Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

6  Jahrgens

Rosenheimer  A

Me.  240

 

 

 

 

 

 

4

nzeiger

—  17.  Otiober  1814

 

 

 

 

 

 

Der„Rosenheimer  Anzeiger“  dem  texilich  und  atio  reich  ausgestatleten  achtseuuigen  Das  Abonnement  wird  für  Nosenheim  in  der  M.  Nledermapr'schen  Buchdre###n#n#n  *
„Roseuheimer  ————  erschelnt  tägluch  F  4  Uhr  (mlt  Ausnahme  der  Sonn-  den  sechs  Fillal-  ditionen  der  Stadt  entgegengenommen;  außerdem  nehme:  0  "
und  Felertage).  —  Der  r  beträgt  oierteljährlich  1  Mark  80  Pfg.,  monatl  größeren  ömschaften  der  Umgebung  errichteten  Agenturen,  sowie  alle  Postan#t.e  .—3
60  Pf.,  sowohl  hleslge  als  auch  für  —  Abonnenten.  —  Postzustellgebühr,  liche  orstüber  de  1——  für  den  „Rosenheimer  Anzeiger“  an.  —  Die  einspallige  2  :
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v  Redaktion  —  72;  Inseraten-Abiellung:  235.  30  Pfennig;  S  —  oder  Zeilenabschlüssen  Nabatt  nach  aulliegendem  Tatlt
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Schus  der  Inseraten-Annahme  1  Uhr  mittags.  blesem  n  Zettpuntt  kann  kann  n  far  Aufnahme  int  die  18  laufende  T####ô  alcht  mehr  r  gerankrt  werden.  Fü#  schlechtoeschriedem  wird  leine  ————

 

Reue  weltgeschlchuliche  Dokumente  gegen  den  Dreiverband.

dor  großt  beute  in  Antwerpen.  —
1
)4r
Die  Berichte  aus  dem  Großen  Hauptauartier
konnten  uns  in  den  letzten  Tagen  Ereignisse
mitteilen,  die  wir  alle  mit  gröhler  Freude  begrüßen.
  Auf  allen  Kriegsschauplätzen  geht  es
sichlich  vorwärts,  die  Kämpfe  sind  mit  den
schönften  Erfolgen  für  unsere  Truppen  verbunden.
In  ersier  Linie  fleht  Belgien  nor  seinem
gänzlichen  Zusammenbruch.  Der  größte  Teil
des  durch  die  englisch-französische  Ruchlosigleit
in  die  Schrecken  des  Krieges  gestürzten  Landes
  ist  in  deutschem  Besitz.  Nur  noch  der
westliche,  vor  der  Küste  Felagerte  Strich  ist
noch  nicht  erobert.  Wir  wissen  aber,  daß  die
deutschen  Truppen  in  drei  Säulen  sich  Osende
  immer  mehr  nähern,  die  Säuberung  des

 

Zanzen  Landes  wird  also  bald  vollzoge  sein.
In  der  Tat  ist  Ostende  bereit=  bese  #t.
Am  Donnerstag  verlundete  ein  französischer

Bericht,  daß  Dpern  von  den  englischen  und
deutschen  Truppen  besetzt  wurde;  wenige  Stunden

  später  konnte  aber  gemeldet  werden,  daßn
pern  von  den  Deutschen  vollständig  umzingelt
  ist.  Die  Besatzung  geht  also  ihrem  Schidsal
  entgegen.  Groß  ist  die  Beute.  die  in
Antwerpen  gemacht  wurde;  Werte  in  Höhe  von
vielen  Millionen  sind  dort  in  unsere  Häude
gesallen.  Verhältnismäßig  gering  ist  indessen
die  Zahl  der  Gefangenen,  welche  bei  Antwerpen
  gemacht  werden  konnten.  Es  zeigt  sich
eben  immer  mehr,  daß  die  Beschiebung  der
Stadt  nur  benützt  wurde,  um  rechtzeitig  zu
emlommen.  Auch  hier  hat  der  perside  Engländer
  zuerst  an  sich  selbst  gedacht.  Sie  sorgen
  dafür,  daß  sie  sich  leicht  einschiffen  konntten,
  wenn  auch  vereinzelte  Truppen  noch  auf
belgischem  Boden  im  Kampfe  siehen.  Wag  die
belgischen  Truppen  anbelangt,  so  wissen  wir,
daß  viele  Soldaten  die  Flucht  in  Zivilkleidung
  angetreten  haben.  Die  deutsche  Heeresleitung
  spricht  die  Hoffnung  aus,  daß  vicie  davon
  noch  dingfest  gemacht  werden  lönnen.  Diesem
  Zwecke  dient  offenbar  ein  Aufm,  daß
alle  186  bis  45  Jahre  alten  Männer  in  Belgien
  sich  binnen  zwei  Tagen  zu  melden  haben.

