Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

Friedeusandattten.  Parst  Geneoin  XV.
erließ.  ein  Dekret  Friedensandackten  in
de.  gan.en  #  olischen  Welt.  Das  Delrel  ver
#lgt  allo:  In  jeder  Kirche  sollen  am  7.  Fe-Luar,
  am  Vonntage  Seragriiima.  Friedensanda#kten
  in  solgender  Or#uung  akgehalten
VLerden:  Am  Morgen  nac  der  Conrent  oder
Pfarrmesse  wird  der  Pfalm  50:  Mlserc  mei
luur  ngebetet.  Das  Sanctissimum  ßßsssss
den  gamen  Tag  zur  öfsennlicken  Anbetung  aus
de.est,  Noran  auck.  die  Kimmder  leilnehmen  sollen.
Am  Alend  ror  der  Einjetzung  u#rd  dam  ein
Rozenkranz  geletet  iun  Beifügung  des  vom
Büse  ab  zefahten  Geretes  uin  den  Fricden.

Tarauf  solgt  die  feierliche  Ablingung  der  Allerheiligenlitanei

  und  Prorefsion.  Diese  Feier
endet  dann  mil  der  Erleklung  des  e  egens  mit
dem  Sanctüsimum.  Dec  #st  ullinsckl,  daß

rekt  viile  gleich-  eitig  u  den  S  1  ge
bhen  und  eiteilt  für  diememn  Fallt  n  diesen  Tage
ernen  Lolliommenen  Allaß.

 

Dergnügungsanzeiger.

LDHelios.  Im  Hotel  „Deut-#rlang:
  Sonntag  und  Montag
Krigsschauspiel  „Ich  hatt'

Lichiispie
scher  Kols#er#=Ein
  liefergreifende

einen  Kameraden  zur  Vorfährung.  Diesem
Alter  ieneten  ihnnert  #  gt  ein  wahres  Ecleb-Tagluch
  ein:#  Krieg,  steiwilligen

  

ochenberi.ht  führt  une
2  eonlsehe  n  lilätslolonn
r*  im  ai  vnor.  Dem  La.  -piprogramm
ind  1  ne  er  doch  —*  reszanie  und  hei
dterr  beigegeber.

Xrtie

 

 

Nel#unumwein

Lus  dcm  Eerchtsunte

ieeieser  Ebene.

 

Aus
2)).  Jan.  Vor  den  Oberbayher

Schmurgeric:  Da#ei  ch  gestern  de:  48.  äbrige
Nendan:  Friedra.  Hocw  ig  zu  verqutk  orlen.  E
nar  zule  :  Buch  nalle:  :  bei  der  Kor##ahlungseelle
  des  K.  N.  1.  Armeekorp:  und  hat  in  der
Vseit  von  A:  Grürnar  1990  bis  Juni  1914
den  Bertan  bon  2.2312  Ml.  amilicher  Gelder
unlerschlagen.  Unglucklihe  Famiütnverhältnisse
in  Verbindring  jult  dem  Spiel  auf  der  Renn:
lahn  hatlen  ihn  auf  die  schief:  Bahn  gebrachl.
Feruig!  weirde  unter  Annahme  mildernder  Um-Slände
  u  1  Jahr  6  Monaten  Gefängnis  verurleill.
  Ferner  wurd:  ihm  auf  die  Dauer  von
5  Jahren
öffentlichen  Amtes  aberlannt.

Feldposkbeiefe  und  Feldpostkarlen.

Munche

  

 

itung

 

 

Der  Masck  inenen  er  des,  „Rotenneimee  Au:  zeigers“,
  F.  K.,  welcher  in  einem  Landfturm=  Juf.

 

 

Vataillon  auf  dem  Höülichen  Wienschaudiag
siehtl,  scporeik  uns  unter  dem  8.  Den#ler:  .,Ich
jine  ueit  in  einem  unmöblierten  Dachtammert
als  Wachhabender  der  Bagagen

in  nu.!,  Troleinlen  meilte  VBeschäfti

 

und  meine
er  von  L.  entfernt.

urieit  in  L.  und  T.,
20  Kilome:

Vataillon  sitzt
Kompanie  in  L.

