Contents : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

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behalten.  Der  Vorsprung  darf  gch  ai:  mindern,
er  muß  noch  wachsen.  Diese  Erkenninis  gab  dem
deutschen  Wirtschaftsleden  des  vorien  Jahres
sein  ein##gartiges  Gepräge.  Sie  hat  das  Jahr
1916  in  Deutschland  zum  Jahr  der  gewalsigen

ergansatton  gemacht,  das  bisher  je  ein  Volk
erlebte

Zunächst  ist  der  Ausbau  der  Kriegswirtschaft
  vervollständigt  und  ve  e  worden.
Auter  den  vielen  Beweisen  unserer  Friedensliebe
  wird  später  die  Tatsuche  eine  besondere
Rolle  spielen,  daß  wir  auf  wirtschaftlichem  webiet
fast  unvorbereitet  in  den  Krieg  gegangen  find.
Plötlich,  nie  das  Bedürfnis  auftauckte,  mußte
die  gereiste  Organisationskraft  unseres  Volles
die  vielen  Lücken  ohne  einheillichen  Plan  so  gut
er  ging,  ausfüllen.  Aus  dem  Augenlick  geberen.
  reichten  diese  zahllosen  Zufallsgründungen
für  den  Augenb  d  aus:  für  eine  #  Wirgsdaher
von  Jahren  mußten  sie  vereinheitlicht  und  rerbeisert
  werden.  Der  Konzentrationsgedanke
drang  siegreich  durck.  Er  soßte  1916  die  vielen
Ein:  zelorgauisationen  der  Volksde-  orgung  im
Kreisen#hrungsnmie  zusammen.  Dodurch  wurde
  manche  Unvyllkommenhett  be  ase  tigt,  aber  n#
rurlich  für  den  Ausfall  der  aroßen  Eiufuhr.  die
allein  in  Brotgetreide  und  Fuͤltermitteln  auf
1#  Millionen  Tonnen  im  Jahre  sich  belief.  lein
Eraatz  geschassen.  Die  Ku-  Appheit  zu  beseitigen,
lag  troß  aller  Croßtaten  der  Wissenschaft  und
Technit  außerhalb  des  Beresches  moenschlichen
Könnens,  zumal  unvermeidlich  alßert  fremden
auch  heimische  Nahrungsmittel  ausfielen.  Es
mußte  nur  verht  nrert  werden,  dar  die  unabtrendbare
  Knappheit  in  einzelnen  Gegenden
und  Personenkreisen  gesährlich  sich  häufte.  Sie
durch  möglichst  gleichmäßige  Verteilung  unshdlich,
  zu  machen,  war  die  neue  gewaltige
Aufgabe.  Im  2#ge  des  sreien  Verthro  war  sie
nadk,  den  unumstößlichen  Gesetzen  des  Wirtc
  aftslebens  nicht  zu  lösen.  Wenn  der  Vorrat
binter  der  Nachsrage  zurückbleibt,  ill  jein  vor-:ettiger
  Verbrauch  nur  durch  ein  Zuangssosten
der  Versargung  mit  Sicherheit  zu  verhindern.
Das  wirkt  natürlich  verleuernd  uno  ist  uie  be-#ul
  fedigend.  Mihgrisse  lonnien  auch  im  abgelauienen
  Jahre  nicht  vermiede.,  werden.  Aber
die  unerp##ob  Ve  sune  der  Anfandsteit  sind
mehr  und  mehr  durch  ein  wohldurch  dadten  Surem
  zurudgedrängt  n  orden,  und  für  den  unbeaaenen
  Blick  bleibt  es  im  ganzen  ein  Wunderwert
  deutscher  Selbilbeherrsctung,  wie  wir
durch  alle  Schwierigkeit  en  und  Gefahren  hindurchgelommen
  sind.  Daraus  dürfen  Uir.  zumal
  der  Organisalionsgedanke  je  von  der
Verteilung  auch  auf  die  Erzeugung  erm#reck:  wird,
jene  Zuversicht  sür  die  Zulunft“  schöpfen,  auch
niun  uns  das  Schwert  nicht  einige  der  fruchtlariten
  Getreidegebiete  Europ#s  mit  reichen  Erirägen
  in  Rumänien  wunderbar  ertritten  hätte.
An  Entbehrungen  wird  es  au#  in  Zukunft  nicht
fehien,  aber  das  Gespenst  des  Hungers,  das
ven  Deutlschland  endgältig  ’“  i#t,  beninnt
  insolge  d  lechter  Ernle  in  oen  uberseeischen
Erieugungsgebeten  in  England,  dem  Lande,  das
den  hpandplan  des  Aushungerungsläseges  gelar.
  immer  ernster  sein  Haupt  zu  erheben.  Die
(berechtigkeit  ist  strafend  im  Anmel##.

