Full text : Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes. 1867. (1)

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Mädchenschulen.  Sie  unterstehen  der  Aufsicht  des  Kreisschulrats.
Genaues  statistisches  Material  ist  darüber  nicht  vorlıanden.

6.  Grofsherzogtum  Hessen.')

Wir  finden  schon  im  Jahre  1829  in  Darmstadt  eine
höhere  -Mädchenschule,  die  jetzige  Victoriaschule.  Der
heutige  Stand  des  höheren  Mädchenschulwesens  in  Hessen  ist
folgender.

Die  Lehrfächer  der  höheren  Mädchenschule  sind  die
durch  die  Augustkonferenz  festgestellten;  die  Lehrziele  sind
nicht  einheitlich  geregelt,  halten  sich  aber  im  wesentlichen  in
dem  sonst  in  Deutschland  üblichen  Rahmen.  Die  öffentlichen
  höheren  Mädchenschulen  des  Grolsherzogtums  sind
städtische  Anstalten,  welche  durch  einen  zwischen  der  Regierung
  und  dem  Stadtvorstand  geschlossenen  Vertrag  zu  bestimmten
  Leistungen  verpflichtet  sind;  dagegen  ist  ihnen  der
Charakter  einer  höheren  Lehranstalt  zugebilligt  worden.  Die
Unterhaltungskosten  tragen  die  Gemeinden;  die  Pensionen  sind
auf  die  Staatskasse  übernommen.  Die  Lehrerkollegien  bestehen
  aus  akademisch  und  seminarisch  gebildeten  Lehrern
und  aus  Lehrerinnen.  Feste  Bestimmungen  über  die  Zahl  der
akademisch  gebildeten  Lehrer  bestehen  nicht;  doch  wird  im
Prinzip  daran  festgehalten,  dals  der  wesentlichste  Teil  des
Unterrichts  auf  der  Oberstufe  von  akademisch  gebildeten
J,ehrern  gegeben  wird.  Die  Schulen  haben  einen  10jährigen
Kursus.  Sie  ressortieren  vom  Ministerium  des  Innern  und
der  Justiz,  Abteilung  für  Schulangelegenheiten,  sind  also  damit
  im  Prinzip  den  höheren  Lehranstalten  für  die  männliche
Jugend  gleichgestellt.

Aulser  diesen  öffentlichen  höheren  Mädchenschulen  giebt

!)  Bei  der  Kürze  der  zur  Beschaffung  des  statistischen  Materials  gegebenen
  Frist  ist  es  bei  einigen  Staaten  (Hessen-Darmstadt,  den  Mecklenburgischen
  Grolsherzogtümern,  Sachsen-Koburg-Gotha  und  den  Fürstentümern
Reufs)  nicht  möglich  gewesen,  direktes  amtliches  Material  zu  erhalten.  Die
für  diese  Staaten  gcmachten  Angaben  dürfen  jedoch  als  durchaus  zuverläfsir
gelten.  da  sie  teils  direkt  von  Fachleuten  aus  den  betreffenden  Ländern  geliefert
  worden,  teils  deren  gedruckten  Mitteilungen  neuesten  Datums  (s.  Litteratur
  (entnommen  sind.