Full text : Bavaria. Landes und Volkskunde des Königreiches Bayern.

44  Die  geognostischen  Verhältnisse  des  obstbaver.  Grenzgebirges.

Weiter  im  Süden  machen  sich  Tertiärablagerungen  von  Amberg  an  im
Bodenwöhrer  Becken  und  von  da  längs  des  Urgebirgsrandes  bis  Regensburg
bemerkbar.  Hier  fehlt  es  neben  grauem  Sande,  groben  Quarzgerölllagen,
feinem,  thonigem  Sande  und  grauem  Tegel,  aus  welchem  die  Tertürschichten
zusammengesetzt  sind,  nicht  an  reichen  Braunkohleneinlagerungen  (Wackersdorf,
Schmidgaden,  Amberg,  Weiding,  Frohnhof,  Raubweiherhaus,  Steinberg,  Sauforst,
  hier  mit  Infusorienerde,  Regensburg).

Längs  des  Denauthales  sind  es  die  in  der  obern  Donauhochebene  so
großartig  verbreiteten  neogenen  Bildungen,  welche  in  Buchten  des  Urgebirgs
sich  abgesetzt  haben  und  im  Neuburgerwalde  das  letztere  überdecken.  Die  tiefste  Lage
nehmen  grobkörnige  oder  feinkörnige,  oft  glaukonitische,  Concretionen-führende
Sande,  erfüllt  von  Meeresconchylien,  Muschelsandstein,  (Mairhof,  Buchleitner,
Einberger,  Habühler,  Kemmating),  ein;  darauf  folgen  mergelige,  gelbe  Sande
und  Mergel  brackischen  Ursprungs  (Flinz  oder  Schlier)  und  endlich  Süßwassermergel
  mit  Andeutungen  von  Braunkohle  (Bogen,  Rittsteig,  Oed,  Aschbach,
Grub,  Freieröd  bei  Pfarrkirchen).

Die  Eruptionsgesteine,  welche  zur  Tertiärzeit  in  ausgiebigster  Menge  am
Südfuße  des  Erzgebirgs  hervorbrachen,  reichen,  wie  bekannt,  bis  ins  Fichtelgebirge
  und  erlangen  hier  im  Reichsforste  eine  ansehnliche  Verbreitung.  Die
Basalte  gehören  mithin  entschieden  den  nördlichen  Gebirgstheilen  an;  da  einzelne
  Kuppen  jedoch  dicht  an  das  oberpfälzische  Gebirge  (Waldeck,  Anzenberg,
Gummel,  Steinmühlberg,  Mitterteich,  Oberteich,  Bubenhart)  herantreten  und
im  oberen  Naabgebiete  zu  ansehnlichen  Kegelbergen  aus  dem  Keuper  emporragen
  (Rauher  Kulm,  Kühhübel,  Parkstein),  so  mußten  wir  ihrer  hier  doch  vorübergehend
  gedenken.

Quartäre  Formation.  Ablagerungen  von  Geröll  und  Schlamm  in
vorhistorischer  Zeit  an  Stellen,  welche  jetzt  unter  keinelei  Verhältnissen  mehr
von  den  Fluthen  des  Hochwassers  erreicht  werden  können,  gehören  der  quartären
  Formation  an.

Schotter,  Geröll  und  Sand  sind  in  der  Naabwondrebhochebene  und  im
Gebiete  des  Naablandes  über  alle  vertieften  Stellen  ausgebreitet.  An  der  Thalung
  der  Donau  treten  an  ihre  Stelle  eigenthümliche,  oft  zu  Conglomerat
verkittete  Quarzgerölle,  welche  zuweilen  sogar  aus  amorpher,  in  kauft:
Kali-=  löslicher  Kieselerde  (Dittling)  bestehen.  Sie  dehnen  sich  nicht  nur  in  hohen
Rücken  über  den  Neuburgerwald  aus  (Steinhart,  Forst  Hart,  Königsdobel),
sondern  liegen  in  isolirten,  zahlreichen  Particen  nördlich  der  Donau  bis  zu
iner  Höhe  von  1720“  auf  dem  Urgebirge.

Ueber  dem  Gerölle  findet  sich  in  der  Regel  eine  braune  Lehmlage  (Waldsassen).
  Im  Donaugebiete  wird  diese  zum  Löß,  jenem  lockeren  mergeligen
Lehm,  welcher  die  vorzüglichste,  ergiebigste  Ackerkrume  liefert,  und  durch  seine
Verbreitung  Bayerns  Kornkammer  bedingt  und  begrenzt.

Novärgebilde.  Wir  können  füglich  über  jene  Thalanschwemmungs-