(Schluß  folgt.)

S#reschiedeue  A#nchrich#.

Berlin,  1.  Dan.  Die  57  #recl  ungariiche
Regierung  har  ein  Einfu-  hrrerbha  für  denttche
Films  erla'sen.  Das  *#ê  erfolzle  im  QZusenhang
  mit  den  :  Verebungen,  dic  öllerchische

  B.luta  zu  verbe  jern.  Tas  Reichsan#n
der  Jnern  ha#t  diesen  jür  die  deutsche  Induttrie
schweren  Schlag  in  B

 

Verhandlungen  Anit  der
oiterreichischen  Regierung  abeuwenden  2ber  zu
muldern  ornsucht,  doch  sind  bisher  alle  Vemühnn.
ven  erfolglos  geblieben.  Das  Verbot  trilt  mit
dem  2.  Januar  in  Kraft.

Köln,  1.  Jan.  Einem  großen  Lebenemittelsckmuggel
  scheint  man  in  Greia  auf  die  Spur  gelommen

  zu  sein.  Als  ein  in  de:  Mähe  von  Köln
anfässiger  Gutsbesitzer  in  Ereiz  seinen  Bruder
besuchen  Uollte,  wurde  er  in  Haft  geuommen.
Der  28  Jahre  alte  Verhaft-##  steht  im  Verdacht,
an  großen  Lebensmittelschmuggeleien  aus  Belgien
  beteiligt  gemesen  zu  sein,  die  in  die  Milli-=nen
  gingen  und  bei  denen  es  sich  in  der  Hauptsache
  um  Speck  und  Weni  handelte.  Anscheinend
  kommt  noch  eine  ganze  Anzahl  Helfershelfer
  mit  in  Betracht.

Bayerische  Ehrenlasel.

Xr.  A.  Nicht  weniger  als  dreimal  war  am
il.  Otober  1915  Beizefeidu##ebel  der  Reserve
Martlin  Huber  der  1.  Kompadme  1.  Jufan.
terie-  Regiments  von  Bernbichl,  Landat#beiter  zu
Zipfleck,  B.  M.  Traunstein,  im  Trommelfeuer  bei
verschüttet  worden,  hatie  sich  jedoch  stets
Lieder  mit  der  zähesten  Willenekraft  selbst
herausgearbeitet.  Als  gegen  Abend  der  Insanterieangriff
  einsetzte,  trat  er,  aus  der  Dequng
tihn  hervorbrechend,  an  die  Spigz=  seines  Halb
zuges  und  riß  ihn,  während  die  erflen  Franzosen
sc,on  in  die  Soppe  sprangen  und  die  schwach
1½  -  zurückzudrangen  suchten,  zum  Ge.

Dn.  daßs  der  Gruben  int  in  eigenem
Besce  verblev.  Silberne  Medaille.)

