122 I. Verträge mit außerdeutschen Staaten.
Teils seine eigenen jetzigen, sowie früheren Untertanen) zu
übernehmen, welche sich auf dem Gebiete des zuletzt genannten
Teils aufhalten, ohne daselbst Heimatsrechte **) erworben zu
haben.
Artikel 5.°)
Auf die im Art. XIX des Friedensvertrages vom 30. Oktober
1864 berührten Personen finden die Vorschriften des vor-„Versorgungsrecht“
(vgl. Art. 5) können Ausländer in einem preußischen
‚Armenverbande niemals gewinnen, da die Bestimmung im $ 64 des Gesetzes
vom 8. März 1871 (s. Anh. Nr. 6), nach welcher Ausländer rücksichtlich der
Art und des Maßes der ihnen zu gewährenden öffentlichen Unterstützung,
sowie in bezug auf den Erwerb und Verlust des Unterstützungswohnsitzes
einem Deutschen gleich zu behandeln sind, für den betreffenden Ausländer
nur so lange Geltung hat, als ihm der Aufenthalt im Inlande gestattet wird,
jene Bestiminung also für den Ausländer — wegen der jederzeit zulässigen
Versagung des ferneren Aufenthalts — ein Versorgungsrecht (Heimatsrecht)
im Sinne der preußischen Gesetzgebung nicht begründet.
Die Beschränkung der Übernahmepflicht auf den Fall, daß in dem Aufenthaltsstaate
ein Heimatsrecht oder ein Versorgungsrecht nicht erworben ist, kann
hiernach auf die den Ausländern nach $ 64 des Gesetzes vom 8. März 1871
in ‚Preußen zustehenden widerruflichen Unterstützungsansprüche nicht bezogen
werden. Es wird vielmehr unter „Heimatsrecht“ und „Versorgungsrecht“ im
Sinne (des gegenwärtigen Übereinkommens nur „Staatsangehörigkeit“
verstanden werden können.
4) Frühere Untertanen: Vgl. Anm. 12 zu Art..6 des deutsch-niederländischen
Niederlassungsvertrages (S. 29) und Nr. 6 der Ausführungsanweisung
zu demselben (S. 45).
4a) Vgl. Anm. 3.
5) Der Art. 5 wendet den Grundsatz des Art. 4 auf diejenigen Personen
an, über deren Indigenatsverhältnis der Wiener Friedensvertrag vom 30, Oktober
1864 im Art. XIX Verfügung getroffen hat. Der letztere lautet:
„Die Untertanen, welche in den durch den gegenwärtigen Vertrag
cedierten Territorien domiziliert sind, werden während sechs Jahre, vom
Tage der Auswechselung der Ratifikationen an gerechnet, mittels einer
vorgängigen Anzeige an die zuständige Behörde, das volle und unbeschränkte
Recht besitzen, ihr Mobiliar-Vermögen zollfrei auszuführen
und sich mit ihren Familien in die Staaten Seiner Dänischen Majestät
zurückzuziehen, in welchem Falle ihnen ihre Eigenschaft als dänische
Untertanen vorbehalten bleibt. Es wird ıhnen freistehen, ihre Grundstücke
in den cedierten Territorien zu behalten.
Dasselbe Recht wird den dänischen Untertanen, sowie den in den
Königlich Dänischen Staaten domizilierten, aus den abgetretenen Gebieten
stammenden Personen gewährt.