Nach  langem  Umherirren  in  elmas  Stilijtand
uno  2-  z1  ibere  (behmerlrng:  gelommen.
Vom  I.  bis  I4.  Novembe:  waren  u###ausf  N)

Landilurm.
gieina  hal:
ren  Schlinge.

enen  im  oe#n  mil  zwei  anderemn
btaiciitonen  in  der  Nähe  bon  W
*  wir  den  Ko#i  har#t  in  ber-  l  siiah
Dann  lamen  u#ir  über  A.  nach  I.,  wo  -un-  ein
leidterer  Di##  cechieden  sein  solite.  Doch
andeln  Taz=  g#13  er  schon  wieder  weiter,  am
erten  Tag  40  Kilg.-#ter  und  dann  noch  weiter:

 

  

Bin  ilrer,

die  Fähigleit  zur  Ausubung  eines:

nötigen  Wachen.  Die  Division  kam  lediglich  nicht
zum  Schießen,  weil  die  Russen  zurückgegangen
waren.  Es  war  dies  in  der  Zeit,  als  Hinden
uar  auf  der  südlichen  Seite  der  Weichsel  10000
Gefangene  machte.  Wir  waren  auf  der  nördlichen
  Seite  über  L.  nach  P.  marschiert.  Nach
dreitägigem  Aufenthalt  ging  es  wieder  zurück
nack  T.  und  Aeich  Wieder  weiler  in  vierlägig.  em
Marsc.  nach  T.  und  nach  iweitägigem  Aufenihalt
  nach  r  wo  cs  mir  bie  jetzt  gan  gut
gefäil  #hioweit  es  einem  im  Krieg  gesal.en  lann.
Hier  ist  großer  Vettriek,  a  die  Slraße  nach
Vv.  durchgeht.  Grotze  Wagenkolonnen,  Antos,
Flieger,  Gesangene,  den  ganzen  Tag  g  geht  es
und  iommt  es.  Wuos  ich  auf  meinen  ganzen
Märichen  sah,  iit,  daß  Polen  ein  fruchkbares
Land  ist.  Uniere  biuerlichen  Landsturmmänner
sind  voll  des  Lobes  über  Polen  als  Ackeriand,
weniger  aber  über  die  Bevölkerung.  Man  sieht
hier  selten  Wiesen.  nur  Kornäcker  und  Zucker
rübenfelder  berrschen  vor.  Noch  eines  herrscht
hier  vor  u  den  Städlen:  die  Juden.  Sie  sind
in  allen  Städten.  Sie  könnten  einem  Elel  einslößen
  durch  ihre  Unsauberkeit  und  ihr  Kriechen.

Geschäft,  nur  Geschäft!  Und  dann  lommen  sie

meisteno  in  S.hwar=  daher,  #ugelnöit  bie  Unlen
und  mit  einem  schwarzen  Käppchen,  gerade  ul5
wenn  sie  alle  Tage  eine  Beerdigung  hätten.  In?d
erst  die  Weiber!  Drei  Schritte  vom  Leib!  In
Kan:  Poten  habe  ich  in  leinem  Hau--  einen
Abort  Peiehen.  Es  sehlt  in  dieser  Bozie  hung
weit.  Darum  kein  Wunder,  wenn  hier  immer
Tlolera  und  andere  Eridemien  herrschen.  Wir
dürsen  lein  Waiser  trinlen,  ur  gelochter  Sber
Ter  oder  Kassee.  Das  Brot  ist  bier  leuer,
Schwarebro!  gibt  es  nicht  mehr,  nur  Sqrotbr1
und  etuas  Weißbrot.  Unt  lehteres  zu  beloni—
men,  mutz  man  aber  Glüci  habe  nu.  Das  Fleilch
ist  vbllg;  ein  Pfund  Rindfleisch  kosiet  35  bis
40  Pfg.,  Bunter  1.50  Mi.  Auf  dem  W'  ge  nach.
P.  Wurde  unjere  Diotsion,  und  zwar  unser  Bataillon,
  von  einer  rus;  ischen  Batteric,  *!  Hmuhr
scheinlich  den  Vormar'h,  aufhallen  und  den  eige
nen  Rüdeng  decken  woliie,  be'ckossen.  Wi:  man
leicht  ins  Feuer  kommen  lann,  lonnte  man  hier
gut  sesujtellen.  Wir  maren  ausier  L.  und  rasielen.
Dann  wurdee  angetreren  und  der  Marsch  forkgeleht.
  Die  Urtillerie  war  ror  uns,  und  iaum?
war  sie  aus  denin  Dors  und  auf  einer  ileinen  Stei.
aung  der  Straße  angelommei.  wurde  jie  von
den  Nuisen  besckte  sen.  Vserdr-  A##nten  die
Deichseln  ab,  so  daß  uue  Artillerie  nicht  schie
zen  konnte,  wenigstens  einige  Geschütze  nichr,
Dann  traten  andere  Truppen  ihren  Marsch  an,
bogen  jedoch  vor  der  Höhe  ab  und  umgingen
so  das  Granat-  und  Sch.  rappuelljeuer.  Wit
d.  auten  vom  Doif  aus  zu,  wie  die  Geschoosse  einscklugen
  und  bewunderten  die  Russen  ob  ihres