 

 

Kr.  A.  Schon  im  Beginge  des  am  1.  Augufsl
1010  von  zwei  Kompagnien  Reserve.  Infanterie-Regiments
  Nr.  15  im  Bergualde  südlich  des
Forts  N.  ansgeführten  Sturmes,  oer  die  Frandesen
  um  ein  beträchtliches  Steck  urückkrieb
unten  von  einem  der  beigegebenen  Raschinengewehre
  der  Fährer  verwundtt  und  ein  Mann
der  Bedienung  getötet  worden,  doch  übernah:  n
Gefreiter  der  Reserve  Johann  Orlner,  ein  von
Prutting,  B.  A.  Rosenheim  geburtiger  Schloisen
aus  Manden,  als  Richtschütze  rasch  das  Gewehrt
und  brachie  es  nmährend  de:  B.rhzehens  mindestens
  zwölsmal  in  neue  Stellungen,  wobei  er
es  trotz  der  durch  das  wiederholie  Weiterschieppen
  verursachten  lörperlichen  leberanitcengung
steto  mit  gleicher  Ruhe  und  Sche't  bediente.
Unterosfizier  der  Reserve  Johann  Mahr.  Bergmann
  von  Etfingen,  Kreis  Forbach  i.  L.,  folgle
als  Führer  des  zueiten  Masckinengewehrs  der
andern  Kompagnie,  spornte  schon  vor  dem
Sturm  seine  Bedienungemannschiaft  wie  auch  die
Sturmtruppe  zu  sneldigem  Vor-#  Sehen  an  und
ß.  ungead  let  der  ringaum  eim  dlagenden
eigenen  und  seindlichen  Grangten  auf  der  Binstwehr
  des  Grabens  sreisteyend,  mi  einem  Insanteriegen
  ehr  eine  Anzahl  weißer  und  schwarzer
Frauz#en  nieder,  um  sodann  beim  Angriffe
selb  mit  seinem  Kleingeschüb  als  einer  der
ersten  aus  der  Stellung  vorzubrechen.  Da  der
Anlaus  starle  Behinderung  duräi  das  Zeuer
zueier  französischer  Masch  nengemehre  fand,
nahm  sie  Mohr  unter  wirisaine:  Neuer  und
ermöglickte  o  ihre  Wegnahme  derch  uniere  In
santerie.  Darauf  verteilte  er  sein:  Bediennug
auf  beide  Ge  euehre  und  ließ  di  esosort  negen
ihre  früheren  Besitzer  in  den  Kamyf  treten.  Als
der  Feind  am  2.  August  die  lags  zuvor  verlerene
  Stellung  wieder  zu  geminnen  versup#te,
nahm  er  ihn  gleich  beim  Verlasten  des  Grabens
unter  Feuer  und  erslickte  den  Angriff  im  Keime.
Bereit=  Inhaber  des  Eisernen  Kreuz=  s.  erhiel.
ten  Ortner  und  Mohr,  dessen  Bruil  auch  dar
Miitär-  Verdienstkreuz  schon  läuger  schmückte,
für  ihren  rühmlichen  Anteil  an  dem  erjolgreichen
Sturme  die  Goldene  Medaille.

 

 

Auch  zu  Bause  muß  Nieser  Erieg  mil  alen
Witteln  geführt  werden;  eine  der  vorurhußen
Dä#c#ten  der  ZuFansegebliebrnen  muh  hHenute
die  Ablieferung  alles  in  ihrem  Desth  defindischen
gemünsten  und  ungemünzten  Goldes  seln.

 

 

 

 

hayerssches  oObeiland.

Uohenaschau,  1.  Januar.  Die  Beerdigun
der  Frau  von  Hillern  trug  einen  ebenf?  würdigen
  als  bergic,  en  Charakter.  Trog  des  Wun.
sches  der  Familie,  megen  des  Kr  n•.  von
Kranzspenden  arzusehen,  traf  doch  eine  große
Jahl  solcher  ein,  besonders  mit  Kondolenz  des
gesamten  großherzoglich-badischen  Haus:  eine
Blumenspende  der  GCroßherzogin  Luise  von
VBaden.  Um  halb  9  Uhr  beuegte  iĩich  der
Trauerzug  vom  Sterbehaus,  der  Rula  Grötzich
in  Hohenaschau,  auf  der  Straße  nach  Wieder.
aschau  zu.  nachdem  die  Zöglinge  des  Kinderheimes
  noch  ein  Trauerlied  gesungen  hatien,
Vor  dem  teichbekränzien  Trauer###gen  ichritt
bie  Geistlichleit,  hinter  derselben  die  Aunverwandten,

