Aum̃merx &12
so ist auch die Straßenbahn gezwungen, die
Fahrpreise zu erhöhen.
Sverlsches öberlun
Hrien, 2. März. Der Besitzer des Moierbaueranwesens
Gallus Esterbauer von Willing
bei Kienberg, wurde beim Holzfahren von seinen
Pferden so unglücklich an die Wand gedrückt,
daß der 60 jährige Mann eine töbdliche
Schädelverletzung erlitt.
Brannenburg, 3. März. Schweres Leid
lastet seit kangem auf der Familie Eggersberger
und ihrem Bauernanwesen. Der alte Vater,
der jetzt im 83. Lebensjahre steht, ist erblindet.
Die zwei Söhne stehen seit Kriegsbeginm
im Felde. Die ältere Tochter, welche die zwei
Brüder in der Arbeit ersetzen sollte, holte sich
infolge Ueberanstrengung ein schmerzliches Leiden
und mußte sich im vorigen Jahre einer
Opkcattoen unterz#ichen. Die ärztlichen .
mühungen waren jedoch vergeblich, die Tochter
ist bald darauf gestorben. Vor wenigen Tagen
ist jetzt auch die alte Mutter, bie Gattin
des erblindeten Mannes, gestorben; sie hatte
r zwei Monaten einen Schlaganfall erlitten
und wurde auf einer Seite gelähmt. Die Bewirtschaflung
des ganzen Anwesens liegt jetzt nur
noch in Händen einer zweiten Tochter.
Bas Uibling, 2. März. Auf! einer Urlaubsreise
nach der Heimat ging ein Offiziersloffer,
in dem sich das Patent des Rittmeisters
Grafen Ferdinand von Arco-Zinneberg des
1. Schweren Reiter-Regiments befand, verloren.
Vor mistbräuckcher Benutzung des Palentes
wird gewarnt.
Snlube im Krie..
Die städt. M igürten in Rosenheim.
Rosenheim, 3. März.
In anerlert#enemerter Weise hat sich die
Stadt#enein. Nojenheim entschlossen, einen
größeren. in VBarz llen zu 100 und 200 Quadratm#ior
#ecilten Geländekompler als
Mietgärten verpachten. Zweifelsohne wird
biedurch be der grosen, volkswirtschaftlichen
Bedeutung, die in diesen Zeiten dem Gemüsebau
zukommt, einem wirklichen Bedürfnis abgeholfen.
Nicht jeder ist in der glücklichen
Lage, Grund und Boden sein Eigen zu nennen,
und von diesen wird diese praktische Gelegenheit
jedenfalls mit Freuden begrußt. Solche
Kleingartenanlagen wurden in vielen bayeri--b
.
chen Städten vor und während des Krieges
eingericktet und durchwen hat man
damit die besten Erfahrungen gemacht. In
Norddeutschland hat diese Bewegung schon vor
Jahrzehnten eingesetzt. und hat inzwischen einen
gewaltigen Umsang angenommen. Auch
in anderen Ländern wie Holland, Belgien,
Frankreich und in der Schweiz sind fast in jeder
Stadt weitausgedehnte, parzellierte Familiengartenanlagen
auf städtischem Grund zu
finden, die durchweg in bester Kultur stehen.
Es steht einwandfrei fest, daß die Kleingärtnerei
mit dozu berufen ist, die Kriegsnösen
zu lindern und der Lebensmittellnappbeit
zu steuern; und in dieser Erkenntnis hat
unsere Staatsregierung schon im ersten Kriegswinter
den bayer. Städteverwaltungen empfohlen,
nach Kräften die Errichtung von Kleingärten
auf gemeindeeigenen Gründen in die
Wege zu leiten.
