6 Jahrgens
Rosenheimer A
Me. 240
4
nzeiger
— 17. Otiober 1814
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Reue weltgeschlchuliche Dokumente gegen den Dreiverband.
dor großt beute in Antwerpen. —
1
)4r
Die Berichte aus dem Großen Hauptauartier
konnten uns in den letzten Tagen Ereignisse
mitteilen, die wir alle mit gröhler Freude begrüßen.
Auf allen Kriegsschauplätzen geht es
sichlich vorwärts, die Kämpfe sind mit den
schönften Erfolgen für unsere Truppen verbunden.
In ersier Linie fleht Belgien nor seinem
gänzlichen Zusammenbruch. Der größte Teil
des durch die englisch-französische Ruchlosigleit
in die Schrecken des Krieges gestürzten Landes
ist in deutschem Besitz. Nur noch der
westliche, vor der Küste Felagerte Strich ist
noch nicht erobert. Wir wissen aber, daß die
deutschen Truppen in drei Säulen sich Osende
immer mehr nähern, die Säuberung des
Zanzen Landes wird also bald vollzoge sein.
In der Tat ist Ostende bereit= bese #t.
Am Donnerstag verlundete ein französischer
Bericht, daß Dpern von den englischen und
deutschen Truppen besetzt wurde; wenige Stunden
später konnte aber gemeldet werden, daßn
pern von den Deutschen vollständig umzingelt
ist. Die Besatzung geht also ihrem Schidsal
entgegen. Groß ist die Beute. die in
Antwerpen gemacht wurde; Werte in Höhe von
vielen Millionen sind dort in unsere Häude
gesallen. Verhältnismäßig gering ist indessen
die Zahl der Gefangenen, welche bei Antwerpen
gemacht werden konnten. Es zeigt sich
eben immer mehr, daß die Beschiebung der
Stadt nur benützt wurde, um rechtzeitig zu
emlommen. Auch hier hat der perside Engländer
zuerst an sich selbst gedacht. Sie sorgen
dafür, daß sie sich leicht einschiffen konntten,
wenn auch vereinzelte Truppen noch auf
belgischem Boden im Kampfe siehen. Wag die
belgischen Truppen anbelangt, so wissen wir,
daß viele Soldaten die Flucht in Zivilkleidung
angetreten haben. Die deutsche Heeresleitung
spricht die Hoffnung aus, daß vicie davon
noch dingfest gemacht werden lönnen. Diesem
Zwecke dient offenbar ein Aufm, daß
alle 186 bis 45 Jahre alten Männer in Belgien
sich binnen zwei Tagen zu melden haben.
Nach wie vor zwingt aber England den Belgiern
seinen Willen auf. Das ersehen wir deutlich
aus der Flucht der belgischen Regierung
nach Frankreich. Es darf mit Sicherheit angenommen
werden, dahU sie ausschlietzlich das
Werl Englands ist. England will nicht. daß
Velgien Frieden schließt, solange noch eim Mann
oder ein Groschen zum Vorteil Englands aus
Belgien herausgeholt werden kann. Zum Friedensschluß
müßte eine verantwortliche Regierung
in Belgien sein, und gerade das wollte
England verhindern. Deshalb mußte die mit
so vielen Phrasen eingeleitete Uebersiedc#ung
der belgischen Negierung auf französischen Boden
durchgeführt werden. Die Engländer müssen
in Antwerpen gesehen haben, daß die
Belgier allmählich keine Lust mehr habeh, sich
weiter für die pinterhältigen. Wünsche Englands
aufzuopfern, deshalb befürchtete man,
daß die maßgebenden Stellen eine friedliche
Verständigung einleiten könnten. Denn nur auf
diesem Wege könnte Belgien noch das eine oder
andere gewinnen. Das wollte England nicht,
und es schickte die Regierung ins Ausland. vb
auch der König mitgenommen wurde, ist einstweilen
nicht bekannt. Auf alle Fälle ist jetzt
in Belgien keine maßgebende und verantwortliche
Stelle, welche irgendwelche Verhandlunge
E#r#n Ianige. Elnesfeils i vie Rota, wife
die Herren der Regierung damit spielen, recht
lächerlich, andererseits aber muß besurchtet werden,
daß die belgische Regierung unter der
Einwirkung der englischen und französischen Einflüsterungen
nun alles versuchen wird, um das
belgische Voll aus der Ferne gegen die deutsche
Verwaltung aufzuhetzen.