  voran  Profefor  Zeno  Diemer  mit
Sbnen.  Reicherat  Cramer  Klett  mit  F  Fran  Gemahlin,
  die  sonstigen  Trauergälle,  und  die
sahlreicke  O  etseinnohnerschaft.  Unter  feieilichem
Trauergelähte  zog  man  in  Niederaschun  mit
seiner  imposanten  doppeltürmigen  Kilche  ein.
Neben  der  Goltesackerkapelle  war  im  schöngeic.
genen  Crierhof  die  Gäabesstelle  der  berühmten
Dichterin  und  edlen  Frau  ausgewmähmt.  Nach
der  Lilurgie  hielt  HH.  Schloßlaplun  Dr.  Röd
die  nach  Inhalt  und  Form  vollendete  Grabrede.
Er  fiellte  die  hohe  literarische  Bedeutung  des
Lebenswerles  der  Dichterin  dar,  betonte  den
tiefen  Gehalt  ihrer  Werie  und  den  religiosen
Zug,  der  durch  dieselben  ging.  Ihr  Leben  war
ein  Ringen  nach  Wahcheit,  Tasten  nach
Licht,  Suchen  Gottes,  und  sie  fand  ilm:  nach
schmeren  Seelenkämpfen  in  einem  durch  den
Glauben  veredelten  Tod.  Noch  am  Tage  vor
der  Christnacht  empfing  sie  ohne  Todesahnung
die  hl.  Sakramente,  unter  den  Cebeten  der
lexten  hl.  Oelung  verschied  sie.  Nach  der  ergreifenden
  Grabrede  sang  der  Kirchenchor  das
„Seiig  die  Entschlafenen“  von  Mendelssohn.
Hierauf  sprach  HH.  Pater  O.  S.  B.  Stephan
namens  der  Benediktiner  von  Scheyern  und
Ettal;  er  hob  den  wahrhaft  klindlichen  Glau.
ben  der  Verstorbenen  hervor.  Herr  NReichsrat  v.
Cramer-Kleit  jegte  mit  ebenfalls  ergreifenden
Worlen  namens  der  Gemeinden  von  Aschau,  seines
  eigenen  Hauses  und  aller  Freunde  der  Veri-4bDfrbenen,
  Hauptlehrer  Feldigl  namen;  der
danklaren  Gemeinde  Oberammergan  einen
Kranz  nieder.  Oberammergau  wiro  ihrer  als
Dichterin,  Beraterin  und  Helferin  in  miancher
Familienforge  niemals  vergessen.  Hierauf  fan.
den  die  lt  in  der  Pfarrkie  “  stats.

wobei  der  Kirchenchor  unter  der  treffli
lung  des  Heren  Lehrers  ein  Ne  oon  a4
ner,  eine  Messe  von  Gruber,  ein  Offertorium  von
Mendelssohn  und  Beimingers  Vibera  !14
Nach  der  Trauerfeier  kamen  immer  noch  i
und  Beileidstelegramme  an.

 

 

Komnnugles.
Oeffentliche  Sitzung
des  Kollegiums  der  Gemeinde--Bevollmächtigten

Mitlwoch,  den  3.  Januar  1917,
nachmittags  3  Uhr.
Tagesordnung:
1.  Wahl  der  Vorstandschaft  pro  1917.
2.  Bekanntgabe  magistrat  scher  Zuschtinten.
3.  Gasmerk,  ier  Etatsvariant.
4.  rieasunte:  statzung  ftädtischer  Anteit  r  Famiien.

5.  E#ledigung  der  noch  ausständigen  Etots  pro

Geheime  Sitzung:

Teuerungszulage  an  die  flädtischen  Beamten
und  Bediensteten.

