Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

A

und  Maschinengewehrfeuer  brachen  den  Angriss
und  sügten  dem  Feinde  blutige  Verluste  zu,  der
an  keiner  Stelle  an  unsere  K#ien  heronkommen
konnte.  Oesttich  Courcy  vervollständigte  eine
russüsche  Brigade  ihren  Erfolg,  indem  sie  iä  eines
betestigten.  rles  bemã  zie  und  Gefangene
machte.  Im  Laufe  der  Unternehmungen  in  dieser
  Gegend  erbeuteten  wir  24  schwere  u.  Feldgeschütze
  und  drei  unbeschädigte  15.tm.-Geschütze,
  deren  jede  mit  loim  Schuß  versehen
war  und  die  von  unserer  Artilierie  gegen  den
Feind  vermendet  wurden.  In  der  Champagne
bezwangen  wir  vereinzelren  Widerstand  und  nahmen
  seindliche  Stützpunkte.  20  Geschütze,  darunter
  acht  schwere,  und  500  neue  Gefangene  sielen
  in  unsere  Gewalt.  Die  Zahl  der  verwundeten,
  seit  Beginn  der  Schlacht  von  uns  zursickgeführten
  Gefangenen  übersteigt  jetzt  17  000.  Bisjent
  schon  die  Beuteriffern  vetwenden.  in  denen
her  wurden  75  Gechüre  gezählt.  Es  mill  und
scheinen,  als  ob  die  Ftanzofen  i  in  ihren  Angaben
sich  die  Russen  fruher  so  gerne  gefielen.

 

Der  Kämpf  zar  See.

1  Die  engliscre  Schiifsraumnot.

VBerlin,  19.  April.  Das  „Journal  ef  Commerce“
  vom  7.  April  bringt  Betrachtungen  über
die  trüben  Aus'ichten  der  engl.  Handeleschiff.
fahrt  nach  dem  Kriege.  Von  101#  Schiffen,  die
die  engl.  Regierung  requirierte,  seien  300
Frachtdämpser  von  den  regelmäßigen  Linien  u.
Schiffahrtswegen.  Die  Herausziehung  der
Schifse  aus  diesen  Verbindungen,  die  mit  britischem
  Unterneimungegein  ausgebaut  worden
sind,  bedeute  eine  Storung,  die  einer  Zernörung
eines  großen  Teiles  des  hierin  ĩeigeieglen  Ka
pitals  gleichtomme.  Die  Schiffahrt  nach  Indien
und  nach  em  fernen  E#en  werde  durch  die  Eingriffse
  des  Schissahrtedillators  aufs  schwerste  gefährdet.
  Für  den  Augenbli  ich  aboer,  ĩo  schreibt
das  Mlall,  musen  die  Bedbrinise  unierer  Lan
des  jedem  anderen  Umnand  verangelen.  Un
sere  versughare  onnage  vermindert  sich  rapid
fron  Tag  zu  Tag,  und  die  öringlichen  Bedürf.
nisse  sowahl  des  Militärs  mie  der  Jioilbenölkerung
  für  Kriegsmaterial  und  Rabrungemittel
gestatten  nicht,  das  man  erst  noch  lange  darüber
  disluliert.  wenn  man  die  Schsse  aus  lan
gen  Reisen  herantieht  und  iie  für  dis  atlanliscke
  Fabrt  oder  andere,  näher  gelegene  Lanurelszweige
  verwendet.  Es  in  bemerkensweri,  daß
hier  in  einem  Fachblalt  des  engl.  Schifsahrtsgewerbes
  offen  die  lägliche  rapide  Verminderung
der  Tonnage  ingegeben  wird.  Angesichts  dieser
allen  eingeweihten  englischen  Kreifen  belannten
Tatsacken  wird  vie  englische  Regierung  wohl
nickt  mehr  lange  ihr  Schenargument  von  den
vielen  einlautenden  Fahrzeugen  aufrechterhalten
können.  -  «

 

 

In  den  Rolenlen.

