Gmünd. 223
dern großen Verwaltungen der Hojpitalpflege und der Kirhen- und
Scäulpflege (f. unten) reichen zur Beftreitung der Ausgaben Hin,
fo daß die drei Pflegen befländig an Deficitd leiden und Daher ein
fehr beträchtlicher Gemeindefchaden umgelegt werden muß; er betrug
im Jahr 1866/67 23,000 fl., berrührend von den Deficitö der
Stadtpflege mit 12,932 fl., der Hofpitalpflege mit 5,831 fl., der
Kirchen und Schulpflege mit 4,237 fl.
Schulden hat die Stadtpflege nach dem neueften Stand (1. Mat
1867) 55,000 fl., welche in Jahreszielern von 1100 fl. nebft Zinfen
abzutragen find.
2) Die Hofpitalpflege. Der Urfprung des Spital3 zum beiligen
Geift ließ fi) biß jegt nicht ermitteln, ift aber jedenfalls fehr alt,
denn au3 vorhandenen Hofumenten ift erfichtlich, daß ihm [don im Jahr
1269 von Bifchof Heffinann von Augsburg der Konfens zu’Erbauung
einer Kirche ertheilt, daß er 1280 von dem Nom. König Sigmund in
den Schuß aufgenommen, und daß er im Jahr 1398 vom König Wencedlau3
von allen auswärtigen Gerichten erimirt wurde. Seine Ermeiterung
rührt in der Folge von vielen zum Theil jehr anfehnlichen Stiftungen
und felbft erfauften Fonds ber.
Zur reichaitäbtifchen Zeit wurde das Spital-:VBermögen durch befondere
Pfleger, die unter der Auffiht de3 MagiftratS fanden, verwaltet,
und zwar beitanden ftatt der gegenwärtigen unter Einem Verwalter ftebenden
Hofpitalpflege 5 bejondere von einander unabhängige Pflegen,
von welchen jede einen eigenen Nechnungsführer hatte, nämlid) ;
1. die Hofpitalpflege,
2. die Reihsalmofenpflege,
3. die Sct. Xeonhardäpflege,
4. die Armenleutpflege,
5. Die Armenfaitenpflege.
Diefe fämtlihen Pflegen wurden, al3 die Neihsftadt im Jahr 1803
an die Krone Württemberg überging, in eine Verwaltung, die Hofpitalpflege,
vereinigt und aud von Diefer Zeit an durch einen Rehnungsführer
verwaltet.
Zum Hofpital gehörten auch die Heiligenpflegen von nadhbenannten
in Lehenverband geitandenen Ortichaften:
Dewangen, Lautern, Mögglingen, Ober-Bettringen und Weiler,
Das Vermögen diefer Pflegen wurde Durch eigene Lofal-Stiftung3-Pfleger
verwaltet. Die Hiefigen Spital-Vorfteher führten die Ober-Adminiftration,
bi8 obige Pflegen im Zahr 1803 an die betreffenden Amtdorte
zurüdgegeben werden mußten.
Bei der Staatöveränderung im Jahr 1803 bat das Hojpital-Vermögen
baburch einte bedeutende Veränderung erhalten, daß von den bei
der vormaligen Separatfaffe (jeßt Oberamtöpflege) geflandenen verzinde