 

Lotalnachrichen

Rosenheim,  2.  Janua.
Auf  dem  Felde  der  Ehre  gesalten
Johann  Mittermayer,  Oelsonomssonn  aus  Ean
mie:-Prien,  Soldat  im  Ins.-Leih-Na  S#’b.-.
Anzinger.  Kainzbauerssohn  aus  ##ie  bei
Creimbartena,  Soldat  im  23.  Res.  Ins.  919
Matthäus  Stlockhammer,  Sägearbeiter  eus
Mühldorf,  Gefreiter  im  2.  us.  Neg..  Inhaber
des  Militärverdienstkrenzes  .  Klaste  mit
Säwertern.

Auszeichnungen  im
Lerch,  Pionier  in  einer  Miner  vrrferlomr.
nurde  mit  dem  Eisernen  Kreuz  2.  Kla'se  ausgezeichnet;
  er  ist  ein  Sohn  der  Sch=  thmachers.
eheleute  Verch,  in  Unterflintsbach,  steht  selt  Apail
1916  im  Felde  und  lämofte  bei  Verdun  und
an  der  Somme  mit.  Der  Inf.  Joseph  Krey,
Dampfsschifflassier  in  Prien.  wurde  zit  dem
Tilltsrurrdiemkten  3.  Ksasse  mit  Schwertern
ausee  z#in  net

Felde.  Johann

ichelemarichten  Anueisung  e.hielten:
  der  Kradinutor  in  Fewiirahen  bei  Aibling
Pr.  Angusten  GCöll  als  2.  Kooperator  in  Cbers
berg;  der  Koadjutor  in  Oberberglirchen  Pr.
Andr.  Hartinger  als  No.#djutor  in  Feldkirchen
der  vorm.  Psfarrprediger  ji„  Rosenheim  U#.r
Joh.  Bapt.  Stassler  als  Vilar  der  erledigten
Pferrei  selin:  der  Ausbilfspriester  in  Berchtezaden
  Pr.  Igu.  Stangessinger  als  1.  Kaplan
daserb

Oberbaner.  —J  duldieust  VBet  uur.
den:  der  Vokllefhallehr##  Karl  Feinol  in  Got.
n  M.  Meshad:,  nach  Halfing.  Bll.  Nosenhbmm:
  e  lklehrer  Rupert  Schruger  von
Grofihrlehausen,  Bll.  Rosenteim,  zurzeit  ver.
nendet  an  der  Schule  in  Halfine,  BlU.  NRosenheim.
  zur  Aushilfe  auf  den  elledigten  Schuldienst
  in  Gotzing,  ViU.  Miesbam:  Ne  ernannt!
der  Kandidat  des  Volieschuloienste:  Jos.  Seagsei
  in  München,  zutzeil  im  Veere.  ab  1.  Jannar
zum  Hilfslehrer  auf  die  bis  auf  weileres  mit
einem  Hilselehrer  zu  besetzende  Schulverwezersteile
an  der  Knabenschule  in  Nosenheim:  die  Kaididatin
  des  Volleschuldiensles  Klara  Op.
renrieder  in  Unterlaus,  BA.  Aibling,  zuczeit  zur
Aushlfe  in  Leobendors.  B.  Laufen,  unter  vorläufiger
  Belafs.  ung  daselbst  zur  Hilfslehrerin  in
Neutirchen,  BüA.  Laufen.