guten  Schießens.  Nun  kam  etwas  Ruhe,  und“
auch  umer  Batailkon  lekam  den  Befehl  zum
Weitermarsch.  Man  führte  une  über  die  Höte.
die  vor  *  10  Minuten  besck  ossen  wurde,  in
Marichlolonne.  Wir  sind  blau  uniformiert  und
haben  fülwr  e  Mäntel.  Wie  die  Russen  dies
Küch  tige  Jiel  jahen,  ging  der  Lärm  schon  los.
Die  Russen  saneen  meisten?  Salven,  also  drei
b-s  bier  Schümffe  am  einmal.  Kaum  hörten  mir
schießen,  so  stoben  ur  schon  auseinander  und
euuchten  im  Straßengrabe  u  Dedung.  so  aul  es
ging.  Die  Ruesen  scho  sen  tadellos,  die  eschosie
jch  lugen  unmitteldar  hinter  dem  Straßengra###n
ein.  Es  war  Glück  dabei,  daß  von  den  30  bis
40  Schüssen  niemand  getroffen  murde,  außer
einigen  Löcrern  eder  Beulen  im  Feldkeisel  oder
Trinklecher,  verurfacht  von  Schrapnelis.“  (3.)

er  Welttrieg.

Die  deutle

 

n  Truppen.

ten

 

-lischen  Dampfers,

 

umsichtigen,  mit  großer  Sorgfalt  geschaffenen

hygienischen  Anlagen  an  der  deutschen  Stellungsfront.

  Die  Gnwasserungefrage  nehme  den
ersten  Platz  dei  der  Anlage  von  Schützengräben
ein.  Der  Latrinenfrage  und  der  Neinlichkeit
überhaupt  wird  nicht  nur  in  den  Gräben,  sondern
  auch  in  den  Ortsquartieren  stete  Aufmerlsamleit
  geschentt.  Glänzend  sei  auch  die
reichliche  und  gesunde  Ernährung  der  Truppen
und  ihre  Ausktattung  mit  warmer  Unterkleidung,
  was  wesentlich  zur  Erhaltung  und  Förderung
  des  Gesundheilszustandes  beitrage.  Die
Leute  haben  nmleift  ein  geradezu  blühendes  Aussehen.
  Aus  der  Heimat  fließt  der  Strom  der
Liebesgaben  ungufhörlich.  Die  vernünftige  Abwechslung
  des  Dienstes  zwischen  Marsch-,  Ererzier=
  und  Pidnierarbeit  tüt  ein  Uebriges,  um
die  Mannschaften  bei  guter  Gesundheit  .
Stimmung  zu  erhalten.  In  einem  Maße,  w
man  es  im  Felde  nicht  für  möglich  halten  aune
wird  für  Buddegelegenheit  gesorgt.  In  vielen
Orten  gibt  es  seuß  und  Vollbäder.  Der  srische,
  [hiige  s  soldulische  kenl  die  gute  Ka.
meradschaft,  das  i  etragen  und  dio
gute  Haltung  Pgr  entschen  Solnten  im  Felde
müsse  jedem  an  amen  Beobachter  angenchm
in  die  Augen  falken.  Felsensell  ist.  die,  Zuversicht
  und  der  Glauben  an  den  Sieg  beim  letz-Mann.
  Eine  von  solchem  Geist  beseelte
Truppe  i  unter  Führung  eines  so  fähigen,
pflichtbewußten  Offizierslorps  wie  des  deutschen,
den  größten  Aufgaben  gewachsen.

