Full text: I. Anhang zu den Gedanken und Erinnerungen. Kaiser Wilhelm I. und Bismarck. (5)

1875 
11. 9. 
1875 
18. 12 
— 262 — 
genommen. Von allen Aeußerlichkeiten abgesehn halte ich ihn 
für einen Mann, den man zum Heirathen jeder Frau empfehlen 
kann, für einen durchweg zuverlässigen Ehemann und Ehren- 
mann. Dabei hat er genug von der Welt gesehn, um sich 
auch in schwierigen Familienverhältnissen sicher bewegen zu 
können. Vermögen wird seine Frau eventuell haben müssen, 
wenn sein Haushalt au niveau der Meinung beleiben soll, 
welche die Prinzen Reuß von ihrer Stellung haben. Im 
Uebrigen aber bin ich überzeugt, daß dieser alle Eigenschaften 
in das Haus bringen würde, die als Bürgschaft einer glück- 
lichen Ehe betrachtet werden können. Ich glaube auch, daß er 
körperlich gesund ist, abgesehn von äußern Verletzungen. 
Meine Frau und Tochter bitten mich, Eurer Mgojestät 
ihre ehrfurchtsvollen und dankbaren Empfehlungen zu Füßen 
zu legen. v. Bismarck. 
273. 
B. 5. 12. 75. 
Soeben erfahre ich den zu schmerzlichen Schlag, der Sie 
Alle, vor Allem Ihre liebe Tochter getroffen hat?), und eile ich 
meine aufrichtigste und innigste Theilnahme Ihnen auszu- 
sprechen! Gott sende Ihnen Allen Seinen Beistand zu tragen, 
was Er verhängt!! Ihr 
Wilhelm. 
274. 
Berlin 18. 12. 75. 
Aus den Anlagen werden Sie ersehen, daß eine Prinzeß 
Salm-Salm'') einen Herrn Padberg heirathen will und daß beide 
Theile trotz der entgegenstehenden Schwierigkeiten fest bei der zu 
schließenden Verbindung beharren. Um jedoch die Kluft zwischen 
*) Tod des Grafen Wend zu Eulenburg. 
*“) Olga, Tochter des Prinzen Emil.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.