Die  Jahreswende  oollzog  sich  unter
großer  Ungunst  der  Witterun  An  stürmendem
Föhn  ist  das  alte  Jahr  zu  Ende  gegangen,
und  die  Glocken,  die  am  Sirveslerabend  von
den  Kirchtürmen  tönten,  liangen  machtvoll
zusammen  mit  dem  Sturmorchester  um  Haus
und  Haf.  Das  Jahr,  das  sich  von  uns  wendete,
war  so  gesättigt  voll  von  Ereic#nmien,  Taten
und  Opfern,  wie  sie  kein  Lebender  vorher  er
fuhr.  Aber  zum  letzten  Stundenschiag  klangen
die  Gläser  zusammen.  Die  Segenswünsche  kreuzten
  sich.  Die  heißesten  Wünsche  brieben  wohl
freilich,  wie  so  oft,  zwischen  Lippe  und  Kel.
chesrand  ungusgesprochen.  Da  und  dort  lrach#e
ein  Pitolenschuh  vurs  die  Luft.  Jetzt  stehen
wir  schon  mit  veiden  Füßen  im  neuen  Jahr.
Ungebärdig  hat  es  sich  einoefährt.  Aber  das
Alte  war  nicht  nur  laut  und  Mürmisch,  es  war
auch  reich  an  erbaulicher  Zuversicht.  Es  hat
im  letzten  seiner  Monate  über  allen  Kamopf.
und  Siegeszeichen  eine  Fahne  enlfaltet,  auf
der  das  Wort  Frieden  als  Verheitung  sland.
Dieses  Wort  wird  stehen  bleiben,  und  seine
Kraft  wird  wachsen  mit  der  Sonnenrraft  des
weuen  Jahres.  Es  wird  noch  frieren  u.  schneien
und  stürmen  müssen  —  und  wird  doch  Frühling
werden.

Eine  Schwindlerin.  Eine  Flauensparfon
schwindelte  bei  Säcklermeister  Gilg  dahter  einen
japanischen  Marderpelz  im  Werte  von  104  Mé.
heraus.  Die  Täterin  ist  ermttteit.

Die  Bayer.  Handelsbank,  welche  bereils
  im  Vorjahre  ihren  Beamtm  und  Vediensteten
  mehrmals  eine  Teuerunzos###e  bewilligte,
  tie  eine  solche  auch  für  das
1.  Quartak  1917  an  das  im  Dienst  befindliche
Persohal,  Die  zum  Heeresdleuft  eingerückten
Angestellten  erhielten  idre  vollen  Bezüge  ohne
Unterbeechung,  soweit  sie  bei  Kriegsbeginn
schon  in  Diensten  der  Bank  standen,  *

 

 

 

 

 

Nachtdienst  in  den  Apotheken.  Wir
machen  unsere  Leser  aufmerksam,  da  Fim  Monat
Jamoor  die  Engel-Apotheke,  Ecke  Bahnhof,  und
Münchenerstraße,  den  Nachtdienst  zu  wenhegen
hat.  Iu  diesem  Monat  ist  von  abends  8  lihr
bis  7  ühr  morgens  nur  die  obengenannte  Ap#.
theke  zugänglich.

Uusall  am  Heubecg.  Mehrere  junge
Leute  aus  Rosenheim  unternahmen  am  Somtag
am  Heuberg  (Badosen)  eine  Klekterparlie.  brit
der  sie  sich  anseilten.  Das  Sell  rih,  und  ein  Teil.
nehmer  stürzte  etwma  20  Meter  in  cine  Latsche,
blieb  aber  glücklicherweise  bort  hängen.  Leicht
verlett  an  Fuß.  Arm  und  Ropf,  wurde  er  von
seinen  Kameraden  geborgen  u.  noch  Nußdorf  zur
Rücklehr  nach  Rosenheim  gebracht.

Natxr  und  Thealer.

Volksheater.  Das  Nosenheime:  Vaklks.
theater  hatte  auch  über  Neujahr  wieder  zwei
sehr  gute  Tage,  die  zeigten,  daß  Back  unf  seine
darssellenden  Kefte  bei  den  Freunden  unseres
Vollslleaters  in  hoher  Gunil  stehen.  An  einem
Abem  gingen  „Girgl  und  Waberl“,  am  anderen
  „Nathias  Gollinger“,  üaber  die  Bühne,
Voll-  sücke,  die  zu  ar  für  uns  nicht  mehr  neu,
cber  immer  noch  sehr  zugkräfti  find.  Beide
Ausführmungen  erfreuten  sich  eines  sehr  guten
Vesucke;  und  zeichneten  sich  durch  flotte  Darstellungolunft
  und  abgerund  ete  Einzelleisingen
aus,  de  mit  reichem  Beifall  bedacht  wurden.  Am  1
criten  Spieltage  folgte  der  Aufführung  noch  eine
gemülliche  Silvesterseier.

