Dreißigjähriger Krieg.
Tilly und Wallenstein Norddeutschland;
letzterer wurde zum Herzog von Mecklenburg
und zumbaltischen Admiral ernannt,
konnte aber die Stadt Stralsund 1628
nicht erobern. Der Friede zu Lübeck 12.
Mai 1629 beendete den Krieg mit Dänemark.
Im Gefühl des nunmehr auch in
Norddeutschland errunene Übergewichts
erließ der Kaiser 6. März 1629 das Restitutionsedikt,
nach welchem alle seit dem
Lasauer Vertrag eingezogenen geistlichen
üter und die von den Protestanten besetzten
mittelbaren und unmittelbaren Stifter
an die katholische Kirche zurückgegeben werden
sollten. Es gehörten dazu die Erzbistümer
Bremen und Magdeburg, 12 Bistümer,
darunter Minden, Halberstadt und
Verden, und eine Menge von Klöstern.
Die Ausführung des Edikts wurde dadurch
aufgehalten, daß infolge von Wallensteins
rücksichtsloser Kriegführung eine Verstimmung
zwischen dem Kaiser und den Fürsten
der Liga entstand. Diese, besonders Marximilian
von Bayern, benutzten die allgemeinen
Klagen der Fürsten und Städte über
die Gewaltthätigkeiten des kaiserlichen Feldherrn
und verlangten seine Absetzung.
Ferdinand gab ihnen auf dem Reichstag
u Regensburg 1630 nach, entließ Wallensen
und stellte die kaiserlichen Truppen
unter Tillys Oberbefehl. Wenige Wochen
nach Wallensteins Rücktritt landete König
Gustav Adolf von Schweden an der pommerschen
Küste, und damit begann der
schwedisch-deutsche Krieg.
Gustav Adolf hatte dem — Herzöge
von Pommern und Mecklenburg Folge geleistet,
nachdem durch Vermittelung des
französischen Ministers Richelieu ein
Waffenstillstand auf sechs Jahre den
Krieg Schwedens mit Polen verschoben
hatte. In einem Manifest forderte nun
der Schwedenkönig die evangelischen Fürsten
zum Anschluß auf, doch Brandenburg
und Sachsen zögerten. Während
Frankreich 13. Jan. 1631 zu Bärwalde in
der Neumark einen Subsidienvertrag mit
Schweden auf fünf Jahreabschloß, verwarfen
die protestantischen Reichsstände, die
sich auf Veranlassung des Kurfürsten Johann
Georg in Leipzig versammelt hatten,
das schwedische Bündnis und beschlossen
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die Aufstellung eines eignen Heers, um
den Kaiser zur Aufhebung des Restitutionsedikts
zu zwingen. Auch der Kurfürst
Georg Witzelm von Brandenburg machte
Schwierigkeiten, zu den Schweden überzutreten,
und fügte sich erst, als Gustav
Adolf feindselig auftrat. Doch inzwischen
war so viel Zeit verloren gegangen, daß
ein Entsatz des von Tilly hart bedrängten
Pagbdeburg, unmöglich war; diese alte
tadt ward 20. Mai 1631 erobert und eine
Beute des
Fur, das die fanatische Bevölkerung
selbst angelegt haben soll. Erst
als Tilly des Kurfürsten Johann Georg bewaffnete
Neutralität nicht beachtete und
in Kursachsen einrückte, riefjener den schwedischen
König zu Hilfe. Dieser vereinigte
sich mit der sächsischen Armee und schlug
Tilly, der schon Leipzig eingenommen hatte,
17. Sept. bei Breitenfeld (s. d.). Während
der kursächsische General Arnim sich
nach Böhmen wandte, Prag eroberte und
Schlesien bedrohte, zog Gustav Adolf dem
Rhein zu, säuberte Schwaben von den Kaiserlichen
und rückte im Frühjahr 1632 über
Nürnberg an die Donau, um Tillyvon der
Verbindung mit Bayern und Böhmen abzucchneiden
Tilly, der den Schweden den
bergang über den Lech wehren wollte,
wurde hier tödlich verwundet und starb 30.
April in Ingolstadt. Gustav Adolf aber
ließ sich in Augsburg huldigen und hielt
in München seinen Einzug. ### seiner Not
entschloß sich der Kaiser dazu, Wallenstein
wieder das Oberkommando zu übertragen;
derselbe bildete alsbald ein Heer, eroberte
Prag und vertrieb die Sachsen. Alsdann
rückte er Gustav Adolf entgegen, der bei
Nürnberg ein Lager bezogen hatte. Nachdem
beide Gegner fast drei Monate einander
gegenübergestanden hatten und ein
Angriff der Schweden auf Wallensteins
Lager abgeschlagen war, brach der König
auf und wandte sich zunächst nach Süden.
Als Wallenstein dann gegen Sachsen vordrang,
eilte Gustav Adolf auf die Bitte des
Kurfürsten zum Schutz desbedräugten Landes
herbei. Der Sieg bei Lützen d.) 16.
Nov. 1632 kostete dem Schwedenkönig das
Leben. Fortan fehlte es den protestantischen
Reichsständen an einem energischen
Oberhaupt, und der schwedische Kanzler