Die Stadtgemeinde Rosenheim hat zur Anlage
von Kleingärten Flächen zur Verfügung
gestellt, die bisher als Wiesen Verwendung
fanden. Diese Wiesen sollen auf Kosten
der Stadt umgepflügt werden; so anerkennenswert
dies einerseits ist, so wäre doch dem
Umgraben der einzelnen Parzellen, besonders
auch in Anbetracht der fur diese Arbeit schon
vorgeschrittenen Jahreszeit, der Vorzug zu
geben, denn nur durch Umgraben mit dem
Spaten ist es möglich, die Grasnarbe tief
genug (25—40 Ztm. ties) unterzubringen, u.
so deren Verwesung beschleunigen. Diese
Arbeit ist baldigst auszuführen, womöglich ist
lurzer, verrotteter Mst mit unlerzugraben.
Bei dem Umgraben des Landes soll es ja
nicht nahß sein, denn sonst bilden lich Uumbvige
Ersschclter die nur schwer wieder verlleinert
werden können. Ist der Garten ganz
gegraben, so wäre ein Nebegeßen. mit Jauche
sehr zu empfehlen. Um dem Boden alie für
ein gedeihliches Entwickeln der Gemüse notwendigen
Pflanz'mnährstoffe zuzuführen, möchte
ich noch eine Gabe von Wrsininen Düngemitteln,
eine Wolldüngung, dringend anraten. Man
streue hiezu für 100 Quadratmeter Gartenland
ca. 2 Zeniner Kalkstaub oder das doppelte feinen
Bauschutt, ferner ca 10—14 Pfund 40.
proz. Kalisalz oder 25—30 Pfund Koinit, in
Emmancrlong E etteren en ussen
alze tut Hotzasche (ev. mit asche gemischt,
aber “ leine ehlenolcheh dieselben
guten Dienste. Als Phosphorsäuredüngung ge-.Ermen
nsc. iun. r“r .h
ngemittel sind # b
staub in c nem Dongeschäft ünstl. Düngemittel
bei den N. seeisenwereinen und bei Huber,
omaemchl. Diese
Eier in Nosenhetn). Der Preis für sämt.
' für 100 Quadratmet i
en ager intl. Kallstaub stente drtt
utdünger inkl. aub, .
4M set zudem noch gute bellt Lh ufn
und sie auf sein Land bringt, darf ün froher
Zuorrsicht erwarten, vorläusig alles getan zu
hoben, was seine Pfleglinge zu ihrem guten
Gedeihen nötig haben. Auch Torfmülle, mit
Juche getränft, ist ein schätzbares Bodenlok.
kerungsmittel.
In späteren Frühjahr werden die Regenwümer
durch den verwesenden Rasen, der ihnen
reichliche Nahrung bietet, angelockt, sich
in unangenehmer Weise bemerldar machen.
NRegenwürmer in mäßiger Anzahl sind infolge
Duchlüftung des Bodeno nühlich; treten sie
jedoch stark auf, so wird ihre Wühlarbeit den
jungen Pflanzen schädlich. Man streut dann
bei eintretendem Regenwetter auf 100 Qua
drometer Garte fa a. 6 Wund Dungsalz
welches in (##. . ann sen ist.
Ein Mehr an Tung.az wird #en „#nßn
nict schaden, hemmt aber die Taligiei. #er
wertwollen, den Boden zerseuenden Organis-Hier
sind in kurzen Zügen die Vorarbeiten
geshildert, die zu einem erfolgreichen Gartenbelriele
nötig sind. Benütze Jedermann die gebelene,
günstige Gelegenheit und ziehe sich den
Gemüsebedarf für den eigenen Haushalt selbst.
heran, und es wird sicherlich, was der rauhen
Kriegszeit eisernes Muß fertig brachte, — die
Beoirtschaftung der heimischen Scholle. — auch
in hoffentlich nicht mehr ferner Friedenszeit dann
manchem unentbehrlich sein. Führe sich jeder
vor Augen, daß unsere Vorräte, von jeder Zusutr
abgesc nitlen, ven Tag zu Tag knapper
welreit, und Hebung der Esgenproduktion des
Landes dringend not #ut. Es geschieht ja viel
auf diesem Gebiete, aber immer nock nicht genug.