Die  Martern  der  Kolonialdeutschen.
WiIl.  Berlin,  19.  April.  Eine  vom  Reickhskolonialamt
  herausgegebene  Denlichrift  über  die
Kol-nialdeulichen  aus  Kamerun  und  Togo  in
franzossscher  Gesfangenschaft  in  soeben  Slchenen
und  bei  E.  .  Mitlier  u.  Sohn  um  2  Mark  erhältlich.
  Die  Tent  schrist  wird  und  darf  nie  vergessen
  werden:  sie  in  ein  emiges  Denlmal  fran-EP
  sischer  Schande.  vs  in  eine  namenlose  Qual,
auch  nur  die  Berichte  zu  leien  über  die  himmel:
soereienden.  heflialischen  Grauzamkeiten.  die  von
Leuten,  wie  dem  Feldmedel  (Adfjutant)  Venerc,
den  Sergeanten  Caftelli  und  Ve  gnano.  dein
Korp#ral  Gianzelli  u.  a.  unter  Zulaisung,  ja
zum  Teil  unter  den  Augen  der  höheren  Vorgesetzten
  und  ver  franz.  Aerne  an  den  wehrlosen
Wefangenen  Monate  bindurch  verübt  worden
sind.  Dai  dies:  um  e  3#  Teil  ror  den  Augen

Die  zweite  Fras.

Noman  von  Anna  Seyffert-Klinger.

29  (Sechruc  verboten.)

„Die  Untersuchung  wird  uns  ja  über  den
Verbleib  der  Gelder  Aufktlärung  bringen,  sagte
er  relerviert.  „Ihre  Entrüfturg  ist  begreiflich,
gnädige  Frau,  aber  Sie  gehen  doch  wohl  zu
weit,  eine  junge  Dame,  die  ohnchin  vom  Unglück
  schwer  genug  getroffen  wurde,  zu  verdachtigen


„Sie  verteidigen  das  Mädchen,  weil  Sie
sich  durch  den  Schein  täuschen  ließen,  Mylord;

mich  aber  hat  ihr  rankesuchtiger  Sinn  schwer
geschädigt.  Und  mich  trist  Pegolds  Tod  härter
als  jeden  anderen,  denn  ich  bin  seine  zweite
Frau.  Seine  Tochter  aber  gab  nicht  zu,  daß
n  die  mir  zukommende  Stelle  einnehmen

durfte.  Sie  wollte  Alleinherrscherin  im  Hause
ibres  Vaters  sein  und  ist  es  geblieben  bis  zu
seinem  letzten  Atemzuge.  Ich  wurde  mit  einer
Monaterente  abgesunden,  mußte  im  Holel  leben
und  durste  nur  heimlicherweise  als  Fremde  dieses
Haus  betreten.  Peyold  war  ein  Schwächling
leiner  Tochter  gegenüber,  und  sie  nützte  ihre
Macht  aus,  ich  habe  Beifpiele  dafür.“

Edgar  brachte  kein  Wort  über  die  Lippen.
Wenn  diese  Frau  die  Wahrheit  sprach,  dann
hatte  er  sich  doch  wohl  durch  elne  Heuchlerin
täuschen  lassen?  Doch  warum,  wenn  sie  eine
Spekulantin  war,  wies  sie  seinen  Antrag  zurück?
ette  sie  es  nur  auf  sein  Geld  —  und

Liebte  einen  anderen,  it  welchen  le  die  erbeutete
  Summe  zu  teilen  dachte

Diese  Gedanfen  “irnmnl  dem  Tord  plötich
Hurch  den  Sinn  und  erreaten  Zorn  un

 

Koseeer  Nir####

schwarzer  Soldaten  geschah,  stempelt  oiese
Schandtaten  zugkeich  zu  einem  sieth
HDemat  an  der  Rasse,  der  sichh  ör

und  gewiß  an  seinen  verbrecherischen  U

nt  rächen  und  Bestrafen  wird.  Auch-  —

hat  an  diesen  unter  dem  Bruch  des  VWöllerr

und  feierlicher  Versprechen  rerübten  Barbareien
vollen  Anteil.  gionezwel  Folterungen  mit
der  Daumensckraube  sind  in  der  Demschrift  auch
durch  Zeichnungen  reranschaulicht.

