimar
Im Jahre 1871 veröffentlichte Karl Simrock -Lieder
vom deutschen Vaterland aus alter und neuer
Zeite und gab damit die erste einigermaßen vollständige
Sammlung unserer vaterländischen Dichtung.
Von ihr ausgehend hat der Verfasser dieses Beitrags
im Weltkrieg ein zweibändiges deutschvölkisches Dichterbuch
= Volk und Vaterlande geschaffen, das sich die
Aufgabe setzt, die ganze deutsche Geschichte durch die
berufenen Stimmen aus der Zeit selber zu kennzeichnen
und sie so den Leser unmittelbar miterleben zu
lassen. Und wunderbar: dabei stellt sich heraus, daß
wir Deutschen in der Tat unsere ganze deutsche Geschichte
in deutschen Gedichten haben, daß keiner Zeit
der Dichter, der ihre Größe oder ihre Not erkannte.
gefehlt hat, daß deutsches Wesen immer viel stärker
nach Ausdruck rang, als man es bisher gewußthat, daß
das deutsche Gewissen in deutschen Dichtern immer da
war und die deutsche Geschichte nur deswegen vielfachso
trostlos erscheint, weil man auf die Stimme der Berufenen
nicht gehört hat. Selbstverständlich hat nicht alle
vaterländische Dichtung die Form des Liedes gewonnen,
aber wir sind auch an National- und Kriegsliedern
viel reicher, als die meisten Deutschen wissen,
und brauchen uns bei nationalen Festlichkeiten keineswegs
auf Heil dir im Siegerkranze, . Deutschland,
Deutschland über alles= und elwa noch die -Wacht
am Rhein= zu beschränken.
Der älteste nationale Sänger der Deutschen ist
Walther von der Vogelweide, und man hat sein
bvekanntes Lied = Ir sult sprechen willekomene denn
wohl auch -Deutschland über alles überschrieben.
Er preist die deutschen Frauen, dann aber auch die
deutschen Männer und vor allem deutsche Zucht und
Sitte, und nur der Umstand, daß der fahrende Sänger
in ihm zu persönlich spricht, hat wohl verhindert,
daß es im Volk gesungenes Lied geworden ist. Zum
Singen eigneten sich auch die zahlreichen nationalen
und politischen Spruchgedichte nicht, die Walther
und nach ihm andere Minnesänger schufen, und
ebensowenig konnte die nationale Satire einer späteren
Zeit, die Sebastian Brants zum Beispiel. vertont
werden; dafür hatten wir aber zahlreiche geschichtliche
Ereignisse feiernde Volkslieder und dann auch Landsknechtlieder,
die überall erklangen und wenigstens
vielsach Stammes-- und Standesstolz, auch kriegerische
Stimmung aufwiesen. Man kennt die Lieder der
Schweizer und der Dithmarschen und von den Lands.
knechtliedern doch wenigstens das ganz unmittelbare
auf die Schlacht bei Pavia. Volks= und auch Soldatenlied
setzen sich bekanntlich durch das Reformations-Aestalter
und alle späteren Perioden der deutschen Gechichte
fort, und wir werden noch auf manches stoßen,
das nationale Geltung gewonnen hat. — Auch ein
Nationallied, ja, vielleicht das eigentliche deutsche Nationallied,
das stärkste von allen, ist Martin Luthers
»Ein' feste Burg ist unser Gott«, das nicht bloß
evangelisches Gottvertrauen, sondern auch den stolzen
kriegerischen Geist des Deutschtums hat und denn auch
in allen großen Zeiten und Augenblicken deutscher
Geschichte, so auch inn gegenwärtigen Weltkrieg, immer
wieder erschollen ist. Das Reformationszeitalter
bringt dann auch schon kräftige Mahnlieder an die
Deutschen, wie Johann Walthers -Wach auf.
wach auf, du deutsches Land, du hast genug geschlafene
und Bartholom äus Ringwalds Lied der
Kriegsleute wider den Erbfeind (aus der = Lauteren
Wahrheit.), das sich wider die Türken richtet. Im
Jahre 1618, also dem Jahre des Beginns des Dreißigjährigen
Krieges, gab Johannes Doman aus Oesnabrück,
Hansischer Generalsyndikus, sein großes Lied
von der Hanse-, das zwar viel zu lang ist, um gesungen
zu werden, aber an kräftigen volkstümlichen
Stellen keinen Mangel hat und gesunden politischen
Sinn verrät. Aus der gewaltigen Entwicklung des
evangelischen Kirchenliedes, die man heute auch nicht
mehr hinreichend kennt, sind wenigstens noch zwei
Lieder als deutsche Nationallieder anzusprechen: Michael
Altenburgs Verzage nicht, o Häuflein kleinund
Martin Rinkarts »Mun danket alle Gott“.
dies letztere ursprünglich ein Tischgebet, aber mit selner
Bitte um ein immer fröhlich Herz und steten Frieden
so recht aus deutscher Seele heraus. Mit ihm sind
wir mitten im Dreißigjährigen Kriege.
Man hat diesen mit Recht immer als den denischen
Zusammenbruch angesehen, und doch ist, da kann
auch kein Zweifel sein, das neue, das bewußte Deutschtum
aus ihm geboren worden. Er ist vor allem reich
an mächtigen Kriegsliedern, und zwar sowohl volkstümlicher
wie gelehrter Herkunft. Das katholische
Fürst-Michael-Lied ((Beschütz mit deiner starken Hand
die Kirche und das Vaterland.) ist, im Anschluß an
einen lateinischen Hymnus, in ihm erklungen, und