Nach  wie  vor  zwingt  aber  England  den  Belgiern
  seinen  Willen  auf.  Das  ersehen  wir  deutlich
  aus  der  Flucht  der  belgischen  Regierung
nach  Frankreich.  Es  darf  mit  Sicherheit  angenommen
  werden,  dahU  sie  ausschlietzlich  das
Werl  Englands  ist.  England  will  nicht.  daß
Velgien  Frieden  schließt,  solange  noch  eim  Mann
oder  ein  Groschen  zum  Vorteil  Englands  aus
Belgien  herausgeholt  werden  kann.  Zum  Friedensschluß
  müßte  eine  verantwortliche  Regierung
  in  Belgien  sein,  und  gerade  das  wollte
England  verhindern.  Deshalb  mußte  die  mit
so  vielen  Phrasen  eingeleitete  Uebersiedc#ung
der  belgischen  Negierung  auf  französischen  Boden
  durchgeführt  werden.  Die  Engländer  müssen
  in  Antwerpen  gesehen  haben,  daß  die
Belgier  allmählich  keine  Lust  mehr  habeh,  sich
weiter  für  die  pinterhältigen.  Wünsche  Englands
  aufzuopfern,  deshalb  befürchtete  man,
daß  die  maßgebenden  Stellen  eine  friedliche
Verständigung  einleiten  könnten.  Denn  nur  auf
diesem  Wege  könnte  Belgien  noch  das  eine  oder
andere  gewinnen.  Das  wollte  England  nicht,
und  es  schickte  die  Regierung  ins  Ausland.  vb
auch  der  König  mitgenommen  wurde,  ist  einstweilen
  nicht  bekannt.  Auf  alle  Fälle  ist  jetzt
in  Belgien  keine  maßgebende  und  verantwortliche
  Stelle,  welche  irgendwelche  Verhandlunge
E#r#n  Ianige.  Elnesfeils  i  vie  Rota,  wife

 

die  Herren  der  Regierung  damit  spielen,  recht
lächerlich,  andererseits  aber  muß  besurchtet  werden,
  daß  die  belgische  Regierung  unter  der
Einwirkung  der  englischen  und  französischen  Einflüsterungen
  nun  alles  versuchen  wird,  um  das
belgische  Voll  aus  der  Ferne  gegen  die  deutsche
Verwaltung  aufzuhetzen.

In  Frankreich  tobt  die  große  Schlacht  immer
  noch  weiter.  Am  13.  September  schon
hat  sie  ihren  Anfang  genommen,  sie  erüreckt
sich  also  schon  in  die  fünfte  Woche  hinein.  Aus
den  Berichten  aus  dem  Großen  Hauptquariiehaben
  wir  ersehen,  mit  welchen  Schwierileiten
unsere  Truppen  dort  zu  kämpfen  had#en  und
wie  die  Franzosen  dort  das  ganze  Gelände  a
nütgen,  um  uns  Schwierigkeiten  zu  becebten.
Immerhin  sind  aber  alle  Pläne  der  Franzoien
gescheitert.  Auf  dem  rechten  Flügel  machken  sie
alle  erdenklichen  Anstrengungen  zu  Umsassungsversuchen.
  it  aller  Gewalt  drängien
sie  zu  einer  Vereinigung  mit  den  verbündeten
Truppen  in  Belgien.  Mitten  in  dieser  Arbrit
besetzten  die  Deutschen  Lille,  und  damit  find
die  Hoffnungen  der  Franzosen  endgültig  verniktet.
  Die  deutsche  Front  erstreckt  sich  jel  bis

 

zur  Küste,  der  große  Strom  der  Flüchtuge  aur:

dem  Wege  nach  Calais  zeigt,  daß  sich  der
Kriegsschauplatz  wesentlich  erweitert  hat.  Weiter
  rechnen  die  Franzosen  selbstverständii  u
damit,  daß  in  Belgien  große  deutsche  Truppenmassen
  frei  werden,  welche  jetzt  hier  in  die
Front  treten  können.  Deshelb  auch  jetzt  uo
die  verzweifelten  Anstrengungen.  Dic  Bericht
aus  dem  Großen  Hauptqnartier  sagt  uns
aber:  Angriffe  der  Franzosen  in  der  Gegend
von  Albert,  also  auf  unserem  rechten  Fluarl,
wurden  unter  erheblichen  Verlusten  für  sie
abgewiesen.  Es  darf  angenommen  werdsn,  daß
die  Operationen  daselbst  nun  sich  beschleutigen
werden.

