Full text: Blätter für Rechtsanwendung. XLV. Band. (45)

- Neuere oberſtrihterliche Erkenntniſſe. 59 
einräumen, daß ein Recht, über des -Klägers Hof- 
raum zu fahren, dem Anweſen des K. H8.-Nr. 75 
zuſtehe. Die Klage wurde abgewieſen und die des- 
halb erhobene Nichtigkeit8beſchwerde verworfen. In 
den oberſtrichterlichen Entſc<heidung8gründen heißt es: 
Kraft der dem Anweſen des K. zuſtehenden Be- 
rechtigung, nach Maßgabe des Bedürfniſſes dieſes 
Anweſens über des M. Hofraum zu fahren, nicht 
kraft einer den zu ſeinem Anweſen hinzuge- 
fauften Grundſtü>en zuſtehenden Fahrgerechtig- 
Feit, behaupte K. auch die zur Bewirthſchaftung der 
leßteren erforderlichen Fahrten von und zu ſeinem 
Anweſen H8.:Nr. 75 über des M. Hofraum nehmen 
zu dürfen, und ein ſolcher Inhalt des dem K. zu- 
ſtehenden Fahrtrechts verſtoße nicht gegen die über 
Servituten beſtehenden geſeklichen Beſtimmungen, 
insöbeſondere nicht gegen fr. 5 S. 4 D. 8, 3 und 
Thl. I e. 7 8. 2 Nr. 5 des bayr. Ldr.z denn den 
Bedürfniſſen eines Anweſens diene auch ein Fahrt- 
recht, welches deſſen Beſiker berechtige, von und zu 
demſelben über benachbartes fremdes Eigenthum be- 
hufs der Bewirthſchaftung von Grund- 
ſtüken zu fahren, welche mit dem Anweſen 
zwar nicht räumlich verbunden ſeien, aber 
do< einen Beſtandtheil des8ſelben bildeten 
und von demſelben aus bewirthſc<aftet 
würden. Nicht leßteren Grundſtüken, welche, 
abgeſehen von ihrer Verbindung mit dem berechtig- 
tigten Anweſen behufs ihrer Bewirthſchaftung eines 
Fahrtrehtes über das dem Anweſen benachbarte 
„fremde Eigenthum gar nicht bedürften, gereiche in 
dieſem Falle das Fahrtrecht zum Vorthelle; ſondern 
vielmehr dem Anweſen ſelbſt, von welchem aus 
in Folge der Verbindung jener Grundſtüke mit dem- 
ſelben deren Bewirthſchaftung erfolge und für welc<es 
demgemäß das Bedürfniß entſtehe, auc<h zur Be- 
wirthſchaftung der mit ihm verbundenen Grundſtücke