14 Oberstrichterliche Entscheidungen.
es auch nur eine äußerlich erkennbare symbolische Besitübertragung)
zur Grundlage und wäre bei streng konsequenter
Durchführung dieses Prinzips die Faustpfandbestellung
bezüglich einer Forderung eigentlich nur denkbar,
wenn das nomen in einer sie allein tragenden
Urkunde, z. B. bei Aktien, Inhaberpapieren, ausgedrückt
und enthalten ist, welchen Falls die Uebergabe der Urkundc
zugleich die Uebertragung des Besitzes des nomen
in sich schließt. Allein vorstehende Erwägungen schließen
nach dem Stande der dermaligen Gesammtgesetzgebung
nicht aus, daß die Uebertragung des Besitzes an einer
Forderung auf dem Gesetzeswege durch Vorgänge und
Ereignisse furrogirt werden kann, mit deren Vorhandensein
die Faustpfanderwerbung vollendet ist. Schon der
§5 709 der CPO. enthält eine derartige Ansnahmsbestimmung,
indem die Art und Weise, wie nach § 730
der CPO. die Pfändung einer Geldforderung vollzogen
wird, einen spezifischen Besitzübertragungsakt nicht enthält,
und trotzdem die Pfändung dem pfändenden Gläubiger
ein dem vertragsmäßigen Faustpfandrecht gleichgeachtetes
Faustpfand gewährt. Auf dem gleichen Gebiete
bewegt sich offenbar auch der § 15 der KO., indem
derselbe allgemein ohne Rücksicht auf die etwaige
thatsächliche Unthunlichkeit der Tradition einer Forderung,
für welche überhaupt keine Urkunde errichtet wurde,
ein Faustpfandrecht an der Forderung selbst beim Vorhandensein
solcher Vorgänge annimmt, die, wie die Ziff. 1
und 3 des 8 15 des Einf.-Ges. z. KO. mit einem eigentlichen
Traditionsakt nicht identisch sind. Vollständig klärt sich
aber die Sache durch die Gesetzesmotive zum Entwurf
der Konkursordnung und des Einführungsgesetzes hiezu.
Hienach ist bei § 40 der KO. besonders hervorgehoben,
daß der Ausdruck „Faustpfandrecht“ auch die
Verpfändung an Forderungen des Gemeinschuldners
umfaßt (Hahn, Materialien Bd. 4 zur KO. S. 198).
Nach Besprechung der Nothwendigkeit der äußeren Erkennbarkeit
der Faustpfandbestellung und nach Be-