Die  amerikanischen
Wassenlieferungen.
Reuyorkt.  23.  Jan.  Das  „Journal  of
Conmerce“  schreibt:  Die  Verbündeten  hätten
seit  Kriegebeginn  aus  der  Union  an  Kriegsbe.
darf  für  169  Millionen  Dollar  bezogen.  (3.)

Die  Finanzen  unserer  Feinde.

Rotterdam,  23.  Jan.  „Echo  de  Paris“
meldet:  Die  Finanzminister  der  Ententemächte
werden  demnächft  in  Paris  zusammenkommen,
um  das  finanzielle  Zusammenwirken  der  verbündeten
  Mächte  besser  zu  gestalten.  Wie  der
„Gaulois“  schreibt,  ist  das  Ziel  der  Zusammenkunft
  eine  gemeinschaftliche  Anleihe  der  Ententemächte
  in  Höhe  von  15  Milliarden,  die
gleichzeitig  in  London,  Paris  und  Petersburg
zur  Zeichnung  ausgelegt  werden  soll.  (Z.)

Die  Vernichtung  des  „Durward“"“.

WITB.  Amsterdam,  23.  Jan.  Das  „Haudelsblad“
  berichtet  über  das  2.  Versenken  des  eng-„Durward“
  aus  Rotterdam:
Der  „Durward“  empfing  gegen  3  Uhr  nachmittage
  das  Signal  des  Unterseebootes,  anzuhalien.
  Der  Kapitän  gab  seinerseils  Befehl
„Volldampf  voraus“,  in  der  Hoffnung,  die
bolländischen  Territorialgewässer  zu  erreichen.
Er  stoppte  auch  nicht  auf  das  zweite  Signal.
Schließlich  loste  das  Unterseeboot  einen  Schuh.
Es  befand  sich  jetzt  längsseits  des  Dampfers,
der  so  Gesahr  lief,  torpediert  zu  werden.  Nachdem
  der  englsche  Kapi  tän  gestoppt  hatte,  hißte
das  Unterseeloot  die  deutsche  Flagge.  Vier
Mann  der  Besagung  begaben  sich  an  Bord  des
Dampfers,  wmo  die  Offisiere  die  Schiffspapiere
sorderten  und  der  Mannschaft  Zeit  gaben,  dos
Schiff  eu  verlassen.  Es  waren  dazu  nur  fünf
Minuten  notig,  da  wegen  der  Minengefahr  die
Boote  stets  bereit  gehalten  werden.  Das  Unlerseet
  c  sch.  leppte  die  Boole  zum  Maas-Feuerschiff,
  worauf  der  Dampfer  torpediert  wurde.

Englands  Not.

Lendon,  23.  Jan.  Die  Maruing  Post
legt  dar,  baß  England  sich  in  einer  surchtbaren
Lage  befinde,  falls  es  dem  Feinde  gelingen
von  Lebenomitteln  durch
Die  -teigerung

 

drei  Marscktage.  i  vri-  "  Küometer  vor  P.  »
:nndcu.sinc,x,q«-gkkmjdjgmmzsjzg  )X""H-.  w,  23.  Jan.  Oberst  Muller  jolite,  die  Zufuhr
lung,  d.  b.  enere  bung  und  die  schildert  in  der  —“  Züricher  Zeitung“  die  u  abzuschneiden.

 
 
 
 

½:  ·chts  rat
nirrolverschußß

 

auseireens

Ten  lan  nnle  ja  arch.
sein  Exrtbit  uord  auiregte.“
den  lannten  Sie  anch.
weil  gar  kein  M.

ich  weiß,  wie  mich

 

Ich  babe  den
leib  fur  den
ein  Papierkorb
Siuck  Kortem  in  der  zerm  einer  rreminkligen
aui  den  ELLIIIIE
»Hu-·-  reinmenbrüderschaften
Todes  rerzeichnet  stand
Fifl  Lig#c  noirc.“
„„  daß  ich  auch  diesen  Herrn

Jeu  Uauersd.

  

Selb#n  teord  vorige,  und  fand  in
ein
Trerc.