Belätigung im Garten und Umgang mit der
Nalur erhält frisch und gesund und gibt ein
stehes, zufriedenes Volk. Groß: Schäre ruhen
noch in unserer Heimaterde, sie zu heben und
zu nützen, ist heilige, vaterländische fsli.) 1.
Westermeier. Bezirkegärtnec.
KCotstnachc#t
Rosenheim, 3. März.
Auf dem Felde der Ehre gesallen:
Lorenz Maierbadher, Oekonom von Graben bei
Ramerberg, Soldat in einem Inf.-Reg.
uszeichnungen im Felde. Der Resewist
Marx Weiß in einem Nes.-Inf.= Reg.
wurde mit dem Militärverdienstkreuz 3. Kl.
mi! Schwertern ausgezeichnet. Seine beiden
Buüder, der Pionlergefreite Johann Weiß und
der Artillerist Andreas Weiß, die beide verwundet
wurden, wurden fruher schon mit dem
Eilaren Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet. Der
vielte Bruder, Gefreiter Joseph Weif, ist zur
Beförderung zum Unteroffizier vorgeschlagen.
Von den vier Brüdern sind drei zu Rriog
beginn ausmarschiert, der vierte folgte Ende
1914 nach Sie sind Söhne des Wagnermeisters
Mihael Weiß in Rosenheim, den wir zu seinen
viet tapferen Mitkämpfern bestens beglückwünschen.
Der Oberjäger Joseph Kaiser, Dienstkuecht
in Frasdorf, wurde mit dem Mililärveldienstkreuz
3. Kl. mit der Krone und mit
Schwertern ausgezeichnet; das Eiserne Kreug hat
er früher schon erhalten. Er steht seit 30 Monalen
im Felde. "r ·
Mit dem König-Ludwig-Kreuz
wurden ausgczeichnet: Veterinär Norbert Hilleebrand
d. R. (Wasserburg), Feldwebel d. N.
Georg Hötzendorfer beim Umladekommando Rosenheim
Unterofsizier d. L. Johann Mader des
Vgirlelommandos Wasserburg, Unterossfizier
d. L. Martin Aigner beim Umladekommando
Nosenheim, die Gefreiten Albert Senft, Ludwig
Knott und Joseph Rummer des Bezirkskommandos
Nosenheim. Gefreiter d. Land--sturms
Fred Dunn des Garnisonsbataillons Nr.
1, die Landwehrmänner Peter Fuchs und Franz
Jeseph Weber des Garnisonsbataillons Nr. 1.
Landsturmmann Joseph Rieth des Garn.-Batl.
N. 1, Gastwict Martin Pfaffenberger in Brannenburg,
Assistenzarzt Dr. Joseph Schapfl d.
N. (Wasserburg), Bürgermeister Lorenz Auer
in Burghausen, Maschinenfabrikant Martin
Beilhack in Rosenheim, Stadtpfarrmeßner Franz
Baliner in Traunstein, Schulpedell Josef Götzendorser
in Rosenheim, Geschäftsführer Hans
Högner in Rosenheim, Studienrat u. Realschulreltor
Anton Jakob im Rosenheim Dienstmann
Korl Kiesmüller in Rosenheim, Oekonomieverw.
A#chael Obermaier in Degerndorf, m
lanzlist Joseph Schmid in Rosenheim, Theatedirektor
Laver Terofal in Schliersee, Gemeinbedienersgattin
Aloisia Arendt in Höhenrain.
Bürgermeistersgattin Emma Auer in Sachrang.
Fnanzratsgattin Anastasia Bedall in Miesbach.