In Frankreich tobt die große Schlacht immer
noch weiter. Am 13. September schon
hat sie ihren Anfang genommen, sie erüreckt
sich also schon in die fünfte Woche hinein. Aus
den Berichten aus dem Großen Hauptquariiehaben
wir ersehen, mit welchen Schwierileiten
unsere Truppen dort zu kämpfen had#en und
wie die Franzosen dort das ganze Gelände a
nütgen, um uns Schwierigkeiten zu becebten.
Immerhin sind aber alle Pläne der Franzoien
gescheitert. Auf dem rechten Flügel machken sie
alle erdenklichen Anstrengungen zu Umsassungsversuchen.
it aller Gewalt drängien
sie zu einer Vereinigung mit den verbündeten
Truppen in Belgien. Mitten in dieser Arbrit
besetzten die Deutschen Lille, und damit find
die Hoffnungen der Franzosen endgültig verniktet.
Die deutsche Front erstreckt sich jel bis
zur Küste, der große Strom der Flüchtuge aur:
dem Wege nach Calais zeigt, daß sich der
Kriegsschauplatz wesentlich erweitert hat. Weiter
rechnen die Franzosen selbstverständii u
damit, daß in Belgien große deutsche Truppenmassen
frei werden, welche jetzt hier in die
Front treten können. Deshelb auch jetzt uo
die verzweifelten Anstrengungen. Dic Bericht
aus dem Großen Hauptqnartier sagt uns
aber: Angriffe der Franzosen in der Gegend
von Albert, also auf unserem rechten Fluarl,
wurden unter erheblichen Verlusten für sie
abgewiesen. Es darf angenommen werdsn, daß
die Operationen daselbst nun sich beschleutigen
werden.
Große Ereignisse bereiteten sich in den letzten
Tagen auch im Kampfe gegen die Nassen
vor. Es ist gelungen, den Vormarsch der
Russen gegen Ostpreußen zum Stillstand zu
bringen, der russische Vorstoß daselbst inst -
lich gescheitert. Das Schwergewicht unserer Operationen
gegen Rußland wurde dann nach
Polen verlegt. Dabei hatten wir vollen Ersalgz
ganz Polen, westlich der Weicksel, befinde sich
in unserem Besitz. Außerdem wurden die Nussen
durch die Offensive der Oesterreicher zur
Räumung Galiziens gezwungen und #s benteht
für sie keine Möglichleit mehr, den Plan eines
Flankenangrisses durchzuführen. Die Rus'en
werden Mühe haben, ihre Flanke und ibren
Rückzug nur decken zu lönnen. Noch mehr: Unsere
Truppen stehen vor Warschau! Die rutsische
Hoffnung, unseren Truppen den Weg
nach Warschau versperren zu lönnen, ist also
vollständig gescheitert. Weiter kamen Meldungen
von einer großen Schlacht an der Weichsel,
deren Front sich über 200 Kilometer ausdehnen
würde. Der Bericht aus dem Großen
Generalstab gibt die Erllärung dazu: Ein mit
acht Armeekorps aus der Linie Iwangorod-Warschau
über die Weichsel unternommenec
russischer Vorsioß wurde auf der ganzen Linie
und unter schweren Verlusten für die Russen
zurückgeworfen. Es geht also auf der ganzen
Linie vorwärts. Warschau steht vor dem
Einschluß durch die deutschen Tiuppen. Darauf
richtet e sich dort schon ein. Die Grundstimmung
in der Stadt ist die Krmaortung des
Einzuges der deutschen u. österreichischen Truppen.
Und in dieser Erwartung betreibt man
entsetzliche Spionenriecherei mit Verhaftungen
und Hinrichtungen.
Große Entscheidungen siehen in unmittelbarer
Nähe. Wir dürfen allen Ereignissen im Osten
wie im Westen mit der größten Zuversicht
entgegensehen.
r·
Die Kregslage.
Melbnungen des of#izlösen WISB.
Durch Extrablatt Donnerstag, den 15. Oktober
nachmittags „ Uhr bekonnt gegeben.
Die Kriegsbeute von Antwerxen.
Berlin, 15. Okl. Großes Hauotauartier,
5000 beigler gekangen. — ontcnde von den deutfschen bescht. — Lpern umzingelt. — Schwere verluste
der Franzofen bei AMlbert. — Der rulrische vorstoß auf Ostprcußen gescheitcrt. — die deulschen vor Warschau. — Blutige nicäcrlage der Rulfen
an der weichsel. — Oic öntcrr. Erfolge. — 48000 gefangenc Ruflen in Oesterreich. — Dbie Kriegsgelahr am Schwarzen mccr. — China gegen Japan
Schue Verluste der:
Berlin, 15. Okt.
15. Okt., miltags. (MA#m#
Angriffe der Zrancien irr--AlbcrtwurdenntiterhcbiixbsrsiQ-
abgewiesen.
Veränderung zu melden.
r —N———-o
Son it aus n
Gr 25e Niederlage der Mm
Berlin, 15. Oll. EGris 9
15. Okt., mittags. (Ammli.#
Im Osten im der rus##een
ten unternommene Vornoß aus S..
15. Ol miltags. (Amtlich.)
Bei Antwerpen wurden im ganzen 4 —2000
Ves Alene gemacht. Es ist anzunehmen, daß in
nächiet Zeit noch eine große Jahl belgischer
S#daten. welche Zivillleidung an #/en haben,
dindieit gemacht werden. Nach Mitteilungen
des Konsuls von Terneuzen zind etwa
20 QOiU belgische Soldaten und 2000 Erniander
auf Dolländisches Gebiet übergetreten, wo iie
entwassnet wurden. Ihre Flucht muh in greher
Hail vor sich gegangen sein. H'erfüc zeugen
Massen weggeworfener Kleidungertäl#e besonderd
von der englischen Royal Nural D#.
**
Die Kriegobente in Antwerpen ##st — Mindestene
300 Geschutze, eine Unmeng: Munitidn.
Massen von Sätteln, Voylachs, fehr riel Santälematerial
zahlreiche Kraftwagen. oiène 7=moliven
und Waggons, vier Milleonen Kilgramm
HGetreide, viel Meht, Kob#len. Flachs.,
für 10 Millionen Mark Wolle,
lihln Mark. ein Panzereisenbahnu ?7.
geüllte Verpflegungszüge, große Viehb:
Belgqische und englische Schifse befaneen jih
nicht mehr in Antwerpen. Die bei Kri:g####sbrach
im Hasen von Antwerpen leiine lichen
34 deutschen Dampfer und 3 Segli= sind mit
einer Auenahme vorhanden, jedoch sind bie M.=schinen
unbrauchbar. Angebohrt uno verseant
wurde nur die „Eneisenau“ des No#rddeutschen
Llond. Die grohe Hafenschleuse st intakt, aber
zunächst durch mit Steinen beschwert: versenkie
Kähne nich benutzbar.
Die Hafenanlagen sind unbeschädi #. ke
Stad" Antwerpen hat wenig gelitten: die Bevollerung
rerhält sich ruhig und sch: u froh
zu sein, daß die Tage des Schret#ens in Ente
sin, besonders da der Pöbel bereits plundern
hegonnen hatte.
Die Resle 5c belgischen Armee haben be.
Annäherung unserer Truppen Gent sohleunigst
çgerömt. Die belgische Regierung, mit Ausnahme
des Kriegeministers, soll sich nch re
Hanre begehen haben. *
4
n
5
Kuvier und
mehrere
it arido.
8
gescheitert anzusehen. Der Ungtin
Polen, Schulter
reichischen
an Schulier „ 1
Heere kämpfenden ###-Unfer:
:.
sich im Fortichreiten.
vor Warschau. Ein mit ##t i —
der Linie JIwangorod Warsstt c.,
Jwangorod Warsc ,
sel unternommener rusfsischer Voro „e
der ganzen Linie unter farieren ν,
sie zurückgeworfen.
Der Vormarsch der Deu:W###
belgische K#
Amsterdam, 15. Okn.
die naoch ausenden zahlten.
zaete nach Weiten vor. In
Vutr erlassen, daß 3#
und ##5 Zahren sich b
melben mußten. Heule ftuh #n —
l!e7k«z;!."’krs1stimmdi::..«..ks::..,«.j.
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critcknnfkeIanqnchc...::-’1«:!11:I:.
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Sitzes der belgiichen Re
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Die Deutschen haben dis –v“
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Fulltext access denied for pi schlegelberger_kriegsbuch_1917 and pageNo 1117