 
  
 
 
 
   

.  IdiccumsllknsJuvaden
um  »l-  lenuen.  Er  betrifft  den
aid  in  Verlin,  der  unter

 

ume  Leben  lam  und  wenn  ich
slen  ga#lk  heraussuche,  so  wird  es
rter  von  Ihnen  sein.  Die
sich  darauf  gründen,  daß  Sie
tinem  Gerichtshof  gewirkt
v20  Gisten  verurteilt  hat.
hlei  Gien  der  Staatsanwalt  sprang
im  d.  u.  cichen  er  ugng  von  seinem
Seisel  ausf.  #####  #bnen  erg  nuter  der
Leitung  eben  dr  d  *  sdenten  Schneller,
damals  war  er  45  —  irellor,  ein  russisches
Indivic:  uu  u  zun  Tode  verurteilt,  weil  alle  Indizien
  2  en.  daß  er  einen  Gensdarmen
ums  er  n  hotto
enn  uns  einmal  die  Geheimschrif
  6  auf  den  ###en  dreieligen  Kartonstücken
zenan  jz  —n’

#r  ruierklam  dir  selt-  



Velannsrlten
nemeinschaf
ücber  n.  der

   

   

 

  

 

 

 

aber  immer  bedenk- 



jmen  Sc-  —“m  I
licher  den  Kei

indere  (Beheimschrift  als  die
lenne  den  Schlüssel  dazu
son  sie  enissern,  wir  müssen,
en  Ton  au  dem  der  Anschlag
*  nol.  Wenn  wir  sie  nicht  er-.liechenbach.
  sind  Sie  ein  toter
meiner  Exfahrung  sind  biöher
uche  vergel##ich  gewesen,  die
·  der  schiwarze  Bund,
eichucte  Kräfte  und  so  wich=.
  material,  daß  es  ihm  möglich  ist,
.  in  dem  all  Varwald,  bis  in
eimmer  des  Versalaten  zu  dringen.  Ich  gebe
Ahnen  den  guten  Ral,  seien  Sie
teine  Minme  mehr  allein,  indessen  wollen  wir
nach  Verlin  telegraphieren  oder  besser  —  Breit--schꝛ
  sah  nach  der  Uhr  —  in  einer  halben
Slurme  geh:  der  10-Zug,  ich  setze  mich  auf  die
Bahn,  in  morgen  früuh  in  Berlin  und  lonsultiere
  den  alten  Wattenberg,  die  erste  Autorität
sür  de  Guzzissern  er  Geheimschriften.“
aber  was  soll  ich  inzwischen  tun?“
Jantr  6  hren  Tiener  #efert  und
wenn  Sie  sicher  sind,  daß  Gurisch  kein  Anarchist
ist,  so  bitlen  Sie  un.  Fine  *——  Praxis  wird  ed
a  wohl  nicht  störe  schĩ  erks“  #
en  Re  le#u  miu-e  einem  rih  n  Seitenblick
„billen  Sie  Gurisch,  daß  er  sich  Ihnen  ganz
widmet.  Sollte-  noan  was  ich  nicht  *7  will,
das  Enkiiffern  der  Geheimschrift  verzögern.  jo
mufsen  Zie  Fraulfurt  verlassen  mit  einem  Urlaub
ans  unbestimmte  Sei  und  irgendwo  in  einen
1

 
  
 
    
    
 
  

 

    

    

Winkel  Teutschlands,  von  dem  niemand  eine
Abmunh  hat,  iee,  hören  Sic,  nur  ich..
uch  Gurisch  uicht.  der  mein  intimster

Kreu#d  i7“

 

ner  von  den  früheren  Kauern  diuplands
agte!  W#  in  Rußland  sclunle  er  nur  zwei
Menschen  Verlrauen,  der  eine  sei  er  selbst  und  der
andere  seim  Bruder,  aber  von  einem  dieser  beiden
wisse  er  nicht  ganz  genau,  ob  er  des  Vertrauens
würdig  sei.“

„Na,  lieber  Breitschwerl,  darin  gehen  Sie
doch  *)  biechen  Eiu  weit,  wir  lennen  uns  seit
einahe  zwanzig  Jahren

d  —  Rußland  kannte  seinen
Bruder  noch  langer.  Aber  ich  will  Ihnen  einmal
glauben  und  Sie  zum  Wächter  unseres  Freundes

