Metadata : Historische Untersuchungen. Heft V. (5)

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bessere  Hoffnungen  geknüpft  wurden‘).  Wie  mufste  es  da  nun
aber  die  Städte  berühren,  als  am  28.  Juli,  statt  des  erwarteten
Bescheids  auf  ihre  Eingabe,  statt.der  sehnlich  gewünschten  Ankündigung,
  dafs  ein  Ausschuls  gemacht  werden  solle,  die  Stände
mit  der  Erklärung  hervortraten,  sie  hätten  sich  entschlossen,  den
ersten  Artikel  fürs  erste  fallen  zu  lassen  und  die  Türkenangelegenheit
  vorzunehmen,  in  der  am  nächsten  Montag  alle  Stände  beraten
und  beschliefsen  sollten?).  Unmöglich  konnten  es  die  Städte  ruhig
hinnehmen,  dafs  dergestalt  die  höheren  Stände,  wie  es  den  Anschein
  hatte,  sowohl  die  spezifisch  städtischen  Angelegenheiten,
wie  auch  den  weitaus  wichtigsten  Punkt,  die  Glaubenssache,  hintansetzten
  und  vernachlässigten.  Über  die  letztere  Angelegenheit  wurde
nunmehr  fünf  Wochen  verhandelt;  seit  der  ersten  städtischen  Eingabe
  waren  vierundzwanzig  Tage,  seit  der  anderen  zwei  Wochen  verflossen;
  auf  keine  war  irgendwelche  Antwort  erfolgt,  ebensowenig
ein  Beschlufs  über  den  ersten  Artikel,  und  nun  sollten  ganz  andere
Dinge  vorgenommen  werden,  von  denen  man  nicht  wissen  konnte,
wie  lange  sie  die  Aufmerksamkeit  der  Versammelten  beschäftigen
und  in  welche  Bahnen  sie  ferner  den  Reichstag  führen  würden!
Aber  es  gebrach  den  Städten  nicht  an  Entschlossenheit.  Sie
setzten  zu  dem  anberaumten  Termin,  dem  30.  Juli,  eine  Schrift
auf,  in  welcher  sie  kategorisch  erklärten,  dafs  sie  es  vor  ihren
Auftraggebern  nicht  verantworten  könnten,  in  Handlung  und  Erörterung
  anderer  Materien  zu  willigen,  ehe  ihnen  nicht  auf  ihr
Verlangen  nach  Stimme  und  Session  im  Reichsrate  wie  in  den  Ausschüssen,
  von  denen  man  sie  jetzt  zum  ersten  Mal  fernhalten  zu  wollen
scheine,  Antwort  zu  Teil  geworden  sei  und  ihr  Vorbringen  wegen
des  ersten  Artikels  der  Proposition  gebührende  Berücksichtigung

”)  Konrad  Herwart  26.  Juli;  vermutlich  wird  man  die  Städte  in  den
Ausschufs  berufen  und  die  Schriften,  so  Kurfürsten-  und  Fürsten-Räte  in
guter  Weile  zusammengehäuft  haben,  vortragen  und  einen  fernern  Ratschlag
daraus  verfassen,  den  Ständen  fürder  vorzubringen.

2)  T  zum  28.  (durchgestrichen:  30.)  Juli;  vgl.  Frankfurter  Relation  vom
30.  (Mo.  n.  Jacobi):  Der  1.  Artikel  in  der  kaiserlichen  Instruktion  ist  einstweilen
  fallen  gelassen  und  die  eilende  Hilfe  gegen  den  Türken,  der  in  eigner
Person  in  Ungarn  liegt,  vorhanden  genommen.  Vergangenen  Samstag  (28  Juli)
haben  die  Kurfürsten  und  Fürsten  diese  Sache  den  Städten  vortragen  lassen
und  ist  auf  dato  dieses  Briefs  zu  beschliefsen  von  allen  Ständen  begehrt
worden.  —  „Neue  Zeitung,“  fügen  die  Gesandten  am  Schlufs  ingrimmig
hinzu,  „wissen  wir  weiter  nichts,  denn  dafs  die  Kur-  und  Fürsten  Bankete
halten  und  spielen.“