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Sachverständigen zu berufen sei; 2. daß diese- Kommission aus sieben Mit-
gliedern mit entscheidender Stimme zu bestehen habe, und die Regierungen von
Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden, Hessen und Hamburg zu
ersuchen seien, dem Reichskanzler-Amt je ein Mitglied für die Berufung in
diese Kommission zu bezeichnen, daß ferner der Kommission zwei Mitglieder
mit beratender Stimme beizugeben, und die Regierung von Bremen und das
Reichskanzler-Amt für Elsaß-Lothringen zur Bezeichnung je eines dieser Mit-
glieder zu ersuchen seien."“
In der Sitzung des Bundesrats vom 25. Juni 1877 wurde unter dem
Präsidium des Finanzministers Camphausen der Antrag der Ausschüsse mit
großer Majorität zum Beschluß gestellt. Den Bericht erstattete der Wirkliche
Geheime Rat v. Liebe. Es wurde über die beiden Nummern des Ausschuß-
antrags gesondert abgestimmt. Beide Nummern wurden mit Stimmenmehrheit
angenommen. Auf eine Anregung des bayerischen Bevollmächtigten erklärte
man sich damit einverstanden, daß das Reichskanzler-Amt die Frage über die
Höhe des Satzes der den Kommissionsmitgliedern zu gewährenden Diäten in
nähere Erwägung nehmen und eventuell eine bezügliche Vorlage machen möge.
Matrikularbeiträge. Im März 1877 beschloß der Bundesrat, daß
die Bevölkerungszahlen im Reiche nach der Zählung von 1875 festzustellen und
maßgebend für den Gesamtbedarf an Rekruten für die Einzelstaaten sowie für
definitive Feststellung der Matrikularbeiträge und die Abrechnung über die
gemeinsamen Zolleinnahmen, und zwar nach Maßgabe der ortsanwesenden Be-
völkerung zu gelten habe.
An Matrikularbeiträgen waren nach einem Beschlusse vom 1. Mai 1877
nach Abzug des Ueberschusses aus dem Jahre 1875 im Betrage von
11528595 Mark noch 81044 171 Mark zu decken. Davon kamen auf
Preußen 36 375264 Mark, auf Bayern 19717313 Mark, auf Sachsen
4 008 861 Mark, auf Württemberg 6 874 942 Mark, auf Baden 5 048 550 Mark,
auf Hessen 1210 308 Mark, auf Elsaß-Lothringen 3041087 Mark. Die
Beiträge der übrigen Staaten bleiben unter einer Million Mark.1)
1) Bundesratsverhandlungen, betreffend die Verteilung von Restbeständen der fran-
zösischen Kriegskontribution beziehungsweise der Zinsen derselben, s. „Nat.-Ztg.“ Nr. 123
v. 14. 3. 77, Nr. 129 v. 17. 3. 77 und Nr. 152 v. 31. 3. 77, die Etats für das Reichs-
kanzler-Amt, das Reichs-Justiz-Amt und die Verwaltung der Reichslande „Nordd. Allg.
Ztg.“ Nr. 200 v. 20. 9. 76, den Bericht der Reichsschuldenkommission über die Ver-
waltung des Schuldenwesens des Norddeutschen Bundes beziehungsweise des Deutschen
Reichs, des Reichs-Invalidensonds, des Festungsbaufonds und des Fonds für Errichtung
des Reichstagsgebäudes, den Reichskriegsschatz und das Banknotenwesen „Nat.-Ztg.“
Nr. 210 v. 6. 5. 77, die Aenderung der Instruktion für den Rechnungshof aus Anlaß
der Verlegung des Etatsjahres „Nat.-Ztg. Nr. 89 v. 22. 2. 77, das Ergebnis der von
der Verwaltung des Reichs-Invalidenfonds aufgestellten Bilanzrechnung „Nat.-Ztg.“ Nr. 119