Große  Ereignisse  bereiteten  sich  in  den  letzten

 

Tagen  auch  im  Kampfe  gegen  die  Nassen
vor.  Es  ist  gelungen,  den  Vormarsch  der
Russen  gegen  Ostpreußen  zum  Stillstand  zu

bringen,  der  russische  Vorstoß  daselbst  inst  -
lich  gescheitert.  Das  Schwergewicht  unserer  Operationen
  gegen  Rußland  wurde  dann  nach
Polen  verlegt.  Dabei  hatten  wir  vollen  Ersalgz
ganz  Polen,  westlich  der  Weicksel,  befinde  sich
in  unserem  Besitz.  Außerdem  wurden  die  Nussen
  durch  die  Offensive  der  Oesterreicher  zur
Räumung  Galiziens  gezwungen  und  #s  benteht
für  sie  keine  Möglichleit  mehr,  den  Plan  eines
Flankenangrisses  durchzuführen.  Die  Rus'en
werden  Mühe  haben,  ihre  Flanke  und  ibren
Rückzug  nur  decken  zu  lönnen.  Noch  mehr:  Unsere
  Truppen  stehen  vor  Warschau!  Die  rutsische
  Hoffnung,  unseren  Truppen  den  Weg
nach  Warschau  versperren  zu  lönnen,  ist  also
vollständig  gescheitert.  Weiter  kamen  Meldungen
  von  einer  großen  Schlacht  an  der  Weichsel,
  deren  Front  sich  über  200  Kilometer  ausdehnen
  würde.  Der  Bericht  aus  dem  Großen
Generalstab  gibt  die  Erllärung  dazu:  Ein  mit
acht  Armeekorps  aus  der  Linie  Iwangorod-Warschau
  über  die  Weichsel  unternommenec
russischer  Vorsioß  wurde  auf  der  ganzen  Linie
und  unter  schweren  Verlusten  für  die  Russen
zurückgeworfen.  Es  geht  also  auf  der  ganzen
  Linie  vorwärts.  Warschau  steht  vor  dem
Einschluß  durch  die  deutschen  Tiuppen.  Darauf
  richtet  e  sich  dort  schon  ein.  Die  Grundstimmung
  in  der  Stadt  ist  die  Krmaortung  des

 

Einzuges  der  deutschen  u.  österreichischen  Truppen.
  Und  in  dieser  Erwartung  betreibt  man
entsetzliche  Spionenriecherei  mit  Verhaftungen
und  Hinrichtungen.

Große  Entscheidungen  siehen  in  unmittelbarer
Nähe.  Wir  dürfen  allen  Ereignissen  im  Osten
wie  im  Westen  mit  der  größten  Zuversicht
entgegensehen.

r·
Die  Kregslage.
Melbnungen  des  of#izlösen  WISB.

Durch  Extrablatt  Donnerstag,  den  15.  Oktober
nachmittags  „  Uhr  bekonnt  gegeben.

Die  Kriegsbeute  von  Antwerxen.
Berlin,  15.  Okl.  Großes  Hauotauartier,

5000  beigler  gekangen.  —  ontcnde  von  den  deutfschen  bescht.  —  Lpern  umzingelt.  —  Schwere  verluste
der  Franzofen  bei  AMlbert.  —  Der  rulrische  vorstoß  auf  Ostprcußen  gescheitcrt.  —  die  deulschen  vor  Warschau.  —  Blutige  nicäcrlage  der  Rulfen
an  der  weichsel.  —  Oic  öntcrr.  Erfolge.  —  48000  gefangenc  Ruflen  in  Oesterreich.  —  Dbie  Kriegsgelahr  am  Schwarzen  mccr.  —  China  gegen  Japan

Schue  Verluste  der:
Berlin,  15.  Okt.
15.  Okt.,  miltags.  (MA#m#
Angriffe  der  Zrancien  irr--AlbcrtwurdenntiterhcbiixbsrsiQ-

  abgewiesen.

Veränderung  zu  melden.

r  —N———-o

 

 

 

Son  it  aus  n

 

Gr  25e  Niederlage  der  Mm

Berlin,  15.  Oll.  EGris  9
15.  Okt.,  mittags.  (Ammli.#

Im  Osten  im  der  rus##een

 

ten  unternommene  Vornoß  aus  S..