Rechenbach  bestellen.“

„Ich  laun  dieses  ehrenvolle  Amt  gar  nicht
annehmen,  ich  habe  Frau  und  Kinder  und  einen
schwirrigen  Erbschaftsprozeß.  den  ich  leinem  andern

erlassen  kann.  Sie  müssen  sich  schon  einen
andern  baneinchenich
  suche  leinen  andern  aus,  denn
Jhre“  h  zeigt  5  daß  Sie  tatsächlich
das  Vertcanuen  verdienen

„Das  könnle  ja  ein  Kuiff  von  mir  sein,
lieber  Dottor=„Ganz

  acht.  ömurmelte  Breischwert  gedamken,
voll  vor  sich  hin,  lönnte  ein  Kniff  v
Ihnen  sein;  aber  wenn  Sie  6  raffiniert  wären,
bätten  Sie  schon  mehr  Erfolge  als  Nechtsanwalt
gehabt  und  brauchten  Ihre  Sprechstunde  nicht
beain  zu  benutzen,  ungesiörten  Mittagsschlaf  zu
halten.“

gEie  sind  ein  ganz  boshafter  Meusch,  Breitwerhian

  sagt  so,“  atwer  ber  sreiwillige
Polizist  mit  gutmiitigem  abe
meine  Herren,  abe  w  virtlich=  1  Zeit,  denn
ich  muß  nach  Berlin  fa  Gmwisch,  ich  verkie
  Zhnen  as  aben  hres  Freundes  an,  verlassen
  Sie  ihn  in  (  «mns7.d16kde  darf

S
22

 

der  Getreidepreise  drohe  zu  einer  Katastrophe
für  die  ärmeren  Bevölkerung--klassen  zu  werden,
  zumal  England  bieher  37  Prozent  der
gesenen  Getreideausfuhr  aller  Getreide  liefernden
  Länder  aufuehme.  Das  englische  Voll  musse
darauf  hin  verwiesen  merden,  mehr  Kartoffen
zu  essen.  (J.)
Das  Elend  in  Polen.

WTB.  Mailand,  23.  Jan.  Der  Kriegsberichtersentter
  des  Secolo,  der  die  russische
Front  vor  Warschau  besuchie,  berichtet:  Hunderte
  poluische  Bauern  flüchteten  in  enbsehsichem
Zustande  und  halbverhungert  durch  die  sumpjige
  und  verregnete  Gegend  nach  Warschau.
Alle  erzählen  von  schredlichem  Elend,  da  es  an
Lebensmitleln  jehlt  und  alles  in  Trümmer  geschossen
  und  verbrannt  wurde.  Zwischen  Warschau
  und  Rawla  lagern  mehr  als  20  (000  Flüchtlinge.


Dierussischen  Ueberläufer.

Stockholm,  23.  Jan.  Grohßfürst  Nilolan?
versucht  in  einem  Armeebesehl,  dem  freiwilligen
  Ueberlaufen  der  russischen  Soldaten  ent
gegenzutreten.  Der  Erlaß  gibt  in  überen
schwülstiger  Sprache  der  Ueberzeugung  Ausdruck,
daß  die  Heldensöhne  des  „heiligen“  Rußland
die  zum  Ueberlausen  auffordernden  Proklamationen
  der  Feinde  mit  Verachtung  strasen  wurden.
  Mit  dieser  Veterzeugung  scheint  es  aber
nicht  weit  her  zu  sein,  denn  der  Grohfürft
droht  gleichteilig  an,  jeden  Soldaten
Hochverrats  vor  das  Kriegsgericht  zu
dr  im  Besitze  einer  solchen  feindlichen  Nroita
matlion  betrossen  werde.  (J.)

In  die  Luft  geflogene  Munitionsmagazine.


Rotterdam,  23.  Jan.  Aus  Malmö  wird
gemeldet,  daß  in  Brekt-Litowsk  mehrere  Patro
nenmagazine  in  die  Lus#  flogen,  was  auf  revolutionäre
  Umtriebe  zurückgführt  wird.  (J.)

In  Warschau.

Wien,  23.  I  Wie  polnische  Vlätter
melden,  sind  die  Mssischen  Behörden  in  Warschau
  bestrebt,  den  Bewohnern  den  Vormarsch
der  Deutschen  auf  Warschau  zu  verheimlichen.
Indessen  sind  alle  Vorbereitungen  zur  Ränmung
  der  Stadt  getroffen.  (Z.)

