Objekt: Bismarck Die gesammelten Werke. Band 2. (2)

106 General Dannhauer. 
lassen, verdanke ich vertraulichen Außerungen meiner Kollegen. Der K. Militärbevoll- 
mächtigte bat mir vor vierzehn Tagen bei seiner Rückkehr von Berlin, wo er zum letzten 
Male Seschäfte mit mir besprochen hat, mitgeteilt, daß er sich bereits vor seiner Abreise 
nach Berlin gegen den Kais. österreichischen Militärbevollmächtigten mit gewissen ge- 
beimen Maßnahmen in betreff des Verteidigungsstandes der Sestungen einverstanden er- 
klärt habe, und daß seinem diesfälligen Verhalten die Billigung Sr. K. H. des Prinj- 
regenten und E. E. zuteil geworden sei. Er bat auch später gegen andere und in schrift- 
lichen Mitteilungen auf die mündlichen Instruktionen Bezug genommen, welche er von 
Berlin mitgebracht habe, und in betreff deren mir eine nähere Kenntnis abgeht. Meiner- 
leits habe ich ihm von E. E. Sirkulardepeschen vom 12. d. M. Einsicht gegeben. 
Da E. E. auf Grund des sonst üblichen Geschäftsbetriebs vielleicht annehmen, daß ich 
von den Verhandlungen in der Bundes-Militärkommission und von dem Verhalten des K. 
Bevollmächtigten in derselben genaue und amtliche Kenntnis habe, so könnten Hochdieselben 
daraus folgern, daß von seiten des Herrn Generals Dannhauer nicht ohne mein Einver- 
ständnis gehandelt wird. Unter diesen Umständen glaube ich, um mich selbst keiner Ver- 
antwortung auszusetzen, jeden Sweifel darüber ausschließen zu müssen, daß mir die Anträge, 
welche aus der Wilitärkommission in ihrer heutigen Sitzung bervorgeben werden, ebenso 
wie die vorhergebenden Verbandlungen zu denselben vollständig fremd und unbekannt sind. 
Nach dem, was mir über dieselben zu Ohren kommt, befürchte ich, daß die Militärkom- 
mislion, mit preußischer Sustimmung, Anträge stellen wird, welche über das durch die Sirku- 
lardepeschen vom 12. d. M. für unsere Haltung angedeutete Mah binausgehen. 
Eine seit längerer Zeit andauernde Krankheit hat mich bisher verbindert, mir aus in- 
direkten Quellen diejenige Kenntnis von den Beratungen der Militärkommission zu ver- 
schaffen, welche E. C. die Berichte des K. Militärbevollmächtigten ohne Zweifel gewähren 
werden. . 
460. Bericht vom 25. Sebruar 1859 an den Prinzregenten, betr. 
Abnahme der kriegerischen Stimmung am Bunde. Davon abweichende Haltung 
ÖOsterreichs. — Vgl. Doschinger III, Ar. 219. 
461. Bericht an Minister v. Schleinitz. 
[Ausfertigung.) 
26. Sebruar 1880.0 
Der K. Militärbevollmächtigte hat mir heute Abschrift des Berichtes mitgeteilt, ver- 
mittels dessen er E. E. die Mitteilung vorlegt, welche die Militärkommission in betreff von 
Maßregeln zur Verteidigung des Bundesgebiets an den Militärausschuß richtet. Es ist 
dies die erste Nachricht. welche ich selbst seitens des K. Militärbevollmächtigten überhaupt 
darüber erhalte, daß in der Militärkommission Verbandlungen über diejenigen Sragen 
schweben, welche den Inbalt des Berichtes an den Militärausschuß bilden, und habe ich 
namentlich nicht erwartet, daß Anträge, welche unter allen Umständen von ungewöbnlicher 
Wichtigkeit sein würden, welche aber im jetzigen Augenblick den Cbarakter einer großen 
politischen Mahregel annehmen, im Schoße der Militärkommission beraten, unterschrieben 
*) Bel oschinger nach dem Konjept gedruckt, das mebrsach obweicht.