Die Publicationen der Akadeniie. 453
3. Im Jahre 1752 erschien zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens
der Akademie die »Histoire de l!’Academie Royale des Sciences
et Belles-Lettres, depuis son origine jusqu’a present. Avec les pieces
originales, Berlin«. Ein Autor ist nicht genannt, und so erscheint
sie als officieller Bericht der Akademie. Ihr Verfasser ist der Historiograph
der Akademie Forxey, wie oben bemerkt worden ist.
4. Die Kalender: mit ilırer Herstellung waren nach wie vor
die Astronomen der Akademie bez. ihre Gehülfen, wie D. Navps,
und Subalternbeamte beschäftigt; speciell für Schlesien arbeitete
Frl. Kırcır (über die Einnalımen s. unten). Der Staats- und Adress-Kalender
machte besonders viel zu schaffen', denn die richtige Darstellung
der auswärtigen Staatsverhältnisse, besonders auch der
Genealogieen, wurde immer schwieriger, z. B. inı Jahre 1775 die von
Kurpfalz und Kurbayern (s. Gel. Staatsarchiv). Im Ilerbst 1765
(Gel. Staatsarchiv, S. October 1765) pachtete der Hofrath Gravivs
das von der Akademie bisher adıninistrirte Kalenderwesen zum Vertrieb
und zahlte sehr viel mehr dafür, als die Akademie bislıer eingenommen
hatte. Er trat in Bezug auf die Kalender, deren Herstellung
sie selbst weiter besorgte, in alle Rechte der Akademie (vor
allem die Stempelfreiheit). Die Provinzial-Regierungen wollten das
zuerst nielıt anerkennen, wurden aber in diesem Sinne bedeutet.
5. Besondere astronomische Publicationen: am 30. November
1773 legte die Akademie den Könige den ersten Band selbständig
gearbeiteter » Astronomischer Ephemeriden« vor. Bisher hatte man
auswärtige Berechnungen übernommen: die Akademie entschuldigte
sich bei der Überreichung, dass das Buch in deutscher Sprache verfasst
sei (Geh. Staatsarchiv).
6. Am 18. November 1747 und 7. April 1748 erhielt die Akademie
das Privileg, dass die zum Gebrauch des Publieums bestimmten
Landkarten nur unter ihrer Aufsicht hergestellt werden dürften, bez.
von ihr zu stempeln seien. Das Privilegium lautete: ȟber den
privativen Verlag und Stempelung tüchtiger Landkarten, und dass
alle in Gebrauch kommenden Karten mit dem Stempel der Akadeinie
zu verschen seien«. Graf vow ScHmETTAU leitete zuerst das
Unternehmen. Der grosse Plan von Berlin in vier Blättern (1748)
erschien als akademische Unternehmung unter seiner Direction. Doch
' In einem Brief Mavperrtis' an den König (October 1755. Geh. Staatsarchiv)
wird darum ersucht, in den Kalender auch eine genaue Übersicht über den
Hof und seine Amter einrücken zu dürfen; bisher seien die Angaben lückenhaft
oder fehlten ganz. und so geratlie der Almanach mehr und mehr in Verfall.
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