Hindernisse 107
sich dabei um sehr bedeutende Mengen. Im Juli 1915 wurden wöchentlich
2000 Tonnen, im August wöchentlich 3000, im Dezember wöchentlich
7000 Tonnen Draht an das Feldheer geliefert. Im Jahre 10910
bewegten sich die wöchentlichen Lieferungen bei zeitweiligem Rückgang
des Bedarfs zwischen 5000 und 7000 Tonnen, stiegen teilweise aber
auch höher. Im Jahre 1917 betrug der Wochendurchschnitt etwa
7000 Tonnen. Nach Einstellung der Feindseligkeiten auf dem russischen
Kriegsschauplatz und Ausnutzung der dort lagernden Vorräte konnten
die Lieferungen zu Beginn des Jahres 1918 auf 4—5000 Tonnen
wöchentlich und seit April auf etwa 2000 und weniger zurückgeführt
werden.
Nicht leicht war es, die Erzeugung in Einklang mit dem Bedarf
zu halten, da dieser mehrfach zurückging, um plötzlich wieder zu steigen.
Das Einfachste wäre gewesen, ruhig in der erreichten Höhe weiterzuarbeiten
und Vorräte zu sammeln. Dem widersprach aber Mangel an
Rohstoffen und Arbeitern und der dringende Bedarf, der für beide bei
der Waffen= und Munitionsindustrie dauernd vorlag.
Außer den genannten Drahtmengen wurden auch noch in großer
Zahl fertige Hindernisse in Form von Walzen oder aufklappbaren, durch
Stacheldraht verbundenen eisernen Pfählen hergestellt. Abgesehen von
den Lieferungen der Heimat erzeugten auch Fabriken im besetzten Gebiet
Draht, mußten aber zum Teil aus der Heimat mit Rohstoff versorgt
werden. »
Bei dem ungeheueren Bedarf des Heeres, der allein an Stacheldraht
bis Mitte 1918 635 000 Tonnen betrug, war es notwendig, die
Drahtlieferung für die Heimat aufs äußerste einzuschränken.
Mit Leuchtpistolen und den dazugehörigen Leuchtpatronen waren
planmäßig nur die Pioniere und die Festungen für nächtliche Unternehmungen
des Festungs= und Stellungskrieges ausgerüstet. Die übrigen
Waffen hatten bisher eine Ausrüstung damit für sich nicht für nötig
gehalten.
Der Beginn des allgemeinen, Stellungskrieges überzeugte die Infanterie
von dem Wert dieses Beleuchtungsmittels, so daß sich plötzlich
ein großer Bedarf einstellte. Die als Ersatz für die im Vergleich zum
ganzen Heere verschwindend kleine Ausrüstung der Mioniere in den
staatlichen Fabriken in Spandau nebenbei hergestellten Mengen fielen
wegen ihrer Geringfügigkeit nicht ins Gewicht. Auf Massenanfertigung