Full text: Gedanken und Erinnerungen. Erster Band. (1)

338 Siebzehntes Kapitel: Der Frankfurter Fürstentag. 
Generals von Gablenz gemachten preußischen Friedensanerbietungen 
und deren finanz-ministerielle Begründung durch das Bedürfniß 
einer preußischen Contribution, die damals bekundete Bereitwillig- 
keit, nach der ersten Schlacht zu verhandeln, kennzeichnet die Sicher- 
heit, mit der man auf den Sieg in letztrer zählte. 
II. 
Das Gesammtergebniß dieser in gleicher Richtung wirkenden 
Vorstellungen war denn auch das Gegentheil von einem Entgegen- 
kommen des Wiener Cabinets für dualistische Neigungen; Oestreich 
ging über die preußische Anregung von 1862 zur Tagesordnung 
über mit der diametral entgegengesetzten Initiative zur Berufung 
des Frankfurter Fürstentages, durch die Anfangs August in Gastein 
König Wilhelm und sein Cabinet überrascht wurden. 
Nach den Mittheilungen von Fröbel ), der sich als den Ur- 
heber des Fürstencongresses betrachtet und ohne Zweifel in die Vor- 
bereitungen eingeweiht war, ist den übrigen deutschen Fürsten vor 
Empfang der vom 31. Juli datirten Einladung der östreichische 
Plan nicht bekannt gewesen. Es wäre jedoch möglich, daß man 
den nachmaligen würtembergischen Minister von Varnbüler bis 
zu einem gewissen Grade in das Geheimniß gezogen hatte. Dieser 
kluge und strebsame Politiker zeigte im Sommer 1863 Neigung, 
mit mir die Beziehungen zu erneuern, die früher zwischen uns 
durch Vermittlung unfres gemeinschaftlichen Freundes von Below- 
Hohendorf entstanden waren. Er veranlaßte mich zu einer Zusammen- 
kunft, die am 12. Juli in einer auf seinen Wunsch geheimnißvollen 
Form in einem kleinen böhmischen Orte westlich von Karlsbad 
  
X) Julius Fröbel, Ein Lebenslauf. Stuttgart 1891. Theil H 
S. 252. 255.
	        
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