Die  Kämpfe  in  den  Karpathen.

Wien,  23.  Jan.  Während  in  Nordwestgalizien
  Negen  die  Operationen  ungünstig  beeinflußt,
  tragen  die  Kämpfe  in  dem  galizischen
Karpathenrorlande  den  Charakter  eines  winterlichen
  Gebergekrieges.  Das  Gelände  des  Stel—
lungskrieges  zwischen  Dungiet  und  den  Kar
rathen  ist  eo.  erict  :  -.«11n·tgen  reichen
bie  zu  den  "  PH-Türlische

  Ersolge  in  Persien.

Konstantinopel,  23.  Jan.  Die  Stämme
des  Bezirkes  von  Hamadan  unter  Führung
Said  Hassan  haben  nach  hartnäckigen  Kämpsen
  mit  oer  aus  einem  Bataillon  Infanterie
und  einer  Kosakensotnie  bestehenden  rufssischen
Vesatung  die  persische  Stadt  Kaswin  erorbert.

Der  Aufstand  in  Albanien.

London,  23.  Jan.  Die  „Morning-Post“
meldet  aus  Rom,  daß  der  Zustand  in  Albanien
ledrohlich  werde.  Banden  von  Malissoren  haben
  versucht,  sich  der  Güter  zu  bemächtigen,
die  in  Medua  liegen  und  für  Montenegro  bestimmt
  sind.  Sie  seuerten  auf  die  Boote,  die
nach  Skutari  gingen  und  erpreßten  von  den
Passagieren  Geld.  Die  Aufständischen  haben
Rowoid  befelzt  und  das  Licht  des  Leuchtiurms
lei  Rodomi  ausgelöscht.  (.3.)

Sie  dazu  zwingen.  sribn  nicht  ein  Telegramm,  das
Ihnen  den  Tod  oder  die  Kranlheit  eines  Ihrer
Lieben  anszeigt,  nichts.  Ehe  Sie  aufi  irgend  welche
Nachricht  reagieren.  telegraphieren  Sie  an  mich
und  zwar  in  ciner  Chu#re,  deren  Schlüssel  ich
Ihnen  hiermu  einhändige.“

Breitschwert  zog  ein  Schubfach  seines  Schreiblisches
  auf  und  gab  dem  Rechtsanwalt  ein
Blätichen  Paypier.

„Meine  Trlegrammadresse  ist:  Breitschwert
Berlin  Polizeiprasidium.  Und  uun!  „Mdien,  meine
Herren,  ich  muß  noch  nölig  packen.  '

Mach  diesen  Worten  reichte  er  den  beiden  die
Hand  und  verließ,  ohne  ihren  Abichied  abzuwarten,
durch  gine  kleine  Tapelem#tur  das  Zimmer.

*  Rechenbach  und  Gurisch  die  Straße  bedracenll
  begann  es  bereits  zu  dunleln.  Sie  bemerkten
  daher  nicht,  daß  eine  junge  Dame,  die
scheinbar  absiehtslos  auf  dem  genenüberliegenden
Bürgersteig  hin  und  ber  gegangen  war,  ihnen  in
einer  gemessenen  Entfernung  jolgte.

Es  war  eine  seltsame  Erscheinung,  schlank  und
seingliederig  und  mit  gesuchter  Einfachheit  gekleidet.

  Ein  schlicht  garnierter  Strohhmt  beschaticte
ege  ihre  Angen,  die  nur,  wenn  das  Laternen,
licht  i#  bleiches  Gesicht  beleuchtete,  wie  zwei
Sonnen  aufblitzten.  Ter  seine  Mund  war  zusammengeprestt
  und  verriet  eine  berbe  Energie,
die  zu  der  süßen  Beicei,  bes  lieblichen  Gesichtes
in  eigenartigem  Kontrast  stand.

Sie  folgte  aunmcnsen  den  beiden  Männer#
und  wandie  sich  erst,  als  sie  in  der  Wohnung
Gurischs  verschwanden,  um  eine  kurze  St  zurückzugehen
  und  dann  in  eine  Seitenstraße  einzubirgen.


(Forilchun  voldt.)

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