Oekonomsgattin Elise Bleien in Kiefersseden,
Bürgermeistersgattin Marie Bramböck
in irchen, Mollereibesitzerstochter Paula
Brandl in Holzolling, Majorsgattin Elisabeth
ler v. Isarborn in Aschau. beitersgattin
Ar
DHaidacher in Kiefersfelden, Oberregierungs
talsgattin Helene Koch in Rosenheim, Schwese
Japona (Thercie Künzner) d. barmh. Schnesiern
in Holzkirchen, Gastwirtstochter Maria Neumaier
in Sachrang, Gutsbesitzersgattin Erna
Pabst in Vad Aibling, Leutnantswitwe Johanna
Rittmann in Oberaudorf, Schwester Digna
(Walburga Schachenbauer) der birmh. Schwestern
in Holzkir
Emilie Tregler in Bad Aibling, Kaufmannsgattin
Ursula Ulrich in Bad Aibling, Schwester
Justilla (Juliana Wagner) der barmh.
Schwestern in Holzkirchen, Stadtpfarrersgattin
Anna Weber in Rosenheim, Buchhalterstochter
Rosa Wippenbeck in Rosenheim, Krankenkassengeschäfteführer
Ponkra;z Raab in Miesbach.
Gendarmeriewachtmeister Johann Sauerer in
Fischbachau.
Bahndienst. Ernannt wurden in ctatsmäßiger
Eigensch ast zum Lekomotivheizer der
Gehilse Alois Niederhamer in Mühldorf, zum
Vorarbefter un Vahnunterhallungsdienst der
Gehilfe Joseph Baldauf der Bm II Traunsiein,
zum Wage,wärtergehilfen der Gehilfe
Franz Röslmaser in Rosenheim.
Einführung von Käskarten in NRosenheim.
Die uacksenden Schwierigkeiten
in der Lebensmittelversorgung haben die Bayer.
Landesserttstelke veranlaßt, den Bezug von
Käs im srelen Handel zu sperren, um eine gleichmäßige
Belieferung des ganzen Landes und eine
gleichmäßige Verteilung auf die einzelnen Bezille
nach der Bevölkerungszahl zu ermöglichen.
Jur Versorgung der städtischen Bevöllerung
in Rosenheim find von der Zentralstelle
fur den M nat 127 Ztr. Käs oder gegen 100
Gramm pro Kopf und Woche eingewiesen.
Mehr darf nicht nach Rosenheim geliefert werden
und mehr Käs darf nicht verteilt werden, ganz
abgesehen daven, daß die Lieferungen infolge
der bestehenden Produktions= und Transportschwierigkeiten
vielfach nur unregelmäßig eintreffen.
Es besteht darum nur dann die Wahrscheinlichleit,
daß die Bevölkerung auch wirkiich
die auf den einzelnen treffenden 100 Gramm
erban, wenn verhütet wird. daß einzelne mehr
ais 1060 Glamm auf den Kopf der Familie be-Tehen
können. Dazu ist die Käskarte notwendig.
Ter Aestarte allein verhindert, daß jemand
sich dunh Elnlauf in mehreren Geschaͤf—
ten über Gebühr eindeckt, und durch sie allein
wird erreicht, daß; beim Verkauf auch die Größe
der Familie berücksichtigt werden kann. Aus
diesen Erwägungen hat sich der Stadtmagistrat
im Interesse der Cinwohnerschaft und namentlich
der größeren, ärmeren Fumilien entschlossen,
die Kaskarte einzuführen. Der Käs ist
in den bisherigen Geschäften erhältlich. Das
Publikum wird aber ersucht. mit den Geschäften
nicht zu wechseln, da die einzelnen Geschäfte in
Zukunft nach Maßgale der eingelieserten Marken
Käs zugewiesen erhalten, sodaß die Wahrscheinlichkeit
besteht, daß der Einzelne am sichersten
seinen Käs da erhält, wo er in der letzten
Woche eingekauft hal. Die Einführung
der Käskarte wird für manche b.sher besser Versorgte
eine Einschränkung zur Folge haben; aber
für viele, namentlich für die minderbemittellen
in Arbeit stehenden Volksklassen ist sie ein Mittel,
tatsächlich auch Käs zu erhalten. Ohne Käslarte,
besteht nach der bisherigen Erfahrung die
Gefahr, daß der Käsebezug ein Monopol Bevorzugter
wird, namentlich solcher, welche die
Anlagen und die Zeit haben, die eintreffenden
Vorräte rasch und sicher auszukundschaften.