Der  Weltkrieg.

I#  #eisge.
AUbenöbericht.
Berlin,  1.  Jan.  Amtlicher  Abend.

 

 

WITB.
bericht.

Nur  an  der  rumänssch-russischen  Front  lebhafte
  Kamuftätigkeit.

Das  Sriebensangebot.

die  Heuchelei  der  Antwor

BVerlin,  2.  Jan.  Er  znibt  wohl  keinen  Menschen
  in  Deutschland,  der  nicht  in  der  zezten  Zeil
mit  der  Ablehnung  des  Friedensangebotes  gerechnet
  hätle.  Es  wird  deshalb  niemand  cr.
schüttern,  daß  sie  erfolgt  it.  Aber  das  gröfte
Erstanen  muß  überall  die  Begrundung  eregen;
  ihre  ganze  Leichtfertigkeit,  Lügenhaftig.
leit  und  Einsalt  stehl  in  einem  schcoffen  Gegensatz
  u  den  furchtbaren  Ereignissen,  die  sie  zur
Folge  haben  muß.  Es  ist  schwer  erkdelich,  daß
101  Männer  ihren  Namen  unter  dieses  Schriftstück
habe#n  setzen  können,  ohne  zu  erröten.

Jom  und  Atscheu  muß  jeden  Rechtschaffenen
erfullen  angesichts  dieser  schamlosen  Heuchelei,
angesichto  der  verstockten  Bosheit  und  schmählichen
  Niedertracht,  mit  denen  die  Schuldigen
an  dieser  unheilvollen  Katastrophe  Recht  und
Gerechligkeit  zu  seilen  Mägden  herabwürdigen,
nm  um  ihre  Schuld  zu  verdecken.  Es  wird  ihnen
nicht  gelingen.  Die  Anturort  auf  oie  Ablehnung
unseres  Friedensangebi'tes  uied  ihnen  das
Schuert  Deutschlands  und  seiner  Verbündeten
erteilen  und  diese  Antwort  wird  furchtbar  sein!
Unsere  Feinde  wollen  den  Frieden  nicht  und  so
lommt  denn  das  Blut,  das  noch  fließen  muh,
über  sie.

Es  ist  nicht  möglich,  deut,icher  zu  erklären,
daß  man  keinen  Frieden  und  keine  Friedensverhandlungen
  will,  dah  man  gar  kein  Gewicht
darauf  legt,  unsere  Bedingungen  kennen  zu
lernen  und  daß  man  die  Kriedenzmunsche  u
neutralen  Staaten  unberüchichtigt  läßt.  Eine
geschtiebene  Antwort  auf  dieses  Dolumentscheint
nicht  mehr  nötig.  Die  Antwort  kann  nur  auf  den
Shlachtfeldern  erteilt  weroen.  Darum  muß
der  Armeebefehl,  mit  dem  der  Kaiser  unser  Friedensongebot
  begleitet  hat,  zur  Parole  des  neuen
Jahres  werden.  Es  ist  jegt  nicht  mehr  daran
zuzweifeln,  daß  Hindendurgs  Wort:  „Es  geht
um  Sein  oder  Nichtsein“  zur  Wahrheit  wird.

der  Sinn  der  Note  bedeutet,  dasß  man
Deutshland  dazu  dbringen  möckte,  vor  allem
in  bet  belgischen  Frage  nachzugeben.
Die  Antwort  der  Entente  on  Wilsen.

Genf,  2.  Jan.  Wie  „Pe#tit  Parisken“  berichtet,
  wird  die  Antwort  der  Alliierten  auf  die
Note  Wilsons  Ende  der  Woche  überre##t  u.  verössenllicht
  werden.  Sle  soil  von  aus#gemöhn
lichr  Bedeutung  sein  und  eine  bieher  umveröffènllichte
  Darstellung  Uber  Mane  der  Enteitto
entholten.  *  #