Volltext : Eperimentelle und kritische Beiträge zur Neubearbeitung der Vereinbarungen. I. Band. (1)

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Zu  einer  weiteren  experimentell  leicht  prüfbaren  Folgerung  aus  der  oben  gemachten
  Annahme  führte  die  folgende  Überlegung:  War  die  Verzögerung  der  Reaktion
bei  größerem  Hydroperoxydzusatz  durch  eine  merkbar  werdende  Nebenreaktion  zwischen
Peroxydase  und  Peroxyd  veranlaßt,  so  konnte  die  Menge  der  zugesetzten  Tinktur
wohl  auf  die  absolute  Intensität  der  Bläuung,  nicht  aber  auf  die  Menge  Hydroperoxyd
  von  Einfluß  sein,  die  bei  konstanter  Peroxydase-(Milch)-Menge  die  intensivste
Reaktion  gab.  Der  Versuch  bestätigt  dies,  wie  die  folgende  Versuchsreihe  zeigt.

Tabelle  VI.  Die  Hydroperoxydempfindlichkeit  der  Farbreaktion  ist  bei
Verwendung  inaktiver  Tinktur  und  konstanter  Fermentmenge  in  gewissen
Grenzen  unabhängig  von  der  Menge  der  zugesetzten  Tinktur.

Angewandte  Diastasemenge:  1:  100  (10  ccm).

Menge  der  zugesetzten  inaktiven  Guajaktinktur
Hydroperoxydzusatz
5  Tropfen  10  Tropfen  20  Tropfen
2  Tropfen  0,3  %,—H;0,  schwächer  schwächer  schwächer
1  Tropfen  3,0  %%—H,O,  stärker  stärker  stärker

Dagegen  mußte  die  Vorgeschichte  der  Guajaktinktur  insofern  von  Einfluß  auf
die  letztgenannte  Größe  sein,  als  damit  sich  der  Peroxydgehalt  der  Tinktur  verschieden
  erwies  —  vorausgesetzt,  daß  wirklich
  das  Hydroperoxyd  vollständig  die

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Stelle  des  organischen  Peroxyds  bezw.  \  |
seines  hydrolytischen  Spaltungsproduktes  N  |  y
einnehmen  konnte  —,  und  zwar  in  dem  n  |
Sinn,  daß  die  peroxydhaltigen  Tinkturen  S  _
sich  empfindlicher  erweisen  mußten  als  m  VRR  AlER  ano,
die  inaktiven.  Dies  bestätigen  die  fol-  Hydroperunydzusatz  —
genden  Versuche  (Tabelle  VII,  Seite  78),  Fig.  1.

unabhängig  davon,  welches  Lösungsmittel  für  das  Harz  und  welche  Peroxydase  verwendet
  wurde.

Dieselbe  Betrachtung  gilt  natürlich  für  die  Tinkturen,  die  aus  Harz  bereitet  sind,
in  denen  verschiedener  Gehalt  an  autoxydablem  Stoff  bezw.  Peroxyd  von  vornherein
anzunehmen  ist.  Hierzu  liefern  die  in  Tabelle  I  und  II  niedergelegten  Versuche  eine
Bestätigung,  wie  sie  andererseits  auch  nun  ihre  vollständige  Erklärung  erhalten.  Bei
den  in  Tabelle  I  untersuchten  Tinkturen  ist  der  Sachverhalt  offenbar  der  folgende:
Das  käufliche  Pulver  hat  durch  längeres  Aufbewahren  in  diesem  Zustand  den  größten
Teil  seiner  autoxydablen  Substanz  durch  Oxydation  verloren.  Es  enthält  zur  Zeit
der  Bereitung  der  Tinktur  eine  größere  Menge  Peroxyd,  welches  die  Tinktur  von
vornherein  aktiv  macht.  Nach  acht  Tagen  ist  dieses  Peroxyd  verbraucht,  ohne  daß
wesentliche  Mengen  nachgebildet  werden  konnten.  Die  aus  festen  Harzstücken  bereitete
  Lösung  enthält  zunächst  kein  Peroxyd,  aber  noch  beträchtliche  Mengen  autoxydabler
  Substanz,  was  sich  aus  der  starken  zeitlichen  Aktivierung  ergibt.  Der  Hydro-