Eröffnung der Altbekleidungsstelke.
Mit dem 1. März 1917 ist die Annahmestelle
des Kommunalverbandes Rosenheim-Stadt
für getragene Kleidungs= und Wäschestücke
sowie getragene Schuhmaren in Betrieb
genommen worden. Es sei an dieser Sielle
nochmals darauf hingewiesen, daß der Anspruch
der Bevolkerung, mit angemesener und
billiger Kleidung versorgt zu werden, im gegenwärtigen
Zeitpunkle, unv cs am Rohmaterial
zur Stofferzeugung und Lederherstellung
empfindlich mangelt, einigermaßen nur dann
erfüllt werden k#un, wenn wirk. ch jedes entbehrliche
Kleidunge und Wäschestück und alles getragene
Schuhmerk fur diese Zwecle wieder nutzbar
gemad'#t wird. Aus Munchen hören wir,
daß der dortigen Altbekleidungsstelle vielfach
noch recht gute Kleidungsflücke und wohlerhaltenes
Schuhwerk unentgeltlich überlassen wurden
und daß die Zuwendungen von Personen,
die sich ihre abgelegten Kleider und Schuhe nach
dem tatfäcklidhen Werte bezahlen lassen, noch
reicher w#ren. Möge das gute Besspiel der
Münckener Bevölkerung recht viele Nachahmer
in hesiger Stadt finden, damit der Kommunalverband
Rosenhem seiner schwierigen Auf#abe
gerecht zu werden —-. Mit der Abholung
von Alltwaren in den Wohnungen der Veräußerer
ist die Trödlserin Frau. Helene Rottner,
Kufsteinerstraß: 8 dahier, beauftragt.
Der vaterländische Hilfsdießmst u.
die Landwirtschaft. Bei der in kurzer
Zeit reginnenden Feldbestellung braucht das
Vaterland Personen die zur Arbeitsleistung in
landwirtschaftlicken Betrieben gewillt und geeignet
sind. Es ergeht deshalb der Aufruf an
sämtliche Hilssdienstpflidktige, aber auch an die
nicht hilfsdienstpflichtigen Personen sich zu landwirtschaftlichen
Bestätigung freiwillig zu melchen.
Schloßgutsbesitzersgattin.
Sonntag, 4. März 1912
den, und insbesondere an die gesamte Landbevölkerung,
sich unter lei#un Umnänden der Bebauung
von Grund und Noden durch Abman
derung in die Stadt zu en 2chen. Im ütrigen
wird auf die Veröffentlichung des K. Kriegsministeriums
in den Tagesblattern und ouf die
gleichlautenden offentlichen Anschlägen hingewiesen.
Erkrankung., Der re. Oberlolomotiofühter
August Bätz in Rosenheim in leider schwer erkrankt.
Er wurde vor einigen Tagen in die
Heil- und Aflegeanstall Gabersee überführt.
Fleischdiebstahl. Vom 26. auf 27. Februar
wurden aus dem Keller einer Wirtschaft
dahier eine Rindszunge, zwei Schweinsschlegel
und 6 Pfund Rindfleisch im Gesamtwerte von
70 Mk. entwendet. Der Dieb ist nicht ermittelt.
Ueberfahren. Am 1. März wurde eine
Bäuerin von Kirchdorf a. J. am Ludwigsplatz
dahier von einem Fuhrwerk überfahren. Sie
wurde durch ihre Angehorigen nach Hause verbracht.
