Full text : Blatter für Rechtsanwendung. XXV. Band. (25)

196  Natur  u.  Gerichtsstand  der  Hypotheklöschungsklagen.

der  Rechtsgrund  derselben  entweder  schon  ursprünglich
  nicht  bestanden  habe  oder  doch  in  der  Felge,
sei  es  durch  Tilgung  oder  Erlaß  oder  wie  immer,
weggefallen  sei,  so  gründet  sie  sich  auf  ein  reines
Obligationsverhältnih,  und  kann  daher  nur  als  persönlich
  betrachtet  werden,  als  welche  sie  in  ford
domieilii  anzustellen  ist,  nach  Gestalt  der  Sache
aber  auch  in  foro  administrationis,  delicti,  contractus
  angestellt  werden  kann.  «

Sie  charakterisirt  sich  nämlich  als  die  condictio
  sine  causas),  wie  bereits  in  dem  oberstrichterlichen
  Erkenntnisse  vom  5.  Jumi  1858  (Bl.  f.  N.
Bd.  XXIII.  S.  266)  entwickelt  ist.

Der  häufige  Fall,  in  welchem  durch  Vernag
zwischen  dem  bisherigen  und  dem  neuen  Besitzer
von  diesem  eine  Hypothek  ohne  Einwilligung  des
Gläubigers  übernommen  worden  ist,  bildet  keine  Ausnahme;
  denn  wenn  auch  hiedarch  nach  strengem
Rechtssysteme  ein  Obligationsverhältniß  zwischen  dem
Unternehmer  und  dem  Gläubiger  nicht  erzeugt  wird,
so  besteht  dasselbe  doch  unzweifelhaft  nach  §.  56

2)  Dadurch,  daß  hier  nur  die  condictio  sine  causa,
als  am  weitesten  gehend,  genannt  wird-  will  die
condictio  indebiti  (vgl.  Bl.  f.  RA.  Bd.  XI  G.  342)
so  wenig  als  die  condictio  ob  causam  datorum
und  ob  injustam  causaln  auggeschlossen  werden;
denn  die  condictio  s.  c.  umfaßt  nach  ihrer  allgemeinen
  Wirksamkeit,  auch  die  genannten  Kondiktionen,
  insbesondere  hat  sie  die  für  unsere  Frage  entscheidenden.
  Merkmale  mit  ihnen  eweneti,
Savigny,  System  des  h.  röm.  R.

u.  525.  „Die  Namen“  (wird  S.  608.  *ßd§s  5  51
ben  nicht  auf  einer  durchgeführten  Eintheilung,  sondern
  sie  sollen  blos  dazu  dienen,  einige  Fälle  kurz
zu  bezeichnen;  es  ist  hauptsächlich  ein  theoretisches
Erleichterungsmittel.  Ein  besonderer  Werth  wird
von  den  Alten  nicht  darauf  gelegt;  die  Namen  werden
  oft  nicht  gebraucht,  oft  nicht  genau  gebraucht."