 

15.  Ol  miltags.  (Amtlich.)

Bei  Antwerpen  wurden  im  ganzen  4  —2000
Ves  Alene  gemacht.  Es  ist  anzunehmen,  daß  in
nächiet  Zeit  noch  eine  große  Jahl  belgischer
S#daten.  welche  Zivillleidung  an  #/en  haben,
  dindieit  gemacht  werden.  Nach  Mitteilungen
  des  Konsuls  von  Terneuzen  zind  etwa
20  QOiU  belgische  Soldaten  und  2000  Erniander
auf  Dolländisches  Gebiet  übergetreten,  wo  iie
entwassnet  wurden.  Ihre  Flucht  muh  in  greher
  Hail  vor  sich  gegangen  sein.  H'erfüc  zeugen
  Massen  weggeworfener  Kleidungertäl#e  besonderd
  von  der  englischen  Royal  Nural  D#.
**

Die  Kriegobente  in  Antwerpen  ##st  —  Mindestene
  300  Geschutze,  eine  Unmeng:  Munitidn.
Massen  von  Sätteln,  Voylachs,  fehr  riel  Santälematerial
  zahlreiche  Kraftwagen.  oiène  7=moliven
  und  Waggons,  vier  Milleonen  Kilgramm
  HGetreide,  viel  Meht,  Kob#len.  Flachs.,
für  10  Millionen  Mark  Wolle,
lihln  Mark.  ein  Panzereisenbahnu  ?7.
geüllte  Verpflegungszüge,  große  Viehb:

Belgqische  und  englische  Schifse  befaneen  jih
nicht  mehr  in  Antwerpen.  Die  bei  Kri:g####sbrach
  im  Hasen  von  Antwerpen  leiine  lichen
34  deutschen  Dampfer  und  3  Segli=  sind  mit
einer  Auenahme  vorhanden,  jedoch  sind  bie  M.=schinen
  unbrauchbar.  Angebohrt  uno  verseant
wurde  nur  die  „Eneisenau“  des  No#rddeutschen
Llond.  Die  grohe  Hafenschleuse  st  intakt,  aber
zunächst  durch  mit  Steinen  beschwert:  versenkie
Kähne  nich  benutzbar.

Die  Hafenanlagen  sind  unbeschädi  #.  ke
Stad"  Antwerpen  hat  wenig  gelitten:  die  Bevollerung
  rerhält  sich  ruhig  und  sch:  u  froh
zu  sein,  daß  die  Tage  des  Schret#ens  in  Ente
sin,  besonders  da  der  Pöbel  bereits  plundern
  hegonnen  hatte.

Die  Resle  5c  belgischen  Armee  haben  be.
Annäherung  unserer  Truppen  Gent  sohleunigst
çgerömt.  Die  belgische  Regierung,  mit  Ausnahme
  des  Kriegeministers,  soll  sich  nch  re

Hanre  begehen  haben.  *

4

n

5

Kuvier  und

 

mehrere
it  arido.

      

8

 

gescheitert  anzusehen.  Der  Ungtin
Polen,  Schulter

reichischen

 

an  Schulier  „  1

 

 

Heere  kämpfenden  ###-Unfer:
  :.

 

sich  im  Fortichreiten.

 

vor  Warschau.  Ein  mit  ##t  i  —

 

der  Linie  JIwangorod  Warsstt  c.,

Jwangorod  Warsc  ,

 

 

 

 

sel  unternommener  rusfsischer  Voro  „e
der  ganzen  Linie  unter  farieren  ν,
sie  zurückgeworfen.

Der  Vormarsch  der  Deu:W###

belgische  K#

Amsterdam,  15.  Okn.
die  naoch  ausenden  zahlten.
zaete  nach  Weiten  vor.  In
Vutr  erlassen,  daß  3#
und  ##5  Zahren  sich  b
melben  mußten.  Heule  ftuh  #n  —
l!e7k«z;!."’krs1stimmdi::..«..ks::..,«.j.
annian-u-E:r)n::so:1»-:-:..:
critcknnfkeIanqnchc...::-’1«:!11:I:.
«itsssd":-.(11taune"ns’L«.!:«.::·«--·
Idnlllnckdtkknlthll«"

Sitzes  der  belgiichen  Re
ende  liefen  Vindruck  her  -..  .
WinkInssoaihnrpihk.—..«..-.:.s
Die  Deutschen  haben  dis  –v“
blrugoe  an  der  Dolland:n:#  .
Strome-Un  Fluchtlingen  25
ländisch  mmandern  an.  Eshat  uen
als  ob  oie  ganze  Bevollerung
Halland  gehen  wollte.  Nack:
kanm  gegeben,  daß  lein  Sohnt
land  abgehen  würde.  Die  Ur#auk  *#
nohme  m#,  daß  alle  Fahrselne  #ur  2c  8„
par#:  der  zurudgelehrten  .:  «
Haltet-Ueroenmnnenseist-»H:
Ausn  anderung  zu  Fub.  zu  Nutt
gen  nach  Holland.  Fluchul  *——-  45#-Ostense
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