Ein Meter Neuschnee liegt auf dem
Brünnstein. Also lautet eine Meldung, die uns
leute das Brünnsteinhaus ubermittelte. Angefugt
war noch, daß die Sktbahn vorzuglich ist,
daß aber die Rodelbahn nicht mehr voll ausgeschaufelt
werden konnte. Die Sliläufer werden
also gut auf ihre Rechnung kommen.
· * r—i
Standmusik am Mar-Joseph- Platß.
Sonntag, den 4. März 1917,
vormitllag? 11—- 12 Uhr.
1. „Major Ortenan“, Marsch von Sedelmayer.
2. Ouverture „Der Calif von Bagdad“, von
Brieldien.
3. Paraphrase uber „Gruß: an die Heimat“
von Nehl.
4. Fackeltanz Nr. 1 von Meyerbeer.
5. Unsere Marine. Marsck von Thiele.
□—W r“ r—i
Ortosammelstelle für Liebesgab en
vom Roten Kreuz. 4 -
Durch Celdspenden, die in letzter Zeit bei uns
eingelaufen sind, ist es uns möglich mit den
Vorbereitungen der Osterpakete ins Feld zu beginnen.
Wenn auch die Zahl und Art der Liebesgaben
jetzt sehr beschränkt ist, so macht Ler heimatliche
Gruß in Form eines Rosenheimer Pakkerls
doch den Soldaten Freude als Zeichen unseres
Gedenkens wenn er solches im Felde oder
im Lazareit erhält. "
Der Inhalt dieser Säccchen besteht in Rauchteug
(Tabak, Jigarren oder Zigaretten), 1 Buch,
Nähjeug. Handtuch, aus dem Rest der Weißen
Wochke genäht, Burfte, Briefpapier, Bleistift
und Postkarten, eiwas Dörrobit oder Spitzwe-Kerich,
1 Packerl Sal., einer Ueberraschung, die
eine Pfeife, Mundharmonika. Brieftasche, ein
Spiel oder 1 Pnar Hosenträger sein kann. Wir
bitten um Liebesgaben dieser Art oder Geldbeträge,
damit wir möglichst viel derartige Osterpakete
von Rosenheim wieder abschicken können.
Das Ceschöftszimmer ist seit einigen Tagen
von Nr. 16 auf Nr. 15 verlegt: Taglich geöff.
net von 3 5 Uhr. '--
s 1
Anmeine Berge. I
Ihr Berge steht so friedlich in der Runde.
Wißt ihr denn nichts vom großen Völkerringen“
i Weltenbrand und tausend blut'gen
Dingen?
Von uns'res Volkes liefer Herzenswunde?
Wißt nichts ihr von des Kampfes wildem
Qus uns durchtobt seit jenen Julitagen?
Von all den Opfern, die wir mussen tragen
Gür unf re Teuren, die ins Feld gezogen?
Und wißt ihr nichts auch von den vielen Tränen.
Die wir um die Gefall'nen schon vergossen?
Nichts von dem jungen Blut, das schon ,
geslossen?
Nichts von dem bangen Hoffen, grosten Sehnen?
Ihr bleibet umm. Doch ist's, als spräche
rauer
Aus eurer Felsen Antlitz. Hoch am Gipfel
Fegt jäh der Wind durch die verschneiten
4 Wipfel,
Bleich blicket ihr ins Tal im Todesschaucr.
Fürwahr, so habe ich euch nie gesehen!
Nie lag so sehr auf euch der Schwermut
Schatten
Und das Erinnern an die, die eins shatten
Mit trunk nem Blick geschaut von euren Höhen!
Ich weiß euch quält die Sehnsucht nach den
Freunden,
Die euch geweihl so manche frohe Stunde.
Doch sie sind sern; in treuem, festen Bunde
Steh'n sie im Kampf gen eine Welt von Feinden.
Ihr Berge, seid getnost und seid zufrieden,
Wem auch gar mancher euch wird nimmer
sehen
Es DOmmt der Tag, da wir aufuren Höhen
Einst werden feiern deutschen Sieg und Frieden!
Kufstein. August Sieghardt.