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hatte zu harte Opfer gekostet. Wenn wir uns den zusammen—
geschmolzenen Kreis der Kameraden ansahen und dabei bedachten,
wie bis jetzt die Heere der Republik nach jedem Schlage, den
sie empfangen, und durch den sie auseinander gesprengt und
taktisch vernichtet waren, sich stets und bald wieder zusammen—
gefunden hatten, wie Quecksilber, das man auf eine Tischplatte
gießt, so daß uns unter allen Umständen noch harte und blutige
Kämpfe bis zur völligen Brechung alles Widerstandes bevor—
standen, so lag, obwohl solches Grübeln sonst nicht dem Sol—
daten eigen ist, der gewohnt ist, nur bis zur nächsten Stunde
vorwärts zu schauen, wohl jedem der Gedanke nahe, wann
wird die Stunde der Heimkehr schlagen, wirst du sie überhaupt
wiedersehen die Heimat, oder wird man dich auch bald in das
blutige Feld betten?
Das alte Jahr sollte mir und Freund v. W. noch eine
Freude bringen, uns beiden wurde am 30. für Auszeichnung
in der Schlacht von Beaune la Rolande das eiserne Kreuz ver—
liehen, das wir mit herzlicher Freude an unsere abgetragenen
Röcke hefteten. Beinahe wäre mir ferner noch am Schluß
des Jahres ein vielleicht wichtiger Fang gelungen — wenn es
das Geschick nicht anders gewollt hätte. Ich war nämlich am
Sylvester Offizier du jour und revidierte am Vormittage die
Wachen und Posten. Gerade war ich bei dem Posten vor dem
Ouartier des Divisionskommandeurs angelangt, als ich in mäßiger
Höhe einen Ballon, der jedenfalls von Paris abgelassen war,
heranschweben sah. Es juckte mir in den Fingern einen Schuß
darauf zu versuchen, indessen mitten in der Stadt und vor dem
Ouartier des Divisionskommandeurs, das konnte eventuell eine
gehörige Nase setzen. In dem Augenblicke trat der Adjutant
des Generals, Hauptmann Wotke vom 4östen Regiment, heraus
und rief auch sogleich seinen Chef zu dem Schauspiel.
Derselbe wollte aber von meinem Vorschlage, Schnellfeuer auf
den Ballon zu eröffnen, nichts wissen, schüttelte sein Haupt
und sagte: „Es hilft Ihnen ja doch nichts, erstens alarmieren
Sie mir die ganze Stadt und zweitens, wie wollen Sie denn
überhaupt die Entfernung taxieren“. „Das ist leichter als
man denkt, Exzellenz, antwortete ich, sehen Exzellenz das Ankertau,
das herabhängt? Jawohl, was ist damit? Nach der