der  deu#  ml  Ameri#.
Die  Wehrpflicht  in  Amerika.
Washington,  19.  April.  Der  amerikaniscke

  Senat  hat  einstimmig  einen  Gesetzentwurf
angenommen,  der  den  alliierten  Staaten  gestattet.
  ihre  sich  in  den  Mreinigten  Staaten  aufhaltenden
  Staatsangehörigen  für  den  Dienst  in
ihre  eigenen  Armeen  und  in  miilitärische  Listen
aufzunehmen.  Der  Senatsaurschuß  nahm  das
FHreresgesetz  mit  Einschluß  der  Aushebung  an.
Der  Ausschuf  des  Repräsentantenhauses  änderte
das  Gesen  dahin  ab,  daß  zuerst  versucht  weroen
soll,  eine  neue  Armee  in  Form  eines  Freiwilligenheeres
  zu  bilden.  Wilson  begab  sich  daraufbin
  in  das  Kapitol  und  erilärte.  ein  Kompro-=mif.
  sei  nicht  möglich,  da  die  militärischen  Sacrersandigen
  erilärten,  daß  die  Auohebung  mit
Auswahl  das  einzige  worlfame  Mittel  bilde,  um
eine  slarke  Armee  auszuitellen.

Ole  Türkel  im  Wellkrieg.

Ander  Sinai-Front.
Konstlantinepel,  19.  April.  An  der  Ti—
nai  Front  war  die  Gefechlstãtigleit  lebhasier.
Ein  neuer  englischer  Angriff  schein!  üch  vormbereiten.
  #11

 

 

 

Neuorkenkierung  in  der  kuneren
eichspolln.

Tesuitengesetz  und  Sprachen=  Paragraphaufgehoben.


Rerlin,  10.  April.  Der  Bundesrat  ist  in
feiner  Sitzung  vom  19.  April  dem  Beschlusse  des
Reickatuges  .  das  Gesen  betr.  den  Orden  der  Gesellschaft
  Zesu  vom  3.  Juli  1872  aufzuheben,
beigetreten.

In  der  gleichen  Sitzung  hat  der  Vundesrat
dem  Veschluf,  des  Reichstages,  den  §  12  des
Rcicksrereinsgesetzes  (Sprachenparagraph)  zu
beieitigen,  seine  utimmnng  erteilt.

:k

Mit  diesem  B  eschlul-  ist  also  das  Jesuitengesenl
  gefallen.  Ein  Teil  des  Gesetzes  wurde  früher
schon  über  Bord  geworfen,  jetzt  ist  auch  ver  Rest
hes  aus  dem  Anfang  der  siebziger  Jahre  des
rorigen  Jahrhunderto  stammenden  Kulturlamyigeiches
  beseitiat.

Bei  der  Zullimmung  des  Bundesrats  zum
Reichtagsbeschiuß  handelt  es  sich  um  den  zunackst
  rom  Jenttum  geiteliten  Initiativantrag,
der  rom  Reichstag  ax  19.  Februar  1913  angenommen
  weorden  iit.  Der  Antrag  lautete:  „S  1.
Das  Gesch  betr.  den  Obben#  der  Geseilchaft  Jefu.
  rom  4.  Juli  wiro  aufgeheben.  Die  zur  Ausjührung
  und  Sic  erstellung  des  Vollenges  der  in
§  1  des  genaunten  Gesetzes  erlaĩ:enen  Anordnungen
  rerlieren  ihre  Gültigkeit.  §  3.  Das  gegen-#ärtige
  Gescn  tritt  mit  dem  Tage  seiner  Verkündung
  in  Kraft.“  -

Dieser  Reichstagsantrag,  der  vom  Zentrum
nebn  Elfässern  und  Polen,  den  Szzialdemokraten,
  den  Dänen  und  einer  Ueinen  fortschrittlichen
Minmderheit  angenommen  wurde,  hat  der  Bun-H#Empörung

  in  ihm.  Die  Vorstellung,  daß  Irmgard

  ihn  absichtiich  getäuscht,  raubte  ihm  alle
Ueberlegung.

An  seinem  verfinsterten  Aussehen  erkannte
Julie  bald,  daß  ihre  Gebälsigen.  Wnschuldigungen
endlich  jeine  Zweifel  erregt

Sie  seufzte  und  holte  bdon  Taouschein  hervor,
  den  sie  Moory  überreichte.  „Bltte,  lesen
Sie,  Mylord,  damit  Sie  iennen.  wo  Lüge
und  Heuchelei  zu  suchen

Edgar  nahm  luchen  kd.  das  Dokument
entgegen.  Aber  es  bereitete  ihm  plötzlich  Genugtuung,
  die  Gewißheit  zu  erlangen,  daß  rmW
gard  seiner  nicht  würdig  sei,  daß  er  ein  Re
beises.  sie  zu  verachten  und  möglicherwelse  “
tro

Es  hatte  seinen  Stolz  doch  gar  zu  tief  verlett,
  daß  sie  die  ihr  widerfahrene  Ehre,  seine
Welbung  zurückgewiesen;  und  dos  „Verlangen,
Jrmgard  zu  demütigen,  erwachte  ihm.

Julie  hatte  sich  erhoben,  sie  —9  bittend
die  schöne,  weiße  Hand  auf  seinen  Arm.  „Ich
befinde  mich  in  einer  überaus  fatalen  Lage  und
freue  mich,  Ihres  Schutzes  sicher  sein  zu  dürken.
Nicht  wahr,  Sie  begleiten  mich  nach  dem  nächsien
Polizeiamt:“

„Ich  wollte  soeben  gleichfalls  dorthin,
gnädige  Frau,  gehen  wir  also  zusammen.  Die
Banlbeamten  scheinen  —  zu  haben,  daß
ich  hier  auf  mein  Depot  w

och  in  diesem  e  kamen  seste

Schritte  rasch  näher,  und  9  darauf  betrat
Erzner,  von  Howald  gesolgt,  0%  Zimmer.  Beide
sahen  r.t  raus  ie  der  Tod

„J  leider  davon  in  Kenninis
leten,  Volok.  "ö6  Ihr  Depot  sich  bis  zur
Sunde  nicht  vorgesunden  bat,  2  sagte  der  Buch- 



 

  

desrat  bis  jetzt  liegen  gelassen.  Das

60rh  war  indessen  nur  socheein  Rumpfssetz,  da
i  2  tst  8  8  1904  hoben
.  die
2  *  BB  —
eingetreten  war.  D  54n  W  2  Ku  *  „Di
Angehörigen  des  Ordens  der  Gcseslschaft  Jesn

oder  ihm  verwandter  Orden  oder  ordegähmichen
  Kongregationen  lönnen,  wem  sie  Ausländer
  sind,  aus  dem  Bundesgebiet  ausgewiesen,
wenn  sie  Inländer  sind.  ein  Aufenthalt  in  bestimmten
  Vezirien  oder  Orten  versagt  oder  angewiesen
  werden.“

Jept  handelt  es  sich  im  wesentlichen  nur  noch
um  den  §  1  des  Gesetzes.  Dieser  bestimmte:
„Der  Orden  der  Gesellschaft  Jefu  und  die  ihm
verwandten  Orden  und  ordensähnlichen  Konaregationen
  sind  vem  Gebiete  des  Deutsichen
Reiches  ausgescklessen.  Die  Srigtung  von  Nie-Srlaisungen

  ist  ihnen  unnensa-  Dieser

ragraph  ist  jetzt  auch  au  ,  und  die  Je-Juiten
  önnen  wieder  nach  —
ven.  Der  Welttrieg  hat  vielen  anderen

  auch  mit  einem  alten  bäs,  lichen  Ausnahmegesel
  aufgeräumt.

Die  „M.  N.  N.“  meinen  zum  Beschluß  des
Bundesrates:  „Damit  ist  ein  alter  Streitgegenstand
  dem  parteipolttischen  Kamof  entzegen.  Wo
in  eimelnen  Bundesstaaten  noch  eigene  ältere
Gesetze,  die  dem  Jesuitenorden  Beschränkungen
aufjerlegten  oder  seine  Niederlastungen  und  seine
ätigleit  verboten,  wie  in  ayern  sortbestete
werden  auch  dicse  bald  fallen  müsen.“
falls  werden  aber  auch  nauls  andere  *
lungen,  wie  sie  1.  B.  gegen  die  männlichen  kath.
Orden  in  Würnemberg,  Baden  usw.  oder  gegen
bie  Katholiken  überhaupt  in  Thüringen,  Sachsen,
Mecklenburg  usw.  besiehen,  sallen  müssen.  Für
alle  Aus  enahmebestimmungen  iit  nach  dem  groß
Welttrien  in  Deutschland  lein  Platz  mehr.

:

Was-  die  AUufle  bung  ver  Sprachenparagraphen
  im  Vereinsgesetz  betriffst,  so  zeigt  sich  die
Reichsregierung  damit  vor  ollem  den  Polen  ge-Lenuber
  entgegenkommend.  Der  Sprachenpara-Hraph
  bestimmte  in  der  Hauptsache:  Die  Verhandlungen
  in  ösfentlichen  Versammlungen  sind
in  denl#sder  Sprache  zu  führen.  Die  Aushebung
dieser  Vorschrist  ist  wiederhelt  von  den  Polen
gefordert  worden,  bis  der  Reichslag  dem  Antrag
  beitrat,  den  jelzt  auch  der  Bundesrat  gutgebeif.

  en  hat.  Ein  weiteres  Zugeständnis  an  die

Polen  bringt  eine  Anordnung  des  Regierungspräsidenten
  von  Bromberg,  das,  mit  Beginn  oes
neuen  Schuljahres  der  Religionsunterricht  auch
in  polnischer  Sprache  erteilt  werden  darf.  Ferner
  heis.t  es.  das  auch  das  polnische  Enteignungsgeset
  in  Preußen  auseboben  oder  ccandert
werden  soll.

Polilische  Kundichem.

Die  Wiener  Krise.

Der  Voltzugsausschuf,  der  deutschen  Parteien
faßte  zur  Kabinetio=  und  Parlaments-Krise  verschiedene
  Beschlüsse.  Bezüglich  der  Haltung  des
Ministerpräsidenten  Grafen  Clam.Martinie  wur.
de  erklärt,  das  man  erwartet  hätte,  er  würde
aus  der  Unmöglichkeit,  seine  den  Deutschen  gegebene
  Zusage  einzulösen,  sofort  die  Folgen  zehen.
  Ferner  wurde  beim  Kaiser  um  eine  A
bienz  nachgesucht,  um  dem  Monarchen  die  Wünsch-
  des  deutscken  Vollkes  vorzutragen.  Dieie  Audienz
  fand  am  Donnerstagabend  stati.  Mit  der
Anspracke  an  den  Kaiser  wurde  Bürgermeister
Dr.  MWeiskirchner  betraut.  Man  erwartet,  daß
der  Verlauf  dieser  Audienz  die  Beilegung  der
Ministeririse  in  dem  Sinn  zur  Folge  haben  wird,
das,  das  Rücktrittsangebot  der  Heiden  Minister
Dr.  Urban  und  Dr.  Baernrelkher  nicht  angerne

  In  verhaltenem  Ton-  awir  bitten  Sie,
sernerhin  bis  zur  Klärung  der  Sachlage  noch
ein  wenig  Geduld  üben  zu  wolle  n
undderLord  lauschte  Illrlleh
einen  Bu  des  dekinleerstänonnssen  le  teter  hatte
immer  noch  h  gen  oft.  daß  es  Anzaben
  sich  als  2  übertrleben  erwellen  sollten.
un  er  einsehen  nube  daß  ma  binn  um  e  in
Eigentum  beiroc.  begann  es  in  1#

„Ich  melde  den  Betrug  A##  *
der  Kriminolpollzei,“  rief  er  zornbebend,  „HSie,
meine  Herren,  werden  Über  den  Verbleid  des
Deldes  sicher  orientiert  sein,  und  ich  werde

Sorge  tragen.  daß  auch  die  Hehler  ihrer  Strafe
nicht  entgehen

„Wir  ha#-  1  eine  Untersuchung  ulcht  zu
fürchten.“  sante  Howald  mit  einer  edlen  Ruhe,
Saber  Fraule  #n  Pegolds  wegen  möchte  ich  Sie

 

herzlich  billen,  von  einer  ei  Diltend
nehmen  zu  wollen.  Frchulel  erd  w
ohnehin  schwer  genug  du  den  Tod  rd

Vaters  getroffen.  e  haben  ja  mit  der  jungen
Dame  so  viel  22##  fröhliche  Stunden  verlebt,
  daß  schon  die  Erinnerung  daran  genügen
wird,  Sie  emider  zu  stimmen.“

J  r  Lat,  was  lag  dem  Lord  an  den
astts  Mark,  sie  kamen  für  ihn  nicht
in

während  Howald,  einem  Wink  Erznero  folgend,
sich  mit  diesem  zu  kurzer  Veratung  zurückzog,
logte  sie  flünrernd  zu  or#n:

ossentlich  16  es  Ihnen  bekonnt,  Mylord,
daß  Herr  Howald  su  epolbe.  Tochtet  durrh's
Beuer  geben  würde.  Diese  Sympathie  zwischen
zwei  gleichen  Seelen  besiel#t  schon  seit  Jahr  und
Tag.  Es  war  sogar  geplant,  den  Buchhalter

über  Julie  bemerkie  sein  Zögern,  und  D

Samistag,  21.  Jor:
nommen  werden  wird.  an

dah;  die  Antwort  al  «  aii
ihn  e  A  S  —  #
1

arteien

auf
#  Erlassung  I  ermichen.
Kuch  im  3—  hat  sich  die  Reise  ärjt.
Et  besteht  darauf,  daß  der  Ms  der  We###cung.
rereinbarte  br  über  die  Sonderssellunn

Galiziens  noch  vor  Eröffnung  des  Reichsrates
im  Verordnungswege  ut  Geltung  gelangt,
widrigenfalls  der  Polenllub  in  Opposision  zur
Regierung  übergehen  würde.  .

WW

Stuttgart,  19.  April.  Der  neun  Jahre
alte  Schlet  Agtl  Klein  von  Wangen  iit  ermor
bet  porhen  Freitag,  abends  zwiscken  7  uno

Fue  fanden  Kinder  den  zerstülelten  Leichnam
—  den  4rr  [*  den  der  Kuabe  mit  sit.
führte,  halb  mit  Erde  bedeckt,  auf  dem  Eisen.
bahnbaugelände  lei  der  Ueberführung  an  der  N.
sensteinstrate  in  Stuttgart.  Bis  die  olizei  von
den  Kindern  benachrichtigt  war,  war  die  Leich'
verschwunden.  Nach  Lage  der  Sacher  it  an.  neh
men,  daß  die  Tat  am  Abend  des  1  2.  Aprik  ie  in
der  Nähe  von  Wangen  rerübt  und  der  Leict
nam  von  dert  auf  dem  Kinderleiterwagen  nach
dem  Eisenbahnbaugelände  verbracht  wurde.  Für
Miteilungen,  die  zur  Ermittlung  des  Tüiere
837,  ist  eine  Saohnung  w  von  500  Mark  aus

 

v  19.  April,  Der  Deutschnationale
K  andlungsgehilfenverband  Hamburg,  zeichneifür
  sich  und  seine  Wohlsahrtseinrichlungen  auf
die  6.  deutsche  Kriegeanleihe  52000  Marl.
Insgesamt  hat  der  Verband  2848007  Mark
Kriegsamleihe  gezeichnet.

Wien,  19.  April.  In  allen  Kirchen  Wien
sfanden  am  Sonntag  unter  großer  Beteiligung
der  Andäckuigen  Friedensandachten  stan.  Im
Dom  va#n  St.  Stephan  vereinigten  sich  der  Kei
ser  und  die  Kaiserin,  die  Spitzen  des  Militär
und  der  Ziovilbehörden,  zahlreiche  Vereine  u.
Kongregatienen  zu  einem  feierlichen  Gebele,  um
ron  der  Vorsehung  den  Weltfrieden  zu  erbit
len  und  das  Gelöbnis  abzulegen,  eine  Friedem..
lirche  in  Wien  zu  errichten,  welche  der  allerfelig
slen  Jungerau,  als  der  Kominin  des  Friedens,
geweiht  sein  wird.

Prag,  19.  April.  In  der  Skreibstube  des
Korpskommandos  auf  dem  Stephansplatz  is:
mährend  der  Osterfeiertage  die  eiserne  Kasie
erbrochen  und  daraus  über  30  000  Kr.,  die
(Gehälter  der  im  Kommandogebäude  besckäftig
ten  Offiniere,  gestohlen  worden.  Die  Suchke  nach
dem  Dieb  mit  einem  Volheeihung  blieb  eriala
los.  ·

Bern,  19.  *  Die  atoke  Schokolade  F#
brik  von  Orleaus  ist  total  abgobramt.  200  0°%0
Zentner  Zucker  wurden  vernichtet.  Diesen  In!
ker  wird  Frankreich  schmerzlich  vermissen.

bos=  und  Versonaisschrichlen.

München.  19.  April.  Der  Kommandierende
General  des  stellv.  Generallommandos  des  1.
Armeekorpê,  Luitpold  Frhr.  von  und  zu  per
Taun-Rathsamhausen,  begeht  heute  die  Feirt
leines  70.  Geburistages.  Er  wurde  aus  diesem
Anaß  mit  verschiedenen  Ehrungen  bedacht.  Der
König  sprach  schon  am  Vorabend  dem  Jubilar
seine  Gluckwünsche  aus  und  bereichte  ihm  einen
Bhimenstrauh.

zn  Prokuristen  zu  erhbe  Nun,  Peb
at  den  jungen  Leuten  de-  Eesalen  züurmt  Zur
rechten  Zeit  zu  sterben,  und  Irnigard  ein  Ner
mögen  zur  Seite  geschafft,  mit  dem  b#an  lich
eine  gute  ristenz  erüinden  kann.  Und  in
London  werden  ja  täglich  solche  Eben  geichlossen,
  die,  44  in  Deutschland  verbicten.“

vory  biß  die  Zähne  zsammen.  ecr  glaubte
oor  orddih  die  20  ersticken  zu  müssen.  Der
Bedanke,  daß  er  der  Rivale  uurn.  Buchhalter-Fozsen,
  als  er  um  Irmgard  warb,  eines  kleinen

heamten,  war  ihm  unerträglich.

Howald  kam  zurück.  „Wir  werden  2
und  Nacht  arbeiten.  Mölord,  um  so  rasch  ##
möglich  Klarheit  über  das  „Soll  und  cbene
zu  erlangen,“  sagte  er,  und  feste  Zuversicht
leuchtete  aus  seinen  schönen,  klugen  #ugen.
„Cs  ist  auch  meine,  vollste  Ueberzeugung,.  dass
Uhr  Depot  vorhanden  und  in  wenigen  Tagen
lur  Stelle  sein  wird.  Petolo  hat  dem  Gelde
wohl  in  letzter  Stunde  einen  undelsn  Plat#
arnsbe  adie  betresfenden  Auszolchnungen
4  sa  rhanden  fein.  Het  etzolds

*  52%  es  nich  E#  assen,  semand

1  mur  um  die  kleluste  me  zu  benach
en.“

Auf  hochtrabende  Worte  scheint  man  sich

ler  —  zu  verstehen,  an  tarrelle  ge  ·

 

 

 

chäftliche  —  “  er  Lord.  e
—  ee  El  nen  de  L  e
au,  wir  werben  an  anderer

unfere  Ne
Steinte  geleend  rriheen  —m  Mimn  Wagen  or  ·
aitet  uns  vor
Alfreds  Tia  sock#r  We  der  Engiänder
Anzeige  erstatteite,  dann  wa  gKomfiues,  der
*  lat  FWbelr  al#al  und  damit

 

 

—.  ———
##  de