Standfestigkeit freistehender hoher Schornsteine. 159
auf deren Vorschlag unter Bezugnahme auf §§ 105,
106 Abs. 2, 121 Abs. 6 und 7 des Allg. Baugesetzes
vom 1. Juli 1900 (GVBl. S. 381) über die Standfestigkeit
freistehender hoher Schornsteine folgende Bestimmungen
zu treffen:
I. Stabilitätsnachweis.
Aus dem der Bauanzeige für Schornsteine von
mehr als 12 m Höhe nach § 106 Abs. 2 des Allgemeinen
Baugesetzes für das Königreich Sachsen vom 1. Juli
1900 beizufügenden Stabilitätsnachweise muß genau zu
entnehmen sein, bis zu welchem Grade die verwendeten
Baustoffe in den gefährlichsten Querschnitten des Bauwerkes,
insbesondere in den untersten Absatzfugen des
Schornsteinschaftes und in der Fuge zwischen Sochel
und Grundmauerwerk oder in der Fuge über dem etwa
vorhandenen Sockelvorsprung, in Anspruch genommen
werden, sowie welche Belastung der Untergrund erfährt.
II. Winddruckh.
1. Als maßgebender Winddruch W gegen eine zur
Windrichtung senkrechte Fläche soll bei Schornsteinen in
der Regel ein Wert:
W 115 0.6 H kg Om
in Rechnung gestellt werden. II bedeutet die gesamte
Schornsteinhöhe einschließlich Sockel in Metern. Dem
Ermessen der Baupolizeibehörden bleibt vorbehalten, in
besonders gefährdeten Lagen die Annahme eines höheren
Winddrucks zu fordern.
2. Etwaiger Einfluß der Saugwirkung auf der
der Windrichtung entgegengesetzten Seite ist in diesem
Werte enthalten.
3. Der durch anstoßende oder umschließende Gebäude
gewährte Schutz des Schornsteines gegen Winddruck
soll in der Regel unberücksichtigt bleiben.
4. Als Winddruchfläche ist die Fläche des lotrechten
Achsschnittes einer